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Karstadt Nicolas Berggruen gesteht Fehler ein

Die Sanierung von Karstadt scheiterte unter Nicolas Berggruen. Nachdem der österreichische Investor Benko den Warenhauskonzern übernommen hat, gibt Berggruen erstmals Fehler zu.

Der ehemalige Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen spricht erstmals über Fehler. Quelle: dpa

Im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" hat der bei Karstadt gescheiterte Investor Nicolas Berggruen entscheidende Fehler eingeräumt. Es sei falsch gewesen, dass er nicht "früher und entschiedener bei der Sanierung vorgegangen" sei. Notwendige Einschnitte seien vermieden worden, sagte Berggruen. Er habe sich strikt an die Zusage gehalten, keine Standorte zu schließen und in den ersten beiden Jahren alle Mitarbeiter zu halten. Dies benennt Berggruen nun als Grund des Scheiterns. "Das hat uns ab 2013 in eine sehr schwierige Situation gebracht", sagte er der SZ.

Karstadts Krisen-Chronik

Die Gewerkschaften hatten sich nach dem Ausstieg Berggruens und der Übernahme durch den österreichischen Investor Rene Benko erleichtert gezeigt und Kritik an Berggruen geäußert. Dieser Kritik hält Berggruen entgegen, alle Zusagen eingehalten zu haben. Die Gewerkschaften müssten sich überlegen, was gut für Karstadt sei, sagte Berggruen. "Manchmal ist es bei einer Sanierung eben so: Am Anfang tut es weh, aber langfristig hilft es." Er deutete an, dass unter dem neuen Eigentümer in den nächsten Jahren wohl auch Warenhäuser geschlossen würden. Benkos Signa-Holding werde es leichter haben, da sie keine Kompromisse mit Verdi und den Mitarbeitern eingegangen sei.

"Kein finanzieller Erfolg"

Der Karstadt-Aufsichtsrat Arno Peukes sagte unserer Redaktion, Berggruen habe kräftig am maroden Warenhauskonzern verdient. „Berggruen hat mit Karstadt bisher 40 bis 50 Millionen Euro verdient“, erklärte er. Die in Aussicht gestellten Investitionen seien hingegen nie erfolgt. Im SZ-Interview wehrt sich Berggruen nun gegen die Kritik. Er bestritt, dass Karstadt für ihn ein gutes Geschäft gewesen sei. Auf die Frage zu den Millionen-Gewinnen antwortete er: "Es war weniger. Am Ende des Tages war Karstadt kein finanzieller Erfolg für mich."

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Zudem habe er Benko den Konzern für einen symbolischen Euro überlassen, anstatt ihn zu zerlegen und am Verkauf der Premiumsparte zu verdienen. Doch er habe Karstadt als Ganzes erhalten wollen.

Über seine Rolle bei Karstadt sagte er: „Ich lebe nicht in Deutschland, sondern in Amerika. Viele Menschen haben geglaubt, ich sei ständig in Deutschland und kümmere mich persönlich um das Management und säße am Ende sogar an der Kasse.“

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