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Koch gegen Kellerhals Streit ist geil

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MediaMarkt-Gründer Erich Kellerhals kämpft gegen Metro um sein Vetorecht bei der Elektrohandelskette. Quelle: dpa

Dass sich der Streit nach dem Urteilssprüchen am Mittwoch und Donnerstag erledigt hat, ist damit wohl ähnlich wahrscheinlich wie üppiges Wirtschaftswachstum in Griechenland.  Je nach Ausgang könnte die nächste Verhandlung dann vor dem Bundesgerichtshof stattfinden. „Die Wettbewerber werden sich freuen“, merkt Kellerhals bereits in seinen Internetaufzeichnungen an.

Tatsächlich schlagen die Grabenkämpfe zwischen den Eigentümern längst auf die Geschäfte durch. Mitte Mai etwa wurde der Metro-Manger Georg Mehring-Schlegel „mit sofortiger Wirkung“ zum Finanzchef von Europas größter Elektronikhandelskette berufen - vier Wochen später war er wieder weg. „Auf einen kommissarischen CFO, der nicht mit der Unternehmenskultur zusammenpasst und damit auch nicht für das Unternehmen förderlich ist, wird verzichtet“, heißt es dazu auf Kellerhals‘ Homepage. Zuvor hatte der Media-Markt-Veteran den Kauf zweier Online-Händler blockiert. Auch eine Entscheidung über die weitere Expansion in China muss bald getroffen werden und der Vertrag von Firmenchef Horst Norberg steht zur Verlängerung an. Während Koch Norberg als „Glücksfall“ für das Unternehmen sieht, glaubt Kellerhals „der geht bald in Rente“, gleichwohl sei eine Vertragsverlängerung möglich.

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    Auf Metro-Seite ist der Ton zwar ruhiger geworden, seit Olaf Koch das Amt von Cordes übernommen hat. Doch in der Sache geht der Konflikt weiter, zumal die Düsseldorfer kaum Chancen haben, die Waffen zu strecken ohne sich selbst juristischen Angriffen ihrer Aktionäre auszusetzen.

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    Wie also lässt sich der Streit noch beilegen? „Die Zeit ist reif“, schreibt Kellerhals, „der Gesellschafter Metro sollte die Trennung von seiner Beteiligung beschließen. Es wird sicher eine Lösung gefunden“. Davon hält Koch offiziell zwar wenig. Doch auch in der Vergangenheit wurde intern wie extern bereits mehrfach über einen Börsengang der Sparte diskutiert. Sollten sich die Finanzmärkte aufhellen, könnte der Verkauf zu einer Option werden.

    Doch auch hier stellt sich die Frage nach den Veto-Rechten von Kellerhals. Mit dem klassischen Aktienrecht wären die kaum kompatibel. Andere Konzernkonstruktionen, wie sie etwa beim Pharmahersteller Merck zu besichtigen sind, oder aber ein Listing von Vorzugsaktien ohne Stimmrecht sind komplex und kaum geeignet externe Investoren anzulocken. Womöglich nimmt sich Kellerhals dereinst ja auch den Best-Buy-Gründer Richard Schulz zum Vorbild. Dem gehören derzeit noch 20 Prozent am amerikanischen Media-Markt-Pendant. Jüngst unterbreitete er den Aktionären ein Angebot zur Übernahme der Aktien.   

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