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Hugo-Boss-Chef Langer „Wir haben den Bogen überspannt – und so Kunden verloren“

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„Gleiches Produkt, gleicher Preis“

2016 ist die Produktivität auf der Fläche allerdings gesunken. Hatten Sie es mit dem Luxuskurs übertrieben?
Stimmt, wir hatten 2016 ein Minus von fünf Prozent. Die Strategie mit den höheren Preisen hatte in den beiden Jahren zuvor so gut funktioniert, dass wir den Bogen überspannt haben – wir haben immer teurer ein- und verkauft. Damit haben wir Kunden verloren, die günstiger kaufen wollen. Denen boten wir in unseren Läden zu wenig. Das ändern wir jetzt.

Letztes Jahr mussten Sie ihre Gewinnprognosen kassieren, Läden schließen und ein Sparprogramm auflegen.
Das hört sich an, als wären wir ein Sanierungsfall. Nennen Sie mir ein Unternehmen mit angeblich so großen Problemen, das eine Gewinnmarge von 18 Prozent vorweisen kann. Bei aller Kritik – und wir haben sicher wenig Lob von Aktionären und Aufsichtsrat für das vergangene Jahr bekommen: wir sind weiter eines der profitabelsten Unternehmen in dieser Branche. Aber natürlich sind 290 Basispunkte Margenrückgang nicht schön.

Was war der Grund für diesen Rückgang?
In Teilbereichen sind uns die Kosten aus dem Ruder gelaufen. Wir haben Geschäfte eröffnet, die sich nicht als nachhaltig bewirtschaftbar erwiesen haben. Darauf haben wir reagiert: Von den 20 Geschäften, die am stärksten auf das Ergebnis gedrückt haben, sind fünf geschlossen. Die anderen 15 werden wir bis Jahresende aufgeben. Da geht es uns wie dem Rest der Branche, die noch dabei ist, sich auf das rasant verändernde Konsumverhalten einzustellen. Früher dauerten die Krisen in der Modebranche in der Regel zwölf Monate, danach war man wieder im Partymodus. Diesmal dauert es länger.

Welcher Anzug zu welcher Gelegenheit passt
Eröffnung der ElbphilharmonieNach Jahren wird nun am 11. Januar endlich die Hamburger Elbphilharmonie eröffnet. Das Konzerthaus soll nach Worten von Bürgermeister Olaf Scholz ein Gebäude für alle Bürger sein. „Ich habe mir fest vorgenommen, dass es auch so sein soll, dass alle Kinder, die in Hamburg zur Schule gehen, einmal ein Konzert in der Elbphilharmonie gehört haben“, sagte der SPD-Politiker dem Deutschlandfunk kurz vor der offiziellen Eröffnung am Mittwochabend. „Es wird ganz viele geben, die sich die Musik dort anhören werden und - ich bin ganz sicher - immer begeistert sein werden.“ Für diese Kinder spielen Dresscodes eine eher untergeordnete Rolle. Wer sein Abitur dagegen schon in der Tasche hat, sollte wissen, wie man sich bei einem klassischen Konzert anzieht - und wie man zur passenden Garderobe findet. Quelle: REUTERS
Anlass und Uhrzeit entscheidenAbends kleidet man sich grundsätzlich eleganter als bei einer Matinee am Vor- oder Nachmittag. Wer zur Eröffnung der Elbphilharmonie geht, darf also ruhig im Smoking beziehungsweise Abendkleid erscheinen. Bei einer Erstaufführung, einer Premiere, kleidet man sich ebenfalls eleganter als bei irgendeiner Vorstellung. Und beim Wiener Opernball muss es ein bisschen schicker sein, als im Stadttheater. Quelle: dpa
Das Outfit für den Mittag und Nachmittag Quelle: dpa
Die modische Glencheck-VarianteMit einem Anzug in dezenten Farben und Glencheck-Musterung beweisen Sie Stilsicherheit ohne dabei stark aufzufallen. Der schmale Schnitt sorgt für ein elegantes Aussehen. Passend dazu: Ein klassisches, weißes Hemd und eine farblich abgestimmte, etwas schmalere Krawatte. (Kostenpunkt für den Anzug: 479 Euro, Hersteller: Hugo Boss) Quelle: Breuninger
Der blaue AnzugAuch wenn Sie beim Anzug keine Farbexperimente wagen sollten, sind sie mit einem blauen Anzug modisch vorne dabei. Auch hier sorgt eine schmale Passform für den modernen Sitz. Ein weißes Hemd und die Krawatte im hellen Blau mit leichter Musterung ergänzen das moderne Businessoutfit. (Kosten Anzug: 479 Euro, Hersteller: Hugo Boss) Quelle: Breuninger
Der graue Anzug für den klassischen AuftrittWer es lieber klassisch mag, greift zum Anzug in Grau oder Anthrazit. Ebenfalls klassisch bei diesem Modell: Der Schnitt, der etwas weniger körperbetont als bei modernen Anzügen daherkommt. Auch hier liegen Sie mit einem weißen Hemd und einer dunklen Krawatte auf der sicheren Seite für den Berufsalltag. (Kosten Anzug: 899,99 Euro, Hersteller: Armani Collezioni) Quelle: Breuninger
Der Klassiker schlechthin: Der schwarze AnzugMöchten Sie mit nur einem Anzug möglichst viele Einsatzgebiete abdecken, führt kein Weg am klassischen, schwarzen Anzug vorbei. Damit dieser im Berufsalltag nicht zu langweilig wirkt, sollten Sie in mit einer passenden Krawatte in dezent abgesetztem Farbton oder Musterung ergänzen. (Kosten Anzug: 1949,99 Euro, Hersteller: Ermenegildo Zegna)

