Karstadt gegen Verdi Die Zeichen stehen auf Sturm

Hoffnungsvoll gestartet, ergebnislos vertagt: Im Tarifstreit zwischen Verdi und Karstadt verhärten sich die Fronten. Die Mitarbeiter müssen weiter um die Rückkehr in die Tarifbindung bangen.

Die Hauptdarsteller in der Kaufhaus-Soap
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Verdi-Verhandlungsführer Arno Peukes war zuversichtlich. Vor den Tarif-Verhandlungen mit dem Management des Essener Warenhauskonzerns hatte der Gewerkschafter der WirtschaftsWoche gesagt: „Zumindest für die Karstadt-Luxushäuser KaDeWe in Berlin, Alsterhaus in Hamburg und Oberpollinger in München zeichnet sich ab, dass die rund 1800 Beschäftigten bald wieder nach Tarif bezahlt werden könnten“.

"Völlig inakzeptabel"

Eine Woche später steht fest: Von einer Annäherung im Tarifstreit sind Verdi und die Karstadt-Führung noch immer weit entfernt. Die Verhandlungen wurden nach Verdi-Angaben am späten Mittwochabend ergebnislos vertagt.

Demnach hätte sich die Arbeitgeber-Seite geweigert, eine Vereinbarung zur „Standort- und Beschäftigungssicherung“ zu treffen. Zudem sollen die Beschäftigten in den Sport- und Warenhäusern für weitere drei Jahre auf die Rückkehr in die Tarifbindung und damit auf Lohnerhöhungen, Urlaubs- und Weihnachtsgeld verzichten.

Karstadts Krisen-Chronik

Laut Verdi würden die geplanten Einschnitte einen weiteren Sanierungsbeitrag von rund 240 Millionen Euro bedeuten. Aus Sicht der Gewerkschaft sei das „völlig inakzeptabel“, heißt es in einer Mitteilung.

Die Zeichen stehen nun auf Sturm: Die Gewerkschaft und die Beschäftigten würden beraten, welche Möglichkeiten zur Durchsetzung ihrer Interessen bestehen. „Der Unmut ist groß. Wir erwarten, dass die Arbeitgeber sich endlich bewegen“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Peukes.

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Bereits in den vergangenen Wochen war über mögliche Streiks in den Filialen des Handelskonzerns spekuliert worden. Zumal erst kürzlich ein umfangreicher Personalabbau beschlossen wurde, der unter den Beschäftigten für Unmut sorgt: So sollen insgesamt 2400 der 17.000 Vollzeitstellen abgebaut werden - 1400 davon über Kündigungen.

Bei Verdi hieß es, die Tarifverhandlungen sollen zeitnah fortgesetzt werden. Ein genauer Termin steht aber noch nicht fest.

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