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Kaiser's Tengelmann Die Friedensmission des Gerhard Schröder

Altkanzler Gerhard Schröder soll im Streit um die Supermarktkette Kaiser's Tengelmann schlichten - und steht vor einer diplomatischen Herkulesaufgabe. Was auf den Ex-Politiker zukommt.

Diese Deals schrieben Geschichte
Bayer kauft Monsanto Quelle: REUTERS
Platz 10: Royal Dutch kauft Shell Transport & Trading Quelle: dpa
Platz 9: Exxon kauft Mobil Quelle: AP
Platz 9: Exxon kauft Mobil Quelle: REUTERS
Platz 8: AT&T kauft Bell South Quelle: REUTERS
Platz 7: Pfizer kauft Warner-Lambert Quelle: AP
Platz 7: Pfizer kauft Warner-Lambert Quelle: AP

Der Katalog des Scheiterns ist nur drei Seiten lang: 102 Filialen der Supermarktkette Kaiser’s Tengelmann zwischen Mülheim an der Ruhr und Frechen bei Köln werden darin aufgelistet. Interessenten sollen jene Läden „bitte ankreuzen“, die sie übernehmen wollen, und das Papier bis Mittwoch an die Tengelmann-Zentrale zurücksenden. Die werde ihnen dann „kurzfristig eine Antwort zukommen“ lassen, heißt es in den Unterlagen, die das Schicksal Tausender Menschen besiegeln könnt

Ihre letzte Hoffnung: Ein Schlichtungsverfahren mit Altkanzler Gerhard Schröder, das die Zerschlagung der maladen Supermarktkette doch noch abwenden soll. Auf Vorschlag von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel und dem Verdi-Vorsitzenden Frank Bsirske hätten sich Edeka, Tengelmann und Rewe heute auf ein solches Verfahren verständigt, teilte das Wirtschaftsministerium am Montagabend mit. Die Rivalen Edeka, Rewe und Tengelmann sind damit zurück am Verhandlungstisch. Doch ob der Schröder-Coup gelingt ist alles andere als sicher.

Die Chefs der Handelsketten haben sich in den vergangen Monaten nach Kräften beharkt und hoch gepokert, die Atmosphäre ist vergiftet. Zudem geht es nicht nur um den Kauf der Kaiser'-Tengelmann-Filialen, auch andere Interessen dürften bei den anstehenden Schlichtungsgesprächen eine Rolle spielen - und könnten Schröder diplomatisches Geschick abverlangen, um einen Kompromiss zu erzielen. So stehen beide Konzerne vor grundlegenden Weichenstellungen, auf die der Verlauf des Verhandlungen Einfluss haben wird.

Die letzte Chance

Wie verhärtet die Fronten sind, wurde bei einem Gespräch der WirtschaftsWoche mit Rewe-Chef Alain Caparros vor einer Woche deutlich. Caparros saß am großen Besprechungstisch in seinem Büro in der vierten Etage der Kölner Rewe-Zentrale und redete sich in Rage. „Ein Desaster“ sei das, was bei den bisherigen Verhandlungen zu Kaiser’s Tengelmann herauskam. Tengelmann-Eigentümer Haub bescheinigt er das Verhalten eines „Sonnenkönigs“, Edeka-Chef Markus Mosa schlicht „Sturheit“. Caparros teilte aus. Mal wieder.

Die offenen Fragen zur Schlichtung im Fall Kaiser's Tengelmann

Seit Haub im Oktober 2014 den Verkauf seiner Supermärkte an Edeka verkündete, geht das schon so. Mit Verve argumentierte, polterte und klagte der Rewe-Chef gegen den Deal. Und brachte ihn schließlich zu Fall: Die Komplettübernahme durch Edeka ist vom Tisch, das wichtigste Ziel aus Sicht von Rewe damit erreicht. Dennoch gab sich Caparros zerknirscht. „Es ist bitter“, sagte er. Tausende Stellen könnten bei Kaiser’s Tengelmann wegfallen, obwohl die Beteiligten bei den Rettungsgesprächen in den vergangenen Wochen über „deutlich bessere Lösungen“ verhandelt hätten.

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