Konsumgüterkonzern: Preiserhöhungen treiben Unilever-Umsatz – Aktie steigt
Für das Gesamtjahr stellt das Management ein bereinigtes Umsatzwachstum von mehr als fünf Prozent in Aussicht.
Foto: BloombergDer britische Konsumgüterkonzern Unilever hat dank Preiserhöhungen im abgelaufenen Quartal besser abgeschnitten als erwartet und damit seinen Aktienkurs angeschoben. „Mein frühes Eintauchen in das Geschäft hat meinen Glauben an die starken Fundamentaldaten von Unilever bestätigt“, sagte der neue Konzernchef Hein Schumacher am Dienstag.
Er hatte Anfang des Monats den Posten von Alan Jope übernommen. Sein Vorgänger hatte im September nach mehr als 35 Jahren bei Unilever seinen Rücktritt angekündigt, nachdem der Konzern Anfang 2022 mit dem Versuch gescheitert war, das Consumer-Healthcare-Geschäft von Glaxo-Smithkline zu kaufen.
Der bereinigte Umsatz von Unilever wuchs im zweiten Quartal um 7,9 Prozent auf 15,7 Milliarden Euro. Vom Konzern befragte Analysten hatten mit einem Anstieg um 6,4 Prozent gerechnet. „Was der Markt heute positiv aufnimmt, ist die Tatsache, dass es keinen starken Rückgang des Volumens gegeben hat, obwohl die Preise durchgedrückt wurden“, sagte Fondsmanager Richard Saldanha vom Unilever-Investor Aviva.
Zugleich zeigte sich der Vorstand zuversichtlich, dass der Preisanstieg allmählich abnimmt: „Wir haben den Höhepunkt der Inflation hinter uns, aber es wird weiterhin ein hohes Preiswachstum in unseren Zahlen geben“, sagte Finanzchef Graeme Pitkethly. Das Volumenwachstum sei nach wie vor recht volatil und unsicher, aber man tendiere in die richtige Richtung.
Für das Gesamtjahr stellte das Management ein bereinigtes Umsatzwachstum von mehr als fünf Prozent in Aussicht, was über der mehrjährigen Spanne des Unternehmens liege. Dabei dürften sich die Preiserhöhungen in der zweiten Jahreshälfte weiter abschwächen. An der Londoner Börse notierten die Unilever-Aktien mit knapp fünf Prozent im Plus.
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