Insolvente Baumarkt-Kette Praktiker verschwindet vom Markt

Die Baumarktkette Praktiker steht endgültig vor dem Aus und wird wohl zerschlagen. Dem vorläufigen Insolvenzverwalter Christopher Seagon sei es nicht gelungen, einen Käufer für den Konzern zu finden.

Die Baumarktkette Praktiker steht nach einem Bericht endgültig vor dem Aus. Quelle: dpa

Der insolvente Baumarkt-Konzern Praktiker wird wohl endgültig zerschlagen. Es lägen nur Angebote für die ebenfalls insolvente Tochter Max Bahr und einzelne weitere Praktiker-Märkte vor, sagte eine mit dem Verkaufsprozess vertraute Person am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters.

Unter den Bietern seien Konkurrenten aus Deutschland und auf Sanierungsfälle spezialisierte Finanzinvestoren. Insgesamt gebe es eine Handvoll Offerten für die 132 Max-Bahr-Märkte sowie für die Praktiker-Märkte, die noch in Max Bahr umgeflaggt werden könnten. Die Interessenten erhielten nun Zugang zu ausführlichem Datenmaterial. Bis Ende September soll ein Vertrag unterzeichnet werden. "Das muss jetzt sehr schnell gehen", sagte der Insider.

Die größten Baumärkte in Deutschland
Platz 10: EMV-ProfiEMV-Profi ist ein Einkaufs- und Marketingverbund. Die unter dem Dach der Marke laufenden Baumärkte sind selbstständig; 2007 waren es 274. Gegründet wurde der Verband im Jahr 1997. Die Gesamtverkaufsfläche beträgt 540.000 Quadratmeter. Umsatz 2011 in Deutschland: 0,8 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr hat EMV-Profi um 5,3 Prozent zugelegt (Umsatz 2010:0,76 Milliarden Euro). Quelle: Presse
Platz 9: EurobaustoffUmsatz 2011: 0,92 Milliarden Euro Die Kette erwirtschaftet ihren gesamten Umsatz in Deutschland. Gegenüber 2010 ist Eurobaustoff kräftig gewachsen. Der Umsatz stieg um 13,6 Prozent gegenüber Vorjahr (2010: 0,81 Milliarden Euro) Quelle: Presse
Platz 8: Hellweg/Baywa*Umsatz 2011: 0,93 Milliarden Eruo - ein Plus von 4,5 Prozent gegenüber 2010. *Proforma-Zahlen (Hellweg hat 2012 einen Teil des Baywa-Geschäftes übernommen) Quelle: dpa/dpaweb
Platz 7: Globus Holding Umsatz 2011: 1,38 Milliarden Euro Globus erwirtschaftet fast seinen gesamten Umsatz in Deutschland und konnte gegenüber Vorjahr leicht wachsen (2010: 1,36 Milliarden Euro) Quelle: Screenshot
Platz 6: ToomUmsatz 2011: 2,41 Milliarden Euro Toom gehört zum Rewe-Konzern. Die Kette konnte ihren Umsatz in den vergangenen beiden Jahren solide steigern (2010: + 3,9 Prozent; 2011: +2,1 Prozent) Filialen im In- und Ausland: 370 Mitarbeiterzahl: 14.500 Werbeslogan: "Der Baumarkt" Quelle: Presse
Platz 5: ZeusUmsatz 2011: 2,63 Milliarden Euro - ein Plus von 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2010: 2,36 Milliarden Euro) Quelle: Presse
Platz 4: HornbachUmsatz 2011: 3,50 Milliarden Euro Zwei Drittel des Umsatzes macht Hornbach in Deutschland (2,05 Milliarden), im Vergleich zum Vorjahr ist Hornbach um 5,4 Prozent gewachsen (Umsatz 2010: 3,2 Milliarden) Eigentümer: Kingfisher, Familie Hornbach, Streubesitz Werbeslogans: "Es gibt immer was zu tun" - "Mach es fertig, bevor es Dich fertig macht" - "Wie viel Wahnsinn steckt in Dir?" Quelle: dpa

Ein Sprecher von Praktiker lehnte eine Stellungnahme zu den Details ab. Er kündigte für den Tagesverlauf eine Stellungnahme an. Die vorläufigen Insolvenzverwalter waren zunächst nicht zu erreichen. Die im SDax gelisteten Praktiker-Aktien verloren fast 15 Prozent auf sieben Cent.

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Klar ist bereits heute, dass 48 der 163 Praktiker-Märkte in Deutschland geschlossen werden. Der Ausverkauf läuft bereits. Nun geht es um die restlichen 115. "Für die Praktiker-Märkte, die nicht umgeflaggt werden können, wird es schwierig", sagte der Insider weiter. Für einzelne Standorte gebe es aber insgesamt mehr als 100 Interessenten zumindest für die Immobilien - vom Lampenladen bis zur Fast-Food-Kette. Nach Informationen der Zeitung "Welt" soll in den verbliebenen Filialen von Praktiker der Ausverkauf der Ware noch in der kommenden Woche beginnen. Von einer Schließung wären 5300 Mitarbeiter betroffen.

Im Juli war der lange Überlebenskampf von Praktiker gescheitert, die Baumarktkette meldete Insolvenz an. Zwei Wochen später scheiterte auch die Tochter Max Bahr, die als Hoffnungsträger des Konzern gegolten hatte. Zum Verhängnis war Praktiker auch das Billigkonzept geworden, das unter dem Slogan "20 Prozent auf alles - außer Tiernahrung" beworben wurde.

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