Konzern braucht mehr Zeit Karstadt verschiebt Aufsichtsratssitzung

Die Karstadt-Mitarbeiter müssen noch länger auf Klarheit warten: Der Aufsichtsrat des Warenhauskonzerns wird nun erst im August über seine Sanierung beraten. Man brauche mehr Zeit für Beratungen, hieß es.

Karstadt wird die Aufsichtsratssitzung nun erst im August abhalten. Quelle: dpa

Die Mitarbeiter des angeschlagenen Warenhauskonzerns Karstadt müssen sich weiter in Geduld üben. Beschlüsse über die Sanierung und über mögliche Standortschließungen wird der Aufsichtsrat frühestens am 21. August fassen. Dann erst wird das Kontrollgremium zusammenkommen - statt wie ursprünglich geplant in der kommenden Woche. Dies teilten Finanzchef Miguel Müllenbach und Arbeitsdirektor Kai-Uwe Weitz der Belegschaft in einem Brief mit.

"Uns ist es sehr wichtig, für eine fundierte und verlässliche Konzepterstellung und Planung ausreichend Zeit zu finden", erklärten die beiden Manager, die den Kaufhof-Konkurrenten seit dem abrupten Weggang von Vorstandschefin Eva-Lotta Sjöstedt leiten.

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"Weil wir uns unserer Verantwortung Ihnen gegenüber sehr bewusst sind, müssen wir uns die Zeit nehmen, die wir für eine solide Strategie und belastbare Aussagen brauchen", heißt es in dem Brief. Sie gingen davon aus, dass Karstadt mit den erforderlichen Schritten eine Zukunftschance habe.

"Es geht um Arbeitsplätze"

Gesamtbetriebsratschef Hellmut Patzelt, der auch stellvertretender Aufsichtsratschef ist, begrüßte die Verschiebung der Sitzung. Es müssten detaillierte Zahlen, Informationen und Pläne auf den Tisch, um über die Zukunft von Karstadt und seiner Mitarbeiter überhaupt vernünftig beraten zu können, sagte er am Freitag. "Ich brauche Planungssicherheit."

Er wolle Klarheit darüber, was hinter den Sanierungsplänen stecke. "Es geht um Arbeitsplätze. Das ist ein ernstes Thema. Da ist es mir lieber, ich habe eine fundierte Grundlage", sagte Patzelt, der mit der Geschäftsführung über eine Standort- und Beschäftigungssicherung verhandeln will.

"Wir erwarten, dass der Eigentümer und die Geschäftsleitung diese Sitzungsverschiebung dazu nutzen, um die schon längst fällige Klarheit über den künftigen Kurs des Unternehmens herzustellen, das heißt ein tragfähiges Zukunftskonzept vorzulegen", erklärte Stefanie Nutzenberger, Bundesvorstandsmitglied der Gewerkschaft Verdi. "Dazu gehört, dass Investitionen erfolgen."

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