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Kundenansturm vor Weihnachten Weshalb Sie Lebensmittel fürs Fest besser vor dem 19. Dezember kaufen sollten

Eine lange Schlange bildet sich vor einem Supermarkt in Berlin. Quelle: dpa

Alle Jahre wieder wird es vor Weihnachten voll in Deutschlands Supermärkten. Dieses Jahr könnte der Ansturm sogar noch größer ausfallen – und das nicht nur wegen der neuen Corona-Auflagen für den Handel.

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In den Tagen vor Weihnachten herrscht jedes Jahr Hochbetrieb im Lebensmittelhandel. Verbraucher decken sich für die für Feiertage mit Brot, Butter und Gemüse ein, kaufen Fleisch und Zutaten für ihre Festtagsmenüs. An den Kassen von Edeka, Aldi, Lidl, Kaufland oder Rewe bilden sich dann vor allem am Freitag und Samstag vor Heiligabend, den Haupteinkaufstagen, teils lange Warteschlangen.

Dieses Jahr könnte der Ansturm sogar noch größer ausfallen. Denn zum einen verschärfen die Corona-Folgen und -Beschränkungen die Lage. Zum anderen sorgt schlicht der Kalendereffekt für zusätzlichen Bedarf. So liegt der 24. Dezember 2020 an einem Donnerstag. An diesem Tag sind die Geschäfte normalerweise nur bis 14 Uhr geöffnet. Die darauf folgenden Weihnachtsfeiertage, an denen Supermärkte und Discounter generell geschlossen sind, fallen auf Freitag und Samstag. Am darauf folgenden Sonntag sind die Läden ebenfalls zu.

Damit müssen sich die Konsumenten insgesamt für mindestens dreieinhalb Tage mit Lebensmitteln bevorraten. Zum Vergleich: 2019 fiel Heiligabend auf einen Dienstag und es waren insgesamt nur zweieinhalb Tage zu überbücken.

Hinzu kommen zusätzliche Effekte wie die Beschränkungen in der Gastronomie. Für viele Familien gehört der Restaurantbesuch an den Feiertagen zum klassischen Weihnachtsritual. In diesem Jahr werden Viele darauf verzichten müssen. Die Gastronomie soll bis mindestes 20. Dezember geschlossen bleiben. Selbst wenn dann die Bewirtung wieder erlaubt werden sollte, ist fraglich, ob sich die kurzfristige Öffnung für die Gastronomen lohnt. Zudem dürften auch viele Gäste einen Besuch im Restaurant vermeiden wollen. Die Folge: Mahlzeiten müssen bestellt, oder aber zusätzlich selbst zubereitet werden und könnten im Lebensmittelhandel so ebenfalls für eine höhere Nachfrage als üblich sorgen. Ähnliches gilt mit Blick auf den Tourismus. Die meisten Reisen ins Ausland fallen aus. Schon im Sommer hatte das zu einem höheren Einkaufsvolumen im Inland beigetragen und könnte sich in den Vorweihnachtstagen nun ebenfalls auswirken.

„Staus vor den Eingängen“


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Die erhöhte Nachfrage der Konsumenten trifft gleichzeitig auf neue Einschränkungen durch die von Bund und Ländern beschlossene Verschärfung des Teil-Lockdowns in der Coronakrise. In Geschäften mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern soll sich künftig höchstens eine Person je zehn Quadratmeter Verkaufsfläche aufhalten. Bei Geschäften, die größer sind, darf auf die zusätzliche Fläche dann höchstens eine Person pro 20 Quadratmeter Verkaufsfläche kommen.
Der Handelsverband HDE findet dieses abgestufte Konzept unsinnig. Es gebe keinen sachlichen Grund, unterschiedliche Regeln für Verkaufsflächen über und unter 800 Quadratmetern zu erlassen, sagte Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Hygienekonzepte hätten sich sowohl in kleinen wie auch in größeren Räumen bewährt. „Die neue Regelung könnte auch kontraproduktiv sein, wenn sich Warteschlangen vor den Geschäften und in den Innenstädten bilden.“ Auch der Immobilienverband ZIA warnt je nach Geschäftsgröße vor möglichen „Staus vor den Eingängen“. Zu den Stoßzeiten "sowie auch im Weihnachtsgeschäft ist möglicherweise nicht auszuschließen, dass Kunden zeitweise auf den Zutritt zur Filiale warten müssen", heißt es bei Aldi Süd dazu. 

Spätestens am Samstag vor Weihnachten, wenn die Haupteinkaufszeit für die Feiertage beginnt, könnte es vor den Eingängen von Supermärkten und Discountern zu längeren Wartezeiten kommen. "Analog zur Osterzeit bitten wir die Kunden daher darum, ihre Weihnachtseinkäufe möglichst entzerrt zu tätigen", sagt eine Sprecherin von Aldi Süd. "Wir hoffen, dass die Kunden dies in ihrem Einkaufsverhalten berücksichtigen." 

Um den größten Ansturm zu meiden, empfehlen Experten Verbrauchern, sich möglichst schon vor dem 19. Dezember mit Lebensmitteln einzudecken, bei Onlinelieferdiensten zu bestellen und für den Kauf frischer Produkte eventuell auch auf Alternativen wie zum Beispiel Wochenmärkte, Metzgereien und Fachgeschäfte ausweichen.

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