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Hoffen auf Weihnachtsgeschäft Einzelhandel mit stärkstem Umsatzeinbruch seit 4 Jahren

Die deutschen Einzelhändler haben im Oktober trotz eines zusätzlichen Verkaufstages Umsatz verloren. Zulegen konnte dagegen der Internet- und Versandhandel.

GfK sagt glänzendes Weihnachtsgeschäft voraus

Die deutschen Einzelhändler haben im Oktober den stärksten Umsatzeinbruch seit fast vier Jahren erlitten. Sie nahmen 2,5 Prozent weniger ein als im Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Preisbereinigt (real) fiel das Minus mit 2,8 Prozent noch größer aus. "Einen stärkeren Rückgang gab es zuletzt im Januar 2009", sagte ein Statistiker der Nachrichtenagentur Reuters. Ökonomen hatten lediglich mit einem realen Rückgang um 0,2 Prozent gerechnet.

Im Vergleich zum Oktober 2011 stieg der Umsatz um 1,6 Prozent, während er real um 0,8 Prozent schrumpfte. Der Monat zählte diesmal einen Verkaufstag mehr. Weniger gefragt waren vor allem Textilien, Bekleidung, Schuhe und Lederwaren: Der Umsatz mit diesen Artikeln fiel binnen Jahresfrist um 2,5 Prozent. Dagegen zogen die Umsätze im Internet- und Versandhandel um 2,7 Prozent an, im Lebensmittelhandel sogar um 3,7 Prozent und in Supermärkten und Warenhäusern um 3,8 Prozent.

Deutsche wollen wieder mehr für Geschenke ausgeben
Mehr Geld für GeschenkeDer schwelenden Eurokrise und den verhaltenen Konjunkturaussichten zum Trotz: Die Deutschen wollen in diesem Jahr wieder deutlich mehr Geld für Weihnachtsgeschenke ausgeben als im Vorjahr - nämlich 17 Euro bzw. 8 Prozent mehr als 2011. Das durchschnittliche Weihnachtsbudget von 230 Euro liegt zwar weiterhin deutlich unter dem Vorkrisenniveau von 2007, erreicht aber fast wieder das Niveau von 2010 (233 Euro). Quelle: Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young. Basis der Studie ist eine repräsentative Umfrage unter 2.000 Verbrauchern in Deutschland. Quelle: dpa
Hessen machen die größten GeschenkeBesonders spendabel sind die Hessen, die durchschnittlich 254 Euro für Geschenke ausgeben wollen. In Baden-Württemberg ist man zurückhaltender. Die Schwaben planen 211 Euro für Weihnachtsgeschenke ein. Dazwischen reihen sich die Bewohner von NRW mit 229 Euro; Bayern mit 224 Euro und Niedersachsen mit 218 Euro. Der Unterschied zwischen West- und Ostdeutschland ist mit vier Euro auf demselben Niveau wie im Vorjahr (West 231 Euro - Ost 227 Euro). Quelle: dpa
Qualität schlägt NachhaltigkeitBeim Weihnachtsbummel achten die Verbraucher vor allem auf Qualität (81 Prozent) und Funktionalität (69 Prozent). Auch originelle Ideen sind sehr gerne gesehen (46 Prozent). Nachhaltigkeit hat gegenüber dem Vorjahr an Bedeutung verloren. Auf die Herkunft eines Produktes achten aktuell 41 Prozent der Befragten, 43 Prozent waren es im Vorjahr. Umweltschutz ist nur noch für 39 Prozent der Verbraucher beim Geschenkkauf wichtig, 2011 lag der Anteil bei 45 Prozent. Und auf Gütesiegel achten nur noch 39 Prozent (Vorjahr: 46 Prozent). Quelle: dpa
Die Top 3: Gutscheine, Bücher, KleidungErstmals führen Geldgeschenke und Gutscheine das Ranking der beliebtesten Geschenke an: 60 Prozent der Befragten wollen Bares oder Gutscheine verschenken (Vorjahr: 53 Prozent). Im Durchschnitt veranschlagen die Deutschen dafür 50 Euro, 10 Euro mehr als im Vorjahr. Auch Bücher sind besonders beliebte Präsente: 57 Prozent der Befragten planen Buchgeschenke. Die Ausgaben dafür sind allerdings leicht rückläufig: Statt 26 Euro sollen nun nur noch 24 Euro in Bücher investiert werden. Auch Kleidung und Süßigkeiten (46 beziehungsweise 42 Prozent) landen häufig unter dem Tannenbaum. Quelle: dpa
Fachhandel profitiert - Kaufhäuser verlierenIhre Geschenke wollen die Deutschen in erster Linie in spezialisierten Fachgeschäften beziehungsweise in großen Fachmärkten kaufen. Im Durchschnitt lassen sie über die Hälfte ihres Weihnachts-Budgets im Fachhandel: 52 Prozent beziehungsweise 118 Euro. Im Vorjahr waren es lediglich 100 Euro. Weitere 20 Prozent der Weihnachtsausgaben landen bei Kaufhäusern, 19 Prozent im Online-Handel. Die Kaufhäuser müssen dabei einen leichten Rückgang von 50 Euro im Vorjahr auf 46 Euro im Jahr 2012 verkraften. Beim Online-Handel hingegen geht es weiter aufwärts: von 40 Euro auf aktuell 44 Euro. Quelle: dapd
Last-Minute-Shopping hat KonjunkturMehr als die Hälfte der Verbraucher (56 Prozent) kauft die Weihnachtsgeschenke relativ kurzfristig im Dezember – jeder fünfte sogar in den beiden Wochen vor Weihnachten. Immerhin 44 Prozent der Konsumenten kaufen hingegen ihre Geschenke bereits im November oder noch früher. Quelle: Fotolia


Von Januar bis Oktober hatten die Einzelhändler 2,2 Prozent mehr in der Kasse. Der Branchenverband HDE erwartet im Gesamtjahr ein Plus von rund 1,5 Prozent. Er sagte für das Weihnachtsgeschäft - für das die beiden Monate November und Dezember zusammengefasst werden - einen Rekordumsatz von 80,4 Milliarden Euro voraus. Nach einer Verbraucherumfrage der GfK-Konsumforscher ist die Kauflaune der Deutschen derzeit gut, vor allem wegen des robusten Arbeitsmarktes und steigender Löhne.

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