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Kaufhof Arbeitnehmer fordern für Gehaltskürzungen eine Dividende und Mitspracherecht

Exklusiv
Logo von Galeria Kaufhof Quelle: dpa

Arbeitnehmervertreter drängen vor dem Start der Verhandlungen um Einschnitte bei den Gehältern der rund 21.000 Kaufhof-Mitarbeiter auf ein „alternatives Sanierungskonzept“. Das vorgeschlagene Programm sei zu einseitig.

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Vor dem Start der Verhandlungen um Einschnitte bei den Gehältern der rund 21 000 Kaufhof-Mitarbeiter am 18. Mai in Frankfurt drängen Arbeitnehmervertreter auf ein „alternatives Sanierungskonzept“. Das vom Management vorgeschlagene Programm „Turn 2 Win“ ziele einseitig darauf ab, die Personalkosten zu reduzieren. Die Führungsriege agiere nach dem Motto: „Ich weiß nicht wie und um wie viel ich die Marge verbessern will, bei den Arbeitnehmern hole ich aber 93 Millionen Euro!“, heißt es in einer Bestandsaufnahme für die Tarifkommission, die der WirtschaftsWoche vorliegt.

Die Arbeitnehmervertreter fordern, dass nicht nur Sparmaßnahmen diskutiert werden, sondern auch Ideen, mit denen der Umsatz gesteigert werden kann. Potenzial sehen sie etwa beim Online-Shop von Kaufhof, dessen Sortiment stark erweitert werden könnte. Sogar der Aufbau eines TV-Shoppingsenders sei denkbar, heißt es in dem Papier. Falls das nicht reicht, könnten die Mitarbeiter auf Gehalt verzichten. Ihr Beitrag zur Sanierung müsse jedoch im Erfolgsfall teilweise zurückfließen. Die Mitarbeiter sollten „nicht spenden sondern investieren.“ Die Arbeitnehmervertreter wollen auch, dass die Mitarbeiter ein Mitspracherecht erhalten.

Von Kaufhof heißt es hierzu: „Wir sind offen für ergänzende Ideen und Maßnahmen, so sich diese als tragfähig erweisen und nachweislich positive Effekte für die Sanierung haben.“

Der kanadische Handelskonzern Hudson‘s Bay hatte Galeria Kaufhof 2015 übernommen. Seitdem schreibt die Warenhauskette hohe Verluste. Das Management behauptete, ohne Sanierungsmaßnahmen werde Kaufhof in einer wirtschaftlichen Notlage verbleiben. Im Hinblick auf die liquiden Mittel hieß es: Ohne Gegenmaßnahmen drohe die Zahlungsunfähigkeit. Der von der Tarifkommission entsendete Wirtschaftsprüfer kommt jedoch zu dem Schluss, dass aktuell nur ein „geringes Insolvenzrisiko“ besteht. Die Kaufhof-Mutter habe sich verpflichtet, die Verluste der deutschen Kette mindestens bis 2021 auszugleichen.

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