Ikea stellt Sortiment um Deutsche kämpfen um das Expedit-Regal

Der schwedische Möbelriese Ikea nimmt den Deutschen ihr Lieblings-Regal: das Modell Expedit soll Kallax weichen. Im Netz schreit die Expedit-Fangemeinde auf, Verschwörungstheorien machen sich breit.

Die Tage eines Möbelklassikers sind gezählt: Ikea stellt seine Serie Expedit ein. Quelle: dpa

Gestapelt, als Plattenregal, Raumtrenner, Schuhregal oder Katzenschlafplatz: Das preisgünstige Ikea-Regal Expedit mit seinen quadratischen Fächern steht in vielen deutschen Wohnzimmern mit unzähligen Einsatzmöglichkeiten. Nun hat Ikea auf seiner Facebook-Seite angekündigt, dass die Regalserie aus dem Sortiment fliegt, der Nachfolger Kallax kommt im April - in neuen Farben und stabiler soll es sein. Eine Ankündigung, die für Entsetzen bei deutschen Ikea-Liebhabern sorgt.

Kallax kommt schlanker daher als der Vorgänger, der Rahmen ist deutlich dünner. Kam Expedit etwa in den klassischen Farben weiß, Birke oder schwarzbraun in die Studentenbuden, soll Kallax zudem auch in grün, rosa oder türkis zur Verfügung stehen. Doch vor allem um die Größen gibt es Wirbel: Kallax soll in 147 x 147 cm, 77 x 147 cm, 42 x 147 cm und 77 x 77 cm erhältlich sein und weicht damit von den Expedit-Maßen ab. Bei einer Erweiterung oder Zusammenlegung zweier Wohnungseinrichtungen werden die Modelle sich also nicht nahtlos aneinander fügen.

Was Sie noch nicht über Ikea wussten

Die Expedit-Fans sind empört. Auch die Ankündigung Ikeas, dass die Kallax-Regale teilweise noch günstiger als Expedit seien sollen, hilft da nicht. Sogleich wurde auf Facebook eine Seite eingerichtet "Rettet das Ikea Expedit Regal", die bereits mehr als 8300 Anhänger (Stand: Mittwoch, 11.20 Uhr) gefunden hat. Offenkundig war das Regal besonders bei Schallplatten-Fans beliebt - und die sind nun besorgt, wo sie künftig ihr Vinyl lagern sollen. Da beruhigt Ikea aber schon in einem Kommentar auf seiner Seite: Die Innenmaße sollen mit 33 x 33 cm die gleichen bleiben.

Trotzdem bleibt die Netzwelt in Aufruhr. Sogar Verschwörungstheorien, die Kallax-Ankündigung sei nichts weiter als ein billiger Werbetrick, machen die Runde. Schließlich sei auf der Website von Ikea noch nichts von Kallax zu sehen. Ein "Foto" von Kallax, das Ikea auf seiner Facebook-Seite postete, das aber lediglich ein schwarzes Bild zeigt, befeuert das Misstrauen. Ikea reagierte sogleich mit schwedischer Gelassenheit: das liege eben daran, dass das Regal "ja erst im April vorgestellt wird in den Einrichtungshäusern - es ist quasi noch geheim".

Über die heftigen Reaktionen zeigte man sich bei Ikea überrascht. „Es ist ein ganz normaler Wechsel im Rahmen unserer Sortimentsentwicklung“, sagt Sprecherin Sabine Nold. Im Servicecenter gebe es relativ wenige Anrufe zu dem Ende des Regals. „Expedit“ werde seit dem Jahr 2000 verkauft, da sei mal eine Auffrischung nötig. Zudem werde es einen Nachfolger („Kallax“) geben, der dem Vorgänger zum Verwechseln ähnlich sehe und die gleiche Funktion erfülle. Zwar passten die „Kallax“-Außenmaße nicht ganz zu denen von „Expedit“, aber alle Einsätze, Türen und Schubladen könnten weiter verwendet werden. „Von daher war das für uns nicht so das Großereignis“, sagt die Sprecherin. Angaben zu den „Expedit“-Verkaufszahlen machte sie nicht.

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