Haniel Jürgen Kluge wirft hin

Erst letzten Monat gab er den Job als Aufsichtratschef bei Metro auf, jetzt wirft er auch bei Haniel das Handtuch. Sein Vertrag läuft nächstes Jahr aus. Der Mischkonzern sucht jetzt nach einem neuen Chef.

Jürgen Kluge Quelle: dpa

Vor vier Wochen gab Jürgen Kluge seinen Posten als Aufsichtratsvorsitz beim Handelskonzern Metro zurück. Nach dem Trubel um Chef Eckard Cordes und dem Gerangel um die Unternehmensführung sagte Kluge, Metro brauche einen Neuanfang. Den hat der Handelsriese nun mit Franz Markus Haniel, dem Chef des Haniel-Kontrollgremiums. Jetzt gibt Kluge auch beim Metro-Mehrheitsaktionär auf. Den Posten des Vorstandsvorsitzenden hatte der studierte Physiker erst im Januar 2010 übernommen. Zuvor war er Chef des Beratungsunternehmens McKinsey in Deutschland. "Vertrauen kann man nicht teilen", sagte Kluge gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Er könne nicht den Metro-Aufsichtsrat verlassen und trotzdem bei Haniel Chef bleiben.

Haniel: Deutschlands unbekannter Riese
Logo von Haniel
Haniel-Chef Jürgen Kluge
Führungstrio von Haniel
Eckhard Cordes
Besprechungsraum für Vorstände in der Haniel-Zentrale
Gemälde in den Fluren der Haniel-Zentrale
Klaus Trützschler
Eingang zu einer Metro-Filiale
Einkaufswagen bei Media Markt
Celesio-Firmengebäude
Fritz Oesterle
Edelstahlproduktion bei ELG
Lagerarbeiter bei Takkt
Mitarbeiter bei CWS

"Wichtigstes Asset verloren"

Sein Vertrag bei dem Duisburger Unternehmen läuft im Dezember 2012 aus und soll nicht mehr verlängert werden. Das bestätigte auch ein Sprecher am Mittwoch. Kluge begründet seinen Abgang gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung eher trocken: "Der Vorstand hat die Kontrolle über das wichtigste Asset des Unternehmens verloren", sagte er mit Blick auf den Metro-Konzern, an dem Haniel 30 Prozent hält.

Das Erbe, das er vergangenes Jahr in Duisburg angetreten hat, war schwer. Er übernahm einen hochverschuldeten Konzern mit Problem-Tochtergesellschaften wie Celesio. Ursprünglich wollte Kluge den Familienkonzern komplett neu strukturieren und in neue Geschäftsfelder investieren.

Daraus wird jetzt wohl nichts mehr. Er wolle das Unternehmen jedoch - auf Wunsch des Aufsichtrates - so lange führen, bis ein Nachfolger für ihn gefunden sei. Nach dem wird bereits gesucht.

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