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Kirchenverlag Weltbild kündigt bis 2014 weitere Verluste an

Weltbild will sein Geld künftig vor allem im Internet verdienen. Wegen des Umbaus wird das Verlags- und Buchhandelshaus noch länger rote Zahlen schreiben. Die Gewerkschaft befürchtet Personalabbau.

Preiswerte E-Reader auf dem Vormarsch
TolinoNina Hugendubel (Geschäftsführende Gesellschafterin Buchhandlung H. Hugendubel GmbH & Co. KG) posiert mit dem eReader tolino. Die führenden deutschen Buchhändler Thalia, Weltbild, Hugendubel sowie Club Bertelsmann bündeln künftig ihre Kompetenzen im Hinblick auf das digitale Lesen. Die Partner setzen dabei auf die neue Marke tolino. Das neue Gerät verfügt über einen sechs Zoll großen Bildschirm und wiegt 183 Gramm. Der Akku läuft angeblich bis zu sieben Wochen. Die integrierte Beleuchtung ist stufenlos regelbar. Der eReader ist mit einem Zwei- und einem Vier-Gigabyte-Speicher erhältlich. Der Cloud-Speicher verfügt über 25 GB, wobei Einzeldateien in einer Größe von 500 MB geladen werden können. Das gerät läuft mit dem Google-Betriebssystem Android. Quelle: dpa
Drei Frauen lesen auf dem E-Reader 'txtr Quelle: Presse
Amazon gehört bei den elektronischen Lesegeräten zu den Vorreitern. Der US-Konzern bietet in Deutschland mittlerweile eine ganze Palette an. Die billigste Version ist ein Kindle für 80 Euro. Das Gerät ist sechs Zoll groß und greift per WLAN auf die Amazon-Website zu. Doch der US-Riese hat noch mehr im Angebot. Quelle: dpa
Kindle Fire Quelle: REUTERS
Die Buchhandelskette Thalia bietet das Cybook Odyssey vom französischen Hersteller Bookeen für 120 Euro an. Das Gerät hat einen Touchscreen und einen WLAN-Anschluss, über den Nutzer direkt zum vorinstallierten Online-Shop des Unternehmens gelangen. Weitere Geräte sollen zum Weihnachtsgeschäft herauskommen. Quelle: Presse
eBook Reader 4 Quelle: Presse
Auch Sony vertreibt in Deutschland Lesegeräte - etwa dieses Modell mit WLAN. Quelle: Presse

Die von der katholischen Kirche getragene Verlagsgruppe Weltbild hat weitere Verluste bis Ende 2014 angekündigt. Erst „ab dem übernächsten Jahr werden wieder dauerhaft positive Ergebnisse erwartet“, teilte Unternehmenssprecherin Eva Großkinsky am Donnerstag nach einer Betriebsversammlung in Augsburg mit. Grund für die roten Zahlen sei der Umbau des Buchhandelshauses, das sich künftig auf das Onlinegeschäft konzentrieren soll. Nach Gewerkschaftsangaben ist auch ein Personalabbau geplant. Die Weltbild- Gruppe, von der sich die Kirche wegen Erotik- und Esoterikangeboten trennen will, hat 6800 Beschäftigte, darunter 2300 in Augsburg.
Der Konzernumbau führe „in diesem und im nächsten Jahr zu vorübergehenden, geplanten Verlusten“, sagte die Weltbild- Sprecherin. Die Filialen würden auf eine ergänzende Funktion für das Onlinegeschäft ausgerichtet.
Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi könnte der Umbau des Unternehmens mehreren hundert Beschäftigten den Job kosten. Von der Geschäftsführung war keine konkrete Zahl zu einem möglichen Personalabbau zu erfahren. Arbeitsplätze würden „in einzelnen Bereichen abgebaut und in anderen Bereichen aufgebaut“, sagte Großkinsky.

Die größten Publikumsverlage der Welt

Verdi warf der Geschäftsführung vor, sich auch vor den Mitarbeitern nur „nebulös“ geäußert zu haben. „Konkrete Zahlen waren auch auf mehrfache Nachfrage nicht zu erfahren.“ Die Gewerkschaft forderte die Kirche auf, sich ihrer Verantwortung zu stellen und den Umbau „ohne Personalopfer“ zu bewältigen. Betriebsratsvorsitzender Peter Fitz forderte: „Weltbild muss den Umbau ohne betriebsbedingte Kündigungen schaffen.“
Gesellschafter des Verlagshauses sind zwölf Bistümer, der Verband der Diözesen Deutschlands und die Soldatenseelsorge Berlin. Zusammen mit der Familie Hugendubel betreibt Weltbild auch zahlreiche Buchläden. Im Geschäftsjahr 2011/12 erzielte Weltbild einen Umsatz von knapp 1,6 Milliarden Euro.
Für Schlagzeilen hatten in der Vergangenheit die Erotik- und Esoterikangebote von Weltbild gesorgt. Deswegen will sich die katholische Kirche von dem Unternehmen trennen, der Betrieb sollte eigentlich in eine Stiftung überführt werden. Dies ist bisher nicht geschehen. Bei der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz nächste Woche in Fulda steht Weltbild wieder auf der Tagesordnung.

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