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Konzern-Umbau geplant Ikea will sich verändern

Ikea plant Konzern-Umbau Quelle: imago images

Der Möbelriese Ikea wächst in reifen Märkten wie Deutschland nur noch langsam. Seit Jahren legt dafür aber das Online-Geschäft kräftig zu. Die Manager des Ikea-Imperiums sehen die Zeit für einen Wandel gekommen.

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Weil er mit den gewohnten Möbelhäusern kaum noch wachsen kann, baut der Ikea-Mutterkonzern Ingka um. Neben dem Ausbau der Online- und Service-Angebote sollen neue innerstädtische Einrichtungshausformate aufgebaut werden, wie das Unternehmen ankündigte. Die Schweden wollen bis Ende 2020 global bis zu 11.500 neue Arbeitsplätze schaffen. Im Gegenzug könnten 7500 der 160.000 bestehenden Jobs bei Ikea wegfallen, vor allem in den globalen Funktionen und in den 30 Landeszentralen. Unter dem Strich würden so rund 4000 neue Jobs hinzukommen.

„Wir stellen fest, dass die Einzelhandelslandschaft sich in einem nie da gewesenen Ausmaß und Tempo verändert“, erklärte Ingka-Chef Jesper Brodin in einer Mitteilung. Das Möbelhaus auf der grünen Wiese wird damit trotz konstanter Besucherzahlen offenbar zum Auslaufmodell.

Seit Jahren wächst bei Ikea Deutschland der Online-Umsatz schneller als der im stationären Handel. Kunden sollen auch über kleinere Service- und Bestellcenter erreicht werden. „In den kommenden drei Jahren werden wir durch neue Einrichtungshausformate, innerstädtische Präsenzen und ein optimiertes digitales Angebot für unsere Kunden noch zugänglicher und das Einkaufen noch bequemer“, erklärte der Ikea-Privatkunden-Manager Tolga Öncü.

Trotz eines nur noch verhaltenen Wachstums meldete der Möbelhändler Ende Oktober, dass er auf seinem größten europäischen Einzelmarkt Deutschland erstmals mehr als fünf Milliarden Euro umgesetzt hat. Die Erlöse stiegen im Geschäftsjahr 2018 (30. August) um 2,8 Prozent auf 5,003 Milliarden Euro. Weltweit hatte der Möbelriese um 4,7 Prozent zugelegt.

Erneut wuchs in Deutschland der Online-Umsatz mit einem Plus von 12,8 Prozent schneller als der stationäre Handel. Allerdings macht der Online-Anteil bislang nur 371 Millionen Euro oder 7,4 Prozent des Gesamtvolumens aus. Die Zahl der Website-Besucher stieg um 9,0 Prozent auf 286,3 Millionen.

Die jährliche Besucherzahl in den unverändert 53 Möbelhäusern blieb mit rund 100 Millionen Menschen nahezu gleich. Pro Einkauf gaben die Kunden im Schnitt 94,40 Euro aus und damit 2,6 Prozent mehr als 2017, eine Steigerung knapp über der allgemeinen Inflation. Die Lebensmittel-Sparte mit den Restaurants wuchs um 4,0 Prozent auf 239,5 Millionen Euro.

Zehn Fakten über das schwedische Möbelhaus
Ingvar Kamprad Quelle: REUTERS
Das Foto aus dem Jahr 1974 zeigt das erste in Deutschland eröffnete Ikea-Möbelhaus in Eching bei München Quelle: dpa
Ikea Köttbullar Quelle: dpa
Wie Ikea zu seinem Namen kam Quelle: dpa
Der Ikea-Katalog ist beliebter als die Bibel
Das Bücherregal „Billy“ ist einer der Ikea-Verkaufsschlager schlechthin Quelle: dpa
Ikeas "Klippan" ist nicht nur ein Sofa für die Studentenbude, sondern auch ein kleines Kaff in der schwedischen Provinz. Quelle: dpa

Die Einrichtungshäuser blieben ein wichtiger Erfolgsfaktor, der auch in Zeiten des Online-Handels eine entscheidende Rolle beim Möbelkauf spiele, erklärte Ikea-Deutschland-Chef Dennis Balslev bei der Bilanzvorstellung Ende Oktober. Gestiegen sei die Nachfrage nach Serviceleistungen vor allem bei Küchenaufmaß und -Montage um jeweils 21 Prozent. Obwohl die meisten Menschen ihre Ikea-Möbel immer noch selbst zusammenschrauben, stieg auch hier die Nachfrage nach Möbel-Montage um 4,0 Prozent. Die Lieferpreise für Pakete wurde im Mai abgesenkt und die Lieferfristen per Spedition beschleunigt.

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