Sie haben auch Ihre Preise komplett überarbeitet. Künftig kostet der Boss-Anzug überall in Europa dasselbe wie heute bereits in Frankreich – 599 Euro.
Das stimmt. Wir werden erstmals mit der Frühjahr/Sommerkollektion 2018 innerhalb der Eurozone überall dieselben Preise haben – gleiches Produkt, gleicher Preis. Es ist keinem Kunden mehr zu vermitteln, warum er im Boss-Laden in Paris oder Antwerpen mehr zahlen muss als in Düsseldorf.

Das heißt aber auch: die Deutschen zahlen künftig 100 Euro mehr für den Boss-Anzug.
Wir verkaufen ja keine Rohstoffe. Bei uns bekommen Sie nicht 50 Kilogramm Kupfer oder zwei Tonnen Polymere, sondern ein modisches, saisonales Produkt. Deshalb ändern wir die Preise ja auch nicht mitten in der Saison, sondern mit der neuen Ware. Und dann werden alle sehen, dass wir ihnen für 599 Euro noch höhere Qualität bieten. Der Handel bekommt die neue Ware im Juli zu sehen; erste Reaktionen sind sehr positiv.

Modehäuser wie Breuninger und Peek & Cloppenburg beharren auf 499 Euro. Wie gehen Sie damit um?
In einigen Fällen gewähren wir deutschen Händlern eine Übergangsphase. Das war aber schon vorher klar. Aber es bleibt dabei. Ab Mitte 2018 gilt: gleiches Produkt, gleicher Preis.

Ihre Zweitmarke Hugo bleibt günstiger. Haben Sie die zuletzt vernachlässigt?
Bei Hugo werden wir deutlich mehr machen. Mitte Juni etwa veranstalten wir nach vielen Jahren wieder eine eigene Modenschau für Hugo in Florenz. Bisher haben wir auch bei Hugo stark auf Anzüge gesetzt. Zukünftig soll sie aber auch Freizeitmarke sein, darum werden wir verstärkt etwa Jeans anbieten.

Bislang gibt es ja nur eine Handvoll Hugo-Läden. Bauen Sie hier aus?
Wir können uns gut vorstellen, eine ganze Reihe von Hugo-Läden zu eröffnen und sehen hier noch viel Potenzial. Hugo steht heute schon für 14 Prozent unseres Umsatzes und ist zuletzt um mehr als 30 Prozent gewachsen. Der Anteil am Gesamtumsatz wird in Zukunft deutlich steigen.

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