WiWo App Jetzt gratis testen!
Anzeigen

Kaufhaus-Immobilien "Wutbürgermeister" fordern Gesetz gegen Hertie-Ruinen

Exklusiv

Die Städte wollen mit Kaufhausruinen aufräumen - und die leerstehenden und verfallenden Immobilien schneller vermarkten. Dazu wollen sie die Rechte die Eigentümer einschränken.

Eine Hertie-Warenhaus in Dortmund: Das geänderte Baurecht soll die Kommunen auch gegenüber den Gläubigern stärken. Quelle: dpa

31 deutsche Groß- und Mittelstädte mit verrottenden Kaufhausruinen des insolventen Hertie-Konzerns kämpfen jetzt um Hilfe von der Bundesregierung in Berlin. Ihr Sprecherrat unter Führung des Bingener Oberbürgermeisters Thomas Feser wollen am Donnerstag eine Änderung des Baugesetzbuches fordern. Eine Verschärfung der Eigentümerpflichten und eine Einschränkung der Eigentümerrechte soll es Städten ermöglichen, die Vermarktung von leerstehenden und verfallenden Immobilien notfalls  zu erzwingen. Eine entsprechende Verschärfung des Baugesetzbuches fordert auch der Deutsche Städtetag.

Deutschlands beliebteste Händler
19. Aldi Gar nicht so beliebt wie viele glauben: Im OC&C-Ranking schaffte es der Lebensmittel-Discounter nicht einmal unter die Top Ten. Zur Studie: Die Beratung OC&C hat 25.000 Konsumenten in Europa zu 580 Händlern, darunter 80 aus Deutschland, befragt. Dabei ging es etwa um die Kundensicht zu Preisstellung, Qualität, Auswahl, Einkaufserlebnis und Service. Aus den Antworten entstand ein Punkte-Ranking. Zu den größten Aufsteigern zählt der Online-Handel. Quelle: dpa
Branche: Textilhandel Beliebteste Marke (Vorjahr): Peek & Cloppenburg (Peek & Cloppenburg) BrandIndex (Vorjahr): 64 (63) P&C verbessert sein Image kontinuierlich und nicht nur das, es hält die Top-Position bei den Textilhändlern, vor C&A und H&M, die nach den Bränden in Textilfabriken in Asien an Image eingebüßt haben. Quelle: Comfort Holding GmbH
15. Zalando Der Online-Händler mit dem lauten Slogan "Schrei vor Glück" belegt Platz 15. Ein erstaunlicher Erfolg für das Unternehmen, das erst seit 2008 am Markt ist. Quelle: dpa
14. ebayÜberholt wird Zalando vom Online-Auktionshaus eBay. Mit dem Slogan "3,2,1 - meins!" schaffte sich der E-Auktionator viele Freunde und scheffelte ordentlich Umsazt. 3,28 Milliarden Euro waren es zu Beginn dieses Jahres. Quelle: dapd
11. OttoDas 1949 gegründete Versandhandelsunternehmen Otto belegt den 11. Platz im OC&C-Ranking. Erst kürzlich erwarb die Otto-Gruppe die Rechte an Neckermann.de. Der Konkurrent musste den Geschäftsbetrieb zum 30. September einstellen, nachdem der Investor Sun Capital kein weiteres Geld in das marode Traditionshaus stecken wollte. Quelle: dapd
10. EspritIn die Top Ten hat es Esprit-Holding geschafft. Die Holding vertreibt Kleidung, Schuhwaren, Wohnaccessoires, Schmuck und Möbel mit Filialen in über 40 Ländern. Im Vergleich zum Vorjahr verlor die Marke aber an Beliebtheit. Immer wieder gab es Diskussionen um schlechte Qualität. Quelle: dpa
8. notebooksbilliger.denotebooksbilliger.de gehört ebenfalls zu den Lieblingen der Deutschen. Der Anbieter von günstiger Technik landete auf Platz acht des Rankings. Quelle: Presse

Betroffen vom Problem seit 2009 in zentraler Lage vergammelnder Hertie-Warenhäuser sind etwa Köln und Gelsenkirchen, überwiegend aber Mittel- und Oberzentren wie das schleswig-holsteinische Schleswig und das rheinland-pfälzische Bingen. Die „Wutbürgermeister“, wie die „Rhein-Zeitung“ die titulierte, versuchen bisher vergebens, über die in den Niederlanden sitzenden ebenfalls insolventen Eigentümer der Hertie-Immobilien Zugriff auf die maroden Klötze in der Innenstadt zu bekommen.

Hinderlich ist dabei, dass auch die Deutsche Bank als Hertie-Hauptgläubigeren mitredet. Im November etwa verhinderte die Deutsche Bank die Zwangsversteigerung der Hertie-Immobilie in Schleswig. Bürgermeister-Sprecher Feser kritisierte deshalb Co-Vorstandschef Jürgen Fitschen, dieser breche damit seine Zusagen gegenüber den Städten: „Dieses Verhalten ist absolut gegensätzlich zu dem, was uns anlässlich unseres letzten Treffens am 22. November in Frankfurt erklärt wurde. Mit der Verhinderung der Zwangsversteigerung wird bewusst eine städtebauliche Entwicklung in Schleswig verhindert. Ein solches Vorgehen kann auch jeden anderen Hertie-Standort treffen.“ Künftig hoffen Feser und Kollegen, soll ein geändertes Baurecht die Kommunen auch gegenüber den Gläubigern stärken.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%