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Handel Wie wir im Supermarkt der Zukunft einkaufen

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Kassierer werden überflüssig

Nicht nur die Endkunden genießen mehr Komfort und Effizienz beim Einkauf. Markus Pfitzmaier, Product Manager bei Wanzl, erklärt, dass auch – und vor allem – der Einzelhändler profitiere: „Der Store Manager hat den Überblick über seine gesamte Filiale.“

Das Ergebnis ist eine erhöhte Betriebsbereitschaft der Geräte im Markt sowie die bessere Verfügbarkeit von Einkaufswagen, ist Pfitzmaier überzeugt. Der Leiter weiß, wo sich wie viele Wagen befinden, auf seinem Bildschirm wird angezeigt, wenn der Pfandrückgabeautomat voll oder die Kühltheke mit dem Rohfleisch defekt ist. Dadurch soll der Manager schneller handeln können.

Bei Albert Heijn kassiert der Kunde selbst

Was Wanzl noch auf der Euroshop, der internationalen Fachmesse des Handels für Ladenbau, Einrichtung, Store Design und Point of Sale-Marketing, präsentierte, ist in den Niederlanden schon Realität. In einigen „Albert Heijn“-Supermärkten muss der Kunde das Kassieren selbst übernehmen. Er bekommt am Eingang des Ladens einen Scanner in die Hand gedrückt, mit dem er die Waren scannt, bevor sie in den Einkaufskorb wandern.

Bei Albert Heijn machen Kunden die Arbeit

Der nächste Schritt zur Überwachung ist die Verfolgung der Laufwege der Kunden. In den USA gibt es das bereits; der erste „Amazon Go“-Store hat vorerst jedoch nur für Mitarbeiter in einer Beta-Version geöffnet. Bald sind auch Kunden an der Reihe. Doch stehen sie nicht in einer Reihe. Das Konzept von Amazon Go ist ein kassenloses System, bei dem sich der Kunde nicht mehr in langen Schlangen anstellen muss. Er betritt den Laden und verbindet sich über die Amazon-App auf seinem Handy. Durch Kameras und Sensoren überwacht Amazon alle Waren in den Regalen und alle Kunden. Die Technik erkennt, welche Produkte in den Wagen oder die Tasche gelegt werden. Packt der Kunde ein Produkt ein, sieht er es zugleich im digitalen Warenkorb auf seinem Smartphone.

Totale Überwachung bei AmazonGo

Ausgecheckt wird dann automatisch, wenn der Kunde mit Handy und Tasche oder Einkaufswagen durch den Ausgang geht. Amazon nennt das die „Just Walk Out“-Technologie (einfach hinausschlendern). Sobald er draußen ist, wird der Betrag vom Amazon-Account abgebucht.

Im Frühjahr 2017 sollen laut Amazon auch Kunden im kassenlosen Laden in Seattle einkaufen können. Doch bis das Konzept in Deutschland eingeführt wird, dürfte es noch ein bisschen dauern. Denn viele Deutsche wollen ihre Daten nicht teilen, wie eine Studie von Comarch und Kantar zeigt. Zwar glauben 87 Prozent der Deutschen an digitale Services wie In-Store-Navigation und Bluetooth-Verbindungen mit dem Handy, doch genauso viele wollen die neuen Möglichkeiten nicht unbedingt nutzen.

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