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Kaufhof-Chef Neuwald „Die Personalkosten müssen runter“

Exklusiv
Kaufhof-Chef Roland Neuwald: „Die wirtschaftliche Lage lässt uns keine andere Wahl: die Personalkosten müssen runter.“ Quelle: dpa

Vor den Verhandlungen mit der Gewerkschaft Verdi bekräftigt Kaufhof-Chef Roland Neuwald Forderungen nach Einschnitten bei den Gehältern der rund 21.000 Beschäftigten des Warenhauskonzerns.

„Natürlich ist es schwer für die Mitarbeiter, wenn es zu finanziellen Einbußen kommt“, sagte Kaufhof-Chef Roland Neuwald der WirtschaftsWoche. „Aber die wirtschaftliche Lage lässt uns keine andere Wahl: die Personalkosten müssen runter.“ Das Kölner Unternehmen kämpft mit Umsatzrückgängen und roten Zahlen.

Neuwald sieht „ein Ertragssteigerungs- und Sparpotenzial von insgesamt mehreren Hundert Millionen Euro in den kommenden Jahren“. Bei den am Freitag in Frankfurt beginnenden Gesprächen mit den Arbeitnehmern „geht es jetzt darum zu klären, mit welchen Maßnahmen das Ziel erreicht werden kann“, so Neuwald.

Das Management setzt dabei auf ein Sanierungsprogramm namens Turn2Win, das neben Einsparungen unter anderem darauf abzielt, das Online-Geschäft zu stärken und die Zusammenarbeit mit externen Partnern wie der Kosmetikkette Sephora oder dem Modelabel Topshop auszubauen. „Wir sind in Gesprächen mit weiteren externen Partnern“, so Neuwald. „Die Häuser werden dadurch attraktiver. Solche Kooperationen sind für die Mitarbeiter keine Gefahr.“

Die Arbeitnehmervertreter hatten kritisiert, die bisher vorgeschlagenen Maßnahmen würden zu einseitig darauf abzielen, die Personalkosten zu reduzieren. Stattdessen sollten mehr Möglichkeiten genutzt werden, den Umsatz zu steigern. Potenzial sehen sie etwa beim Online-Shop von Kaufhof, dessen Sortiment stark erweitert werden könnte. Sogar der Aufbau eines TV-Shoppingsenders sei denkbar, heißt es in einer Bestandsaufnahme für die Tarifkommission von Verdi, die der WirtschaftsWoche vorliegt. Falls das nicht reicht, könnten die Mitarbeiter auf Gehalt verzichten. Ihr Beitrag zur Sanierung müsse jedoch im Erfolgsfall teilweise zurückfließen. Die Mitarbeiter sollten „nicht spenden sondern investieren“, heißt es in dem Papier.

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