Handelskonzern Douglas Käufer Advent will in Aufsichtsrat - Verkauf von Sparten offen

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Der Finanzinvestor Advent hält sich nach dem Übernahmeangebot für den Hagener Handelskonzern Douglas Verkäufe einzelner Geschäftsbereiche offen.

Die Douglas-Welt in Zahlen
Die Douglas-Bilanz 2011 Quelle: Pressebild
Parfümerie Douglas Quelle: Pressebild
Buchhändler Thalia Quelle: Pressebild
Juwelier Christ Quelle: Pressebild
Modehaus Appelrath-Cüpper Quelle: Pressebild
Confiserie Hussel Quelle: Pressebild
Über 100 Jahre Geschichte bei Douglas Quelle: dpa

„Ein Erfolgsrezept der Douglas-Gründerfamilie Kreke war sicherlich ihre aktive Portfoliostrategie“, sagte der Frankfurter Advent-Geschäftsführer Ranjan Sen im Interview mit der WirtschaftsWoche. „In der Historie des Unternehmens sind immer wieder neue Teile dazugekommen und andere wurden abgegeben“, so Sen. Diese Strategie „ist ein sehr vernünftiger Ansatz, den Advent weiter unterstützt“, sagte Sen. Zur Douglas-Gruppe gehören neben den Douglas Parfümerien unter anderen auch die schwer angeschlagene Buchhandelskette Thalia, der Juwelier Christ, der Damenmodenhändler AppelrathCüpper sowie die Hussel-Confiserien.

Die Kreke-Familie soll langfristig am Unternehmen beteiligt bleiben. „Henning Kreke bleibt Vorstandsvorsitzender, die Familie zählt weiterhin zu den Anteilseignern und wird ihren Anteil im Rahmen des freiwilligen Übernahmeangebots sogar ausbauen“, sagte Advent-Manager. Im kommenden Jahr könnte ein Advent-Vertreter jedoch den Vorsitz des Douglas-Aufsichtsrates von Jörn Kreke übernehmen. „Gehen Sie davon aus, dass wir angemessen im Aufsichtsrat vertreten sein werden“, sagte Sen. Zu Details wollte sich Sen nicht äußern, da entsprechende Unterlagen erst bei der deutschen Finanzaufsicht eingereicht werden sollen.

Schnitzel und Bohrmaschinen reißen Löcher in die Haushaltskasse
Die Nürnberger Gfk-Konsumforscher haben in einer aktuellen Kaufkraft-Studie untersucht, wofür die Deutschen ihr Geld ausgeben. Fest steht: Im Schnitt haben die Verbraucher im Jahr 5.413 Euro, um sie in den Einzelhandel zu stecken. Dabei wird hierzulande vor allem am Kind gespart: Mit 12 Euro pro Kopf liegen Baby- und Kinderartikel am Ende der so genannten „Sortimentskaufkrafttabelle“. Quelle: dapd
Durchschnittlich 33 Euro geben die Deutschen im Jahr für Telekommunikation aus; dazu zählen Handys, Telefon- und Faxgeräte. Ob da schon das neue iPhone (schon durch das Vorgängermodell für 629 Euro kann schnell mal ein respektables Loch in der Haushaltskasse entstehen), das mutmaßlich im September in die Regale kommt, bereits eingerechnet ist? Quelle: dpa
Auch wenn Eurokrise und Konjunkturschwäche den Deutschen noch auf die Kauflaune drückt, eines geht immer: Für Uhren und Schmuck werden im Jahr 57 Euro investiert. Quelle: dpa
Für Hausrat, dazu gehört neben Kochgeschirr auch Glas und Porzellan, stehen im Jahr 2012 laut GfK-Prognose 80 Euro je Einwohner an Kaufkraft zur Verfügung. Quelle: dpa
Mückenstiche, Rückenschmerzen, undichtes Zelt - all das ist für viele Urlauber nichts. Doch Campen kann, das hat die Caravan-Salon vor kurzem in Düsseldorf gezeigt, inzwischen auch ganz anders sein. 1,8 Prozent ihrer Kaufkraft investieren Verbraucher in den Bereich Sportbedarf und Camping. Das sind gut 100 Euro im Jahr. Quelle: dapd
Informationstechnologie kann heutzutage vieles sein. Die Gfk-Experten zählen dazu Computer, Software und so genannte Peripheriegeräte, also Mäuse oder auch externe CD-Laufwerke. Durchschnittlich 110 Euro geben die Deutschen dafür pro Kopf und pro Jahr aus. Quelle: dapd
109 Euro pro Jahr geben die Deutschen für Schuhe und Lederwaren aus. Das entspricht laut Gfk zwei Prozent ihrer Kaufkraft. Quelle: dpa

Juwelier-Sparte Christ expandiert nach Österreich

Der US-Finanzinvestor Advent will nach der Übernahme der Hagener Douglas-Gruppe die Expansion erfolgreicher Unternehmenszweige wie der Juweliersparte Christ über die deutschen Grenzen in den Mittelpunkt stellen. „Christ ist bislang nur in Deutschland aktiv. Aus unserer Sicht ist jetzt die Expansion von Christ ins Ausland der nächste Schritt“, sagte Ranjan Sen, Advent-Geschäftsführer in Deutschland, gegenüber der WirtschaftsWoche. „Der deutschsprachige Markt, vor allem Österreich, ist eine Option, die sich geradezu aufdrängt. Dort könnte Christ auch von den Erfahrungen profitieren, die die Douglas-Gruppe bereits gesammelt hat“. Für die Parfümerien sei die verstärkte Expansion in der Türkei geplant, mittelfristig könnte zudem der asiatische Markt in den Fokus rücken.

Dabei wollen die neuen Douglas-Mehrheitseigentümer geballter als bisher in neue Märkte gehen. „Die Idee ist, möglichst mit 15 bis 20 Filialen in einem Markt zu wachsen“, kündigte Sen an. „Nehmen Sie das Beispiel Türkei: Gemeinsam mit dem Douglas-Management gehen wir davon aus, dass das Unternehmen hier in Zukunft eine deutlich höhere Schlagzahl bei der Expansion erreichen wird.“ Auch Asien sei eine „sehr spannende Region für Douglas“. Die Frage sei aber, ob für die Expansion ein Partner gebraucht wird. „Advent würde das Management auf jeden Fall dabei unterstützen, entsprechende Versuche jenseits Europas zu starten“, versprach Sen. Bei Bedarf, so Sen, „stellt Advent weiteres Kapital zur Verfügung, um größere Schritte zu gehen“.

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