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Hauptversammlung Bohrende Fragen an Adidas-Boss Hainer

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Hoeneß könnte Adidas Probleme bereiten

So viel Mitarbeiterrabatt gibt es
Beate Uhse Aktuell können Kunden in über 200 Konzerneigenen- und Lizenzpartner-Geschäften shoppen, sich im Webshop und per Katalog über die neuesten Erotiktrends und Produkte informieren. Die Beschäftigten des Erotikunternehmens bekommen 30 Prozent Rabatt. Quelle: AP
AdidasChef Herbert Hainer möchte wohl sicher gehen, dass die Belegschaft so häufig wie möglich selbst in Jacken, Hosen und natürlich Schuhen der eigenen Marke aufläuft. Die Beschäftigten erhalten auf alle Produkte einen Rabatt zwischen 20 und 44 Prozent. Quelle: REUTERS
Weber-Stephen  Der Kugel-Grill-Experte hat für seine Angestellten heiße Überraschungen parat. Weber-Stephen gewährt den Mitarbeitern einen zweistelligen Rabatt auf den Listenpreis aller Produkte des Sortiments. Darüber hinaus werden neue Mitarbeiter zum Firmeneintritt einmalig mit einer Erstausstattung an Weber Produkten versorgt. Der Wert dieses Welcome-Packages liegt im dreistelligen Euro-Bereich. Da kann die Grillsaison beginnen. Quelle: www.weber.com
DaimlerBeim Kauf eines Mercedes-Benz Neufahrzeugs erhalten Firmenangehörige einen Rabatt von 21,5 % auf den Brutto-Listenpreis unter der Voraussetzung, dass sie das Fahrzeug mindestens sechs Monate lang selbst nutzen. Durch den Rabatt entsteht für den Mitarbeiter ein zu versteuernder geldwerter Vorteil. Für einen Jungen Gebrauchten erhalten Mitarbeiter 16,5 % Rabatt auf den externen Verkaufspreis sowie eine zwölfmonatige Gebrauchtfahrzeug-Europagarantie. Auch hier ist eine Selbstnutzung von 6 Monaten Bedingung. Die gleichen Konditionen gelten auch für Fahrzeuge der Marke smart. Quelle: dpa
dm DrogeriemarktJa, auch die Dinge des täglichen Bedarfs wie Rasierklingen, Gesichtscreme oder Windeln für den Nachwuchs gehen ganz schön ins Geld. Umso erfreulicher für die Kolleginnen und Kollegen der Arbeitsgemeinschaft dm, dass sie einen Mitarbeiterrabatt von 10 Prozent erhalten - und zwar auf das gesamte Sortiment. Zusätzlich können sich ihre Payback Karte nutzen. Quelle: AP
IKEALebenslang Köttbullar umsonst? Nein, der schwedische Möbelkonzern macht seinen Beschäftigten ein ernsthaft schmackhaftes Angebot: 15 Prozent Rabatt auf Einrichtungsgegenstände für den eigenen Bedarf gewährt Ikea seinen Mitarbeitern. Quelle: ZB
Deutsche Post DHLEin Brief für 50 statt für 58 Cent? Nein, derlei Angebote macht Deutsche Post DHL ihren Mitarbeitern nicht. Der Grund: Rabatte auf Briefporto oder Pakete würden einen geldwerten Vorteil darstellen, den die Mitarbeitern versteuern müssten. Der Aufwand wäre hoch, der finanzielle Vorteil für die Mitarbeiter gering. Stattdessen veröffentlicht der Konzern im Intranet und im Extranet von Deutsche Post DHL den Mitarbeitern Einkaufsvorteile von namhaften Partnerunternehmen. Das Angebot umfasst Autos, Konsumgüter, Mode, Multimedia, Angebote von Reiseveranstaltern und führenden Online Shops, lokale Vorteile und Dienstleistungen. "So gibt es beispielsweise Sonderkonditionen für lokale Fitnessstudios oder Familienausflugziele zu günstigeren Preisen", teilt ein Sprecher WirtschaftsWoche Online mit. Für die Mitarbeiterangebote von externen Anbietern gelten spezielle Rahmenbedingungen. Sie stellen keinen geldwerten Vorteil dar, weil Deutsche Post DHL und der Anbieter nicht verbundene Unternehmen sind und der Konzern die Rabatte nicht festlegt, sondern lediglich bekanntmacht. Quelle: dpa

Unterm Strich also wenig Anlass für Hainer, mit Ärger auf dem Aktionärstreffen zu rechnen. Ausgerechnet ein alter Freund jedoch könnte dem Niederbayern einen Strich durch die Rechnung machen: Uli Hoeneß. Und das liegt nicht daran, dass Adidas mit 9,1 Prozent am Rekordmeister beteiligt ist. Das ist ja gut für den Konzern, denn die von Adidas geschneiderten Bayern-Trikots verkaufen sich glänzend, und die Bayern-Stars geben gerade in der laufenden Rekordsaison coole Werbehelden ab.

Doch spätestens seit dem vergangenen Montag steht Hainer als Aufsichtsratsmitglied des Münchner Vorzeigeklubs heftig in der Kritik. Das Gremium hatte Hoeneß trotz der laufenden Steuer-Affäre nicht als seinen Vorsitzenden abberufen sondern ihm bei der Sitzung in der Münchner Allianz-Arena den Rücken gestärkt. Hoeneß, so die offizielle Lesart, habe seinen Rücktritt angeboten, die Aufsichtsräte um Hainer, Audi-Chef Rupert Stadler und Telekom-Vorstand Timotheus Höttges hätten das jedoch nicht angenommen. Zwar ließen sich die gestandenen Konzernlenker durchaus noch ein Hintertürchen offen. In einer Mitteilung ließen sie erklären, der Aufsichtsrat werde die "Angelegenheit weiterhin beobachten und sich bei Vorliegen neuer Erkenntnisse mit dem Thema befassen."

Ein Freund offener Worte

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Dennoch sorgte die Entscheidung deutschlandweit für Kritik: Wie können Hainer, Stadler und Co. Hoeneß guten Gewissens weiter im Amt halten, während sie bei ähnlichen Vorkommnissen im eigenen Konzern längst hätten personelle Konsequenzen ziehen müssen? Im Sinne guter Corporate Governance hätten sie das auch beim FC Bayern so handhaben müssen. Was sagen sie Mitarbeitern und Geschäftspartnern, wenn die mit entsprechenden Fragen kommen.

Entsprechend wird sich Hainer heute auf bohrende Fragen der Adidas-Aktionäre zum Thema eingestellt haben. Es wird spannend sein zu sehen, welche Taktik sich der Vorstandschef ehemalige Fußball-Stürmer dazu zu Recht gelegt hat. Denn von Haus aus ist Hainer ein Freund offener Worte. Und die Defensive ist nicht wirklich die Stärke des früheren Bayernliga-Stürmers.

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