Hitzewelle Niedriger Rheinpegel belastet Frachtschifffahrt

Die Frachtschiffe können schon nicht mehr voll beladen werden. Sollte der Pegel weiter sinken, droht ein Transportstopp für die Binnenschifffahrt.

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Die Hitzewelle droht, auch die Industrie zu belasten: Die niedrigen Pegelstände des Rheins behindern schon vor dem Höhepunkt der Trockenperiode die Frachtschifffahrt. Quelle: dpa

Niedrige Wasserstände infolge des trockenen Wetters schränken die Frachtschifffahrt auf dem Rhein ein. Frachtschiffe können wegen Niedrigwasser schon seit Tagen nicht mehr vollbeladen fahren. Der gesamte Fluss südlich von Duisburg und Köln ist betroffen, zudem sind die Wasserstände über das Wochenende erneut gesunken. An der kritischen Engstelle Kaub in der Nähe von Koblenz sei der Wasserstand inzwischen so niedrig, dass die Schiffseigner in den kommenden Tagen feststellen könnten, dass die Schifffahrt nicht mehr sicher sei, erklärten Rohstoffhändler am Montag.

Der Fluss ist ein wichtiger Transportweg für Güter wie Getreide, Kohle, Benzin und Heizöl. Flaches Wasser führt zu Zuschlägen auf die Frachtraten und damit zu höheren Kosten für die Frachteigentümer. 2018 hatten niedrige Pegelstände nach dem heißen Sommer und dem ebenfalls trockenen Herbst die Schifffahrt über Monate eingeschränkt und die Industrie belastet.

Der Chemiekonzern BASF – dessen größtes Werk am Stammsitz in Ludwigshafen rund 40 Prozent der Rohstoffe über den Fluss erhält und der das Rheinwasser auch zur Kühlung nutzt – erklärte, derzeit hätten die Pegelstände keine Auswirkungen auf die Produktion. Man beobachte die Situation aber genau.

Europa steuert gegenwärtig auf die heißesten Sommertage seit Beginn der Wetteraufzeichnungen zu, in Deutschland werden Temperaturen von bis zu 40 Grad erwartet. 2018 hatten Unternehmen wie Thyssen-Krupp, der Stahlgigant Arcelor Mittal, der Ölmulti Shell sowie die Chemiekonzerne Covestro und BASF wegen des anhaltenden Niedrigwassers ihre Produktion und teils auch ihre Jahresziele kürzen müssen. BASF wappnete sich nach der Erfahrung mit der Anmietung von Niedrigwasser-Schiffen, erweiterte unter anderem seine Rückkühlkapazität und richtete ein Frühwarnsystem für Trockenperioden ein.

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