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Insolventer TV-Hersteller Loewe von deutscher Investorengruppe gerettet

Die Traditionsmarke Loewe bleibt in deutscher Hand. Eine Investorengruppe um ehemalige Manager von Apple und Bang & Olufsen hat den insolventen TV-Hersteller gekauft. Von der Börse dürfte Loewe aber verschwinden.

Der Fernsehhersteller Loewe geht an deutsche Investoren. Quelle: dpa

Der angeschlagene TV-Gerätehersteller Loewe wird großteils an eine Gruppe deutscher Investoren verkauft. Damit sei der „Fortbestand der Traditionsmarke Loewe in deutscher Hand“ gesichert, teilte das Unternehmen mit. Zu der Gruppe gehören deutsche Familienunternehmer und ehemalige Manager von Apple und Bang & Olufsen. Konkrete Namen wurden nicht genannt. Sie wollen das Unternehmen stärker auf digitale Unterhaltungsprodukte ausrichten und die Kooperation mit dem chinesischen Technologie-Partner Hisense ausbauen. Über den Kaufpreis wurde nichts mitgeteilt.

Die Evolution der Loewe-Produkte
Erster Loewe-FernseherDer erste Loewe-Fernseher kam 1931, acht Jahre nach der Gründung des Unternehmens durch Siegmund und David L. Loewe auf den Markt. Quelle: Loewe AG
Der TV-Hersteller gehört zu den „letzten Mohikanern“ der europäischen Elektronikkonzerne. Das deutsche Traditionsunternehmen lässt im Gegensatz zur Konkurrenz nicht in China fertigen, sondern ausschließlich in Kronach in Oberfranken. Siegmund Loewe (links) und der Physiker Manfred von Ardenne (rechts) arbeiteten eng an bei der Entwicklung neuer Geräte zusammen (1928). Quelle: Loewe AG
Ortsempfänger „OE333“Noch bevor Loewe ins Fernsehgeschäft einstieg, wurde seit 1926 der Loewe Ortsempfänger „OE333“ produziert. Er lief mit einer Dreifachröhre, die der Physiker Ardenne mitentwickelte. Quelle: Loewe AG
„Optaphon“1950 kam dann das „Optaphon“, das erste Kassetten-Tonbandgerät, auf dem Markt. Zwischenzeitlich waren während der Zeit des Nationalsozialismus die Gründungsbrüder aus dem Unternehmen ausgeschieden und in die USA geflohen. Quelle: Loewe AG
„Iris“Im Jahr 1951 stellte Loewe den Fernseher „Iris“ vor. Quelle: Loewe AG
„Optaport“Eine Besonderheit stellte im Jahr 1963 der „Optaport“ dar. Es war der erste tragbare Fernseher überhaupt. Die Bildschirmdiagonale betrug 25 cm und dank eines eingebauten UKW-Moduls konnte man auch Radio hören. Quelle: Loewe AG
„Art 1“Mit dem „Art 1“ führte Loewe im Jahr 1985 eine ganz neue Generation von Fernsehern ein, die unter anderem auf besonders große Lautsprecher setzten und ein völlig neues Designkonzept verfolgten. Quelle: Loewe AG

Nach hohen Verlusten hatte Loewe Anfang Oktober 2013 ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Im November hatte Loewe mitgeteilt, dass noch zwei Bieter für einen Einstieg im Rennen sind.

Technisch ist die Übernahme als sogenannter „Asset Deal“, das heißt als Übertragung von Vermögenswerten, geplant. Der verbleibende Mantel der Loewe AG soll von der Börse genommen und abgewickelt werden. Hauptaktionär der AG war bisher nach Angaben von Loewe das japanische Elektronikunternehmen Sharp mit knapp 29 Prozent der Anteile, der Streubesitz lag bei mehr als 60 Prozent.

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Verkauft werden wesentliche Teile des Geschäfts. Neben der neuen Unternehmenszentrale in München sollen die Loewe-Entwicklungszentren in Kronach und Hannover sowie weitere zentrale Unternehmensfunktionen am Hauptstandort Kronach bestehen bleiben, hieß es in der Mittelung. Zuletzt waren am Stammsitz noch etwa 650 Mitarbeiter beschäftigt. Der Umsatz lag 2012 bei 250 Millionen Euro.

Das Unternehmen, das sich auf die Produktion hochwertiger Fernseh- und Audiogeräte spezialisiert hatte, war wegen des Preiskampfs in der Branche und der harten Konkurrenz aus Fernost zunehmend unter Druck geraten. In den vergangenen Jahrzehnten waren viele einstige Größen der deutschen Unterhaltungselektronikbranche unter die Räder gekommen. Die wenigen Verbliebenen wie Loewe und Metz gelten auf dem Weltmarkt eher als Nischenanbieter.

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