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Karstadt-Chef Jennings "Das Weihnachtsgeschäft ist wie Erntezeit"

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Offensive der Offenheit

Karstadt-Filiale München Quelle: dapd

Sie stehen seit einem Jahr an der Spitze von Karstadt. Sind Sie mit dem Restrukturierungsprozess zufrieden?

Ich bin niemals zufrieden. Wir müssen die Messlatte immer ein Stück höher legen. Veränderung ist für mich keine Option, sondern die Art und Weise, wie wir unser Geschäft betreiben. Aber tatsächlich haben wir in den vergangenen Monaten gewaltige Veränderungen zum Positiven erzielt. Von den Umbauten und Modernisierungen der Häuser und Sortimente bis zum Online-Geschäft, wir haben mehr Glaubwürdigkeit ins Geschäft gebracht, eine stärkere Leistungsorientierung und mehr Spaß. Und: Wir legen sehr viel Wert auf Kommunikation. Nicht nur anlässlich der Vorstellung von Karstadt 2015. Wir haben zum Beispiel die Kommunikation mit den Mitarbeitern und unseren Lieferanten stark ausgebaut.

Dann können Sie uns im Zuge Ihrer neuen Offenheit ja verraten, wie sich Karstadts Umsätze 2011 entwickelt haben.

Wir sind eine private Gesellschaft und veröffentlichen keine Geschäftszahlen. Nur so viel: Wir sind auf einem sehr guten Weg.

Das haben Ihre Vorgänger auch gesagt und scheiterten. Wo ist der Unterschied?

Bei Karstadt waren zu lange Zeit keine echten Händler in den entscheidenden Funktionen. Wenn man kein Händler ist, versteht man nicht, dass der Kunde die wichtigste Person ist. Das darf kein Lippenbekenntnis sein. Das müssen Sie leben. Wir werden die Kunden durch die richtigen Services und Produkte an uns binden und ihnen Hilfe anbieten, wenn sie mit einem Wunsch oder einem Problem zu uns kommen. Nur so stellt man sicher, dass die Kunden auch wiederkommen.

Wie bringen Sie diese Erkenntnis in die Filialen?

Durch Flexibilisierung der Arbeitszeiten, durch ein Incentivierungsprogramm, das wir als Vorreiter im Handel seit September umgesetzt haben, und durch Vereinfachung der Prozesse. Um zum Beispiel den Verwaltungsaufwand in den Filialen deutlich zu reduzieren, haben wir ein eigenes Programm gestartet. Wir nennen es bewusst „Liberate“. Und es gibt ein Bündel an weiteren Maßnahmen. Kürzlich haben wir zum Beispiel intern die Filialen mit den besten Weihnachtsdekorationen ausgewählt. Dazu haben sich alle Führungskräfte mehrere Tage lang alle Filialen angeschaut, Warenpräsentationen und Schaufensterarrangements verglichen. Gewonnen haben das Haus in Leipzig, die Filiale in der Berliner Müllerstraße und unser Standort in Bayreuth. So etwas motiviert alle Beteiligten. Und jetzt, in der Vorweihnachtszeit, helfen rund 500 Mitarbeiter aus der Hauptverwaltung in den Filialen aus – wohlgemerkt freiwillig und mit Freude. Es ist Jahre her, seit das bei Karstadt gemacht wurde.

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