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Koch gegen Kellerhals Streit ist geil

Der Dauer-Clinch zwischen dem Düsseldorfer Handelskonzern Metro und dem Milliardär Erich Kellerhals geht in die nächste Etappe. Ein Schiedsgericht soll am Mittwoch über den Machtkampf bei Europas größtem Elektronikhändler MediaSaturn befinden.

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Metro-Chef Olaf Koch. Im Machtkampf mit MediaMarkt-Gründer Erich Kellerhals stehen diese Woche die Urteile des Schiedsgerichts und des Oberlandesgerichts München an. Quelle: dpa

Don Camillo und Peppone, Tom und Jerry, van Helsing und Dracula - wer derzeit die Lage bei Europas größtem Elektronikhändler MediaSaturn beobachtet, vermisst zwei Namen auf der Liste der ewigen Gegner: Koch und Kellerhals. Denn mittlerweile taugt der Streit zwischen dem Vorstandschef des Düsseldorfer Handelskonzerns Metro Olaf Koch und Media-Markt-Mitgründer Erich Kellerhals fast schon zum leinwandtauglichen Spektakel. Seit Monaten schon fetzen sich die Kontrahenten. Es geht um eine einfache Frage: Wer hat die Macht bei Europas größtem Elektronikhändler MediaSaturn? Eine Antwort sollen in dieser Woche gleich zwei Gerichte geben. Am Mittwoch wird die Entscheidung eines Schiedsgerichts in der Sache erwartet, am Donnerstag folgt ein Beschluss des Oberlandesgerichts München. 

Worum sich Metro und Kellerhals streiten

Der Kern des Konflikts: Die Düsseldorfer gebieten über gut 75 Prozent der Media-Saturn-Anteile. Doch gegen den Widerstand von Kellerhals können sie keine einzige Filiale eröffnen, da sich Kellerhals beim Verkauf an Metro umfangreiche Minderheitsrechte garantieren ließ. Um die Vetomacht des Gründers zu brechen, hatte der damalige Metro-Chef Eckard Cordes im März 2011 einen Beirat eingerichtet. In dem Gremium soll nach Auffassung des Konzerns mit einfacher Mehrheit über die Geschäftspolitik von Media-Saturn entschieden werden, die Sperrminorität wäre dahin. Doch Kellerhals sperrt sich gegen die Konstruktion und sieht sein „Lebenswerk in Gefahr“.  Seither befehden sich die Kontrahenten.

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    Kein Wunder: Für beide Seiten steht viel auf dem Spiel. Sollte sich Metro nicht durchsetzen, kann Deutschlands größter Handelskonzern die Elektronikkette mit der einst forschen Werbung ("Geiz ist geil"), die pro Jahr rund 20 Milliarden Euro umsetzt, wohl nicht mehr komplett in die Bilanz nehmen - mit Konsequenzen auf die Finanzkennzahlen und das Rating des ohnehin angezählten Handelsriesen. Metro kämpft derzeit um einen Verbleib im Leitindex Dax. Sinkt jetzt der Kurs, könnte dies das Dax-Aus besiegeln.  

    Auf die Bilanz-Gefahren weisen nicht nur Analysten hin, sondern auch Metros Gegenpart Kellerhals auf einer eigens eingerichteten privaten Homepage.  Media-Saturn habe sich „von einer Vertrauenskultur“ in „eine Misstrauenskultur verwandelt“, kann man dort lesen. Kellerhals gibt sich kämpferisch: Es würden in Zukunft wohl noch viele Verfahren die Gerichte beschäftigen.


    MediaMarkt-Gründer Erich Kellerhals kämpft gegen Metro um sein Vetorecht bei der Elektrohandelskette. Quelle: dpa

    Dass sich der Streit nach dem Urteilssprüchen am Mittwoch und Donnerstag erledigt hat, ist damit wohl ähnlich wahrscheinlich wie üppiges Wirtschaftswachstum in Griechenland.  Je nach Ausgang könnte die nächste Verhandlung dann vor dem Bundesgerichtshof stattfinden. „Die Wettbewerber werden sich freuen“, merkt Kellerhals bereits in seinen Internetaufzeichnungen an.

    Tatsächlich schlagen die Grabenkämpfe zwischen den Eigentümern längst auf die Geschäfte durch. Mitte Mai etwa wurde der Metro-Manger Georg Mehring-Schlegel „mit sofortiger Wirkung“ zum Finanzchef von Europas größter Elektronikhandelskette berufen - vier Wochen später war er wieder weg. „Auf einen kommissarischen CFO, der nicht mit der Unternehmenskultur zusammenpasst und damit auch nicht für das Unternehmen förderlich ist, wird verzichtet“, heißt es dazu auf Kellerhals‘ Homepage. Zuvor hatte der Media-Markt-Veteran den Kauf zweier Online-Händler blockiert. Auch eine Entscheidung über die weitere Expansion in China muss bald getroffen werden und der Vertrag von Firmenchef Horst Norberg steht zur Verlängerung an. Während Koch Norberg als „Glücksfall“ für das Unternehmen sieht, glaubt Kellerhals „der geht bald in Rente“, gleichwohl sei eine Vertragsverlängerung möglich.

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      Auf Metro-Seite ist der Ton zwar ruhiger geworden, seit Olaf Koch das Amt von Cordes übernommen hat. Doch in der Sache geht der Konflikt weiter, zumal die Düsseldorfer kaum Chancen haben, die Waffen zu strecken ohne sich selbst juristischen Angriffen ihrer Aktionäre auszusetzen.

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      Wie also lässt sich der Streit noch beilegen? „Die Zeit ist reif“, schreibt Kellerhals, „der Gesellschafter Metro sollte die Trennung von seiner Beteiligung beschließen. Es wird sicher eine Lösung gefunden“. Davon hält Koch offiziell zwar wenig. Doch auch in der Vergangenheit wurde intern wie extern bereits mehrfach über einen Börsengang der Sparte diskutiert. Sollten sich die Finanzmärkte aufhellen, könnte der Verkauf zu einer Option werden.

      Doch auch hier stellt sich die Frage nach den Veto-Rechten von Kellerhals. Mit dem klassischen Aktienrecht wären die kaum kompatibel. Andere Konzernkonstruktionen, wie sie etwa beim Pharmahersteller Merck zu besichtigen sind, oder aber ein Listing von Vorzugsaktien ohne Stimmrecht sind komplex und kaum geeignet externe Investoren anzulocken. Womöglich nimmt sich Kellerhals dereinst ja auch den Best-Buy-Gründer Richard Schulz zum Vorbild. Dem gehören derzeit noch 20 Prozent am amerikanischen Media-Markt-Pendant. Jüngst unterbreitete er den Aktionären ein Angebot zur Übernahme der Aktien.   

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