Handelskonzern Metro kleckert vor sich hin

Eine Schrumpfkur soll den Düsseldorfer Handelsriesen wieder fit machen. Auf der Dauerbaustelle zeigen sich erste Fortschritte.

Um lediglich 0,5 Prozent konnte das größte deutsche Handelsunternehmen die Erlöse im vierten Quartal 2012 steigern. Den Grund sieht der Handelsriese in der Konsumzurückhaltung vieler Verbraucher, vor allem in den Krisen geschüttelten Ländern Süd- und Südosteuropas und setzt seine Schrumpfkur auf den Auslandsmärkten fort. Quelle: dpa

Auch mit kleinen Freuden lassen sich die Anleger des Düsseldorfer Einzelhandelskonzerns schon beglücken. Metro ist zwar auch im Schlussquartal des vergangenen Jahres und im Weihnachtsgeschäft kaum vom Fleck gekommen. Metro-Chef Olaf Koch hält jedoch an seiner Ergebnisprognose fest. Für die Aktionäre ist das erst mal eine gute Nachricht, nachdem das Vertrauen der Anleger in den vergangenen Jahren immer wieder unter Gewinnwarnungen gelitten hatte.

Um lediglich 0,5 Prozent konnte der Handelsriese mit seinen Ketten Kaufhof Galeria, Real und Media-Saturn die Erlöse zwischen Oktober und  Dezember des vergangenen Jahres steigern. Damit erreichte das größte deutsche Handelsunternehmen im vierten Quartal einen Umsatz von knapp 20 Milliarden Euro. Während die Elektronikketten Media Markt und Saturn ihren Quartalsumsatz um 1,3 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro ausbauen konnten, schrumpfte der Umsatz der Warenhaustochter Kaufhof um knapp drei Prozent auf eine Milliarde Euro.

Das sind Metros Stärken und Schwächen
Metro-Eingang Quelle: APN
Französischer Konkurrent hat Dividende halbiertDie Ausschüttungsquote von Metro - sie gibt an, wie viel Prozent des Gewinns je Aktie an die Aktionäre verteilt werden - liegt damit bei 51,3 Prozent. Sie ist, das Krisenjahr 2009 ausgenommen, deutlich höher als in der Vergangenheit. Metro wird sich die Kritik gefallen lassen müssen, der Konzern zahle zu viel Dividende. Denn eins steht fest: Das an die Aktionäre ausgeschüttete Geld fehlt für Investitionen. So hat der französische Konkurrent Carrefour die Dividende für 2011 rigoros um mehr als die Hälfte eingedampft. Metro dagegen hält an den üppigen Dividenden fest, denn der Konzern erhofft sich dadurch - auch bei Ertragsschwäche - eine langfristige Bindung der Anleger. Und: Großaktionär Haniel und dessen rund 650 Familiengesellschafter kalkulieren mit stabilen Ausschüttungen - und dürften sie, wenn nötig, mit Nachdruck einfordern. Quelle: Reuters
Menschen mit Tüten mit Metro-Druck Quelle: dpa
Metro-Logo Quelle: dapd
Metro-Hauptversammlung Quelle: dpa
Walmart Quelle: dapd
Fahnen mit Metro-Logo Quelle: dpa

Auch im Gesamtjahr wurde bei den Düsseldorfern eher gekleckert statt geklotzt: 2012 kommt Metro auf einen äußerst bescheidenen Umsatzzuwachs von 1,2 Prozent auf 66,7 Milliarden Euro. Damit hat Koch sein Ziel erreicht, in seinem ersten Amtsjahr den Umsatz zu steigern.

Grund für das Klecker-Wachstum: Der Konzern leidet nach eigenen Angaben unter der Konsumzurückhaltung vieler Verbraucher, vor allem in den Krisen geschüttelten Ländern Süd- und Südosteuropas. Im vierten Quartal hätten sich die Marktbedingungen noch einmal verschärft, sagte Koch mit Blick auf das schleppende Weihnachtsgeschäft.

Dennoch hält Metro an seinem bereits im Oktober gesenkten Ergebnisziel fest. Damals hatte Koch das Ziel eines operativen Gewinns vor Sonderfaktoren von rund 2,3 Milliarden Euro auf rund zwei Milliarden Euro gesenkt.

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