Kaufhof-Bieterin Signa Kapitalerhöhung zum Teil nicht durch Cash, sondern durch Einbringung von Firmen

Exklusiv

Der Signa Gruppe des Karstadt-Investors René Benko, die die deutsche Kaufhof-Gruppe übernehmen will, fließt über eine im Oktober verkündete Kapitalerhöhung nur zum Teil frisches Geld zu.

Quelle: dpa

Das berichtet die WirtschaftsWoche in ihrer aktuellen Ausgabe. Die Signa Prime hatte verkündet, ihr Aktionärskapital um eine Milliarde auf über vier Milliarden Euro erhöht zu haben. Bei der Maßnahme handelt es sich jedoch nicht um eine Bar-, sondern um eine Sachkapitalerhöhung. Die Signa Prime erhält Anteile an vier Firmen, die zuvor nahezu vollständig der Schwestergesellschaft Signa Holding und der Privatstiftung des Gründers René Benko gehörten.

Eine dieser Gesellschaften, die an Signa Prime übergeht, bringt als Vermögen jedoch kaum Bargeld, sondern vielmehr Immobilienvermögen im Wert von rund 330 Millionen Euro mit.

Eine weitere Gesellschaftn, die an Signa Prime übergeht, weist eine Forderung gegen ihren Gesellschafter - eine 95-Prozent-Tochter der Signa Holding - über rund 600 Millionen Euro aus. 

Ein Signa-Sprecher erklärte gegenüber der WirtschaftsWoche, die Signa Holding habe die Verbindlichkeit gegenüber ihrer Schwestergesellschaft teilweise an externe Investoren weitergereicht, etwa den Bauunternehmer Hans Peter Haselsteiner und die schwedische Milliardärs-Familie Rausing. Ein Teil des Geldes komme jedoch aus der Signa Holding.

Die Signa Gruppe hat vor wenigen Tagen verkündet, die Warenhauskette Galeria Kaufhof erwerben zu wollen. Signa bietet drei Milliarden Euro. Der Kaufpreis soll teilweise über die Kapitalerhöhung refinanziert werden. Im Umfeld von Signa heißt es, dass eine Due Diligence binnen zwei Wochen machbar sei. Vor zwei Jahren, als Signa den Kaufhof schon einmal übernehmen wollte, sei „alles schon mal geprüft“ worden. Von Seiten der Signa ließe sich der Deal bis Weihnachten besiegeln. Bislang gehört Galeria Kaufhof zur kanadischen Handelskette Hudson’s Bay (HBC). HBC-Chef Richard Baker hatte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters zuletzt gesagt: „Wir stehen zu HBC Europa. Wir haben kein Interesse und keine Pläne, unser Geschäft an irgendjemanden zu verkaufen.“

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