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Insolventer Onlinehändler „Erheblicher Zeitdruck“ beim Verkauf von Lesara

Exklusiv
Zu hoch gepokert: Lesara-Gründer Roman Kirsch musste Insolvenz anmelden. Quelle: Presse

Im November hat der Onlinehändler Lesara Insolvenz angemeldet. Jetzt geht die Investorensuche für die Berliner in die entscheidende Phase. Die Zeit drängt.

Die Investorensuche für den insolventen Onlinehändler Lesara geht in die entscheidende Phase. Anfang der Woche wurden die Mitarbeiter des Berliner Unternehmens von Insolvenzverwalter Christian Graf Brockdorff darüber informiert, dass mit mehreren Kaufinteressenten verhandelt werde. Dabei „besteht erheblicher Zeitdruck“, sagte ein Sprecher des Verwalters: „Bis Ende Januar muss eine Einigung mit einem Investor erzielt werden.“ Andernfalls droht die Abwicklung der Firma, die Mode- und Lifestyleprodukte verkauft und 350 Mitarbeiter beschäftigt. 

Im November hatte Lesara Insolvenz angemeldet. Die Restrukturierer Tillman de Vries und Thorsten Petersen, Partner der Insolvenzkanzlei Kübler, sollten das Unternehmen dabei ursprünglich im Rahmen eines Eigenverwaltungsverfahrens sanieren. Doch knapp zwei Wochen nach Antragstellung wechselte Lesara in ein klassisches Insolvenzverfahren. Graf Brockdorff Möllmann von BBL Bernsau Brockdorff wurde vom vorläufigen Sachwalter zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Die Kübler-Experten blieben als Berater an Bord, auch Lesara-Gründer und -Chef Roman Kirsch ist weiter im Einsatz bei dem Schnäppchenportal.

Kirsch galt jahrelang als Überflieger der deutschen Start-up-Szene. Bereits mit 15 hatte er sein erstes Unternehmen gegründet, heißt es auf seiner Homepage. Nach dem Studium an der Business School WHU zog er den deutschen Design-Shoppingclub Casacanda hoch, dessen Verkauf ihn mit Anfang 20 zum Millionär machte.

Lesara sollte noch größer werden – und anfangs schien Kirschs Plan auch aufzugehen. Schon kurz nach dem Start erhielten die Berliner eine Millionenfinanzierung internationaler Investoren, darunter der Risikokapitalgeber Partech und Ex-Puma-Chef Franz Koch. Weitere Kapitalrunden folgten. In Summe soll Lesara 67 Millionen Euro bei Investoren eingesammelt haben. Trotzdem gelang es Lesara bislang nicht, schwarze Zahlen zu schreiben. Und auf absehbare Zeit dürfte sich daran wohl auch wenig ändern. Eine Weiterführung des Unternehmens nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens Anfang Februar gilt ohne verbindliche Finanzierungszusagen eines Investors daher als nahezu ausgeschlossen.

Lesara-Insolvenzverwalter Graf Brockdorff hatte sich im Gespräch mit der WirtschaftsWoche optimistisch gezeigt, dass eine Rettung gelingt. So hätten Wettbewerber, Finanzinvestoren sowie Interessenten aus dem bestehenden Gesellschafterkreis von Lesara Interesse signalisiert.

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