HBC Kaufhofeigner kündigt Investitionen an

Nach der Kaufhof-Übernahme besetzt der neue Eigentümer HBC wichtige Posten im Aufsichtsrat neu. Zudem wollen die Kanadier investieren, Stellenstreichungen sind dagegen nicht geplant.

Nach der Übernahme der Warenhauskette Kaufhof will der kanadischen Konzern HBC durchgreifen. Quelle: dpa

Der neue Kaufhof-Eigentümer will künftig mehr als 100 Millionen Euro pro Jahr in die Warenhauskette investieren. „Wir werden unser Geschäft sehr offensiv voranbringen“, kündigte Hudson's Bay (HBC)-Manager Don Watros im Gespräch mit der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ an. Das Unternehmen befinde sich in einer „Position der Stärke“, meinte er.

Vorgesehen seien etwa Verbesserungen beim Service und bei der Warenpräsentation. Verstärkt wolle man auch auf den Online-Handel setzen. Stellenstreichungen seien dagegen nicht geplant.

Diese Einzelhändler scheiterten in Deutschland
Der Deal ist durch: Nach wochenlangen intensiven Verhandlungen haben sich die Metro und der kanadische Kaufhauskonzern Hudson's Bay Company auf einen Verkauf von Kaufhof geeinigt. Nach den Erfahrungen mit dem deutsch-amerikanischer Nicolas Berggruen, früher Eigentümer von Karstadt, herrscht Skepsis mit Blick auf einen ausländischen Investor, der den deutschen Markt nicht kennt. Vor allem das Geschäft mit Warenhäusern, von denen es in Deutschlands Innenstädten nur noch Karstadt und Kaufhof gibt, gilt als schwierig. Quelle: dpa
Zwar bescheinigen Verhandlungskreise Richard Baker, dem Eigentümer von Hudson´s Bay Company, und seinem Management, dass sie sehr gut über die speziellen Verhältnisse in Deutschland informiert sind und professionell auftreten. Aber es gibt eine Reihe von erfolgreichen ausländischen Einzelhändlern, die in der Vergangenheit auf dem hart umkämpften deutschen Markt scheiterten. Quelle: dpa
Nach acht Jahren in den roten Zahlen gab Wal-Mart 2006 in Deutschland auf. Trotz weltweiter Erfolge war es dem US-Handelskonzern nicht gelungen, sich gegen die starke Konkurrenz der Discounter durchzusetzen. Der Markteintritt sorgte für viele Spekulationen. So dachte man, Wal-Mart könnte die Metro AG schlucken und damit über Nacht zum Branchenprimus werden. Doch es kam anders. Quelle: REUTERS
Sein verlustreiches Deutschlandgeschäft gab der US-Konzern nämlich schließlich an den Konkurrenten Metro ab. Der führende deutsche Handelskonzern übernahm 85 Filialen. Wal-Mart sei nie richtig in Deutschland angekommen, hieß es später in Branchenkreisen. Das Konzept von Wal-Mart griff nicht, die Konzernführung räumte ein, die Schwierigkeiten im hart umkämpften deutschen Markt unterschätzt zu haben. Quelle: dpa
Die britische Kette Marks & Spencer versuchte gleich mehrfach, in Deutschland Fuß zu fassen. Die Mode traf offenbar den Geschmack der Deutschen nicht – und wurde zum Ladenhüter. 2001 zog das Unternehmen einen Schlussstrich und schloss nicht nur die Geschäfte in Deutschland, sondern auf dem gesamten europäischen Festland. Insgesamt wurden 38 Filialen geschlossen. Die Verluste in den deutschen Filialen waren besonders hoch und machten dem Konzern schwer zu schaffen. Quelle: REUTERS
Es dauerte rund zehn Jahre, bis sich Marks & Spencer von dem Flop bei der Expansion erholt hatte. 2012 kam der Modehändler wieder nach Deutschland – die Produkte gab es dieses Mal allerdings nur noch online. Die Briten wollten sich diesmal eine Eigenart zu nutze machen: Deutsche kaufen gerne bequem und billig ein. Quelle: REUTERS
2003 wollte die belgische Delhaize Group (Archivbild) in Deutschland durchstarten. Insgesamt gab es vier Delhaize-Märkte, doch die Filialen in Köln und Aachen waren nicht rentabel. 2008 machten sie nach Delhaize-Angaben einen Umsatz von 19,5 Millionen Euro, schrieben dabei aber einen „leichten Verlust“. Weniger später gab Delhaize bekannt, dass die Filialen verkauft werden sollen. Quelle: AP

Seit dem 1. Oktober ist der milliardenschwere Verkauf der Warenhauskette Kaufhof an den kanadischen Handelsriesen HBC endgültig unter Dach und Fach. In einem Bieterrennen um die bisherige Metro-Tochter hatte Karstadt-Eigentümer René Benko zuvor eine Niederlage einstecken müssen.

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Watros, der bei HBC für das internationale Geschäft zuständig ist, wurde zum neuen Vorsitzenden des Kaufhof-Aufsichtsrats gewählt. Der Manager übernahm damit den Posten des langjährigen Kaufhof-Chefs Lovro Mandac, der zuletzt an der Spitze des Kontrollgremiums gestanden hatte. Leiter der Kaufhof-Geschäftsführung bleibt Olivier Van den Bossche.

Zusammen mit Watros waren zuvor neun weitere Manager des neuen Eigentümers in das Kontrollgremium eingezogen. Hinzu kommen zehn Arbeitnehmervertreter der Kaufhof-Gruppe. Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender ist Kaufhof-Gesamtbetriebsratschef Uwe Hoepfel.

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