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Landwirtschaft Dürre trifft Bauern – Deutliche Einbußen bei Getreideernte

Für Bauernpräsident Rukwied manifestiert sich der Klimawandel mehr und mehr. Produkte wie Braugerste werden wegen der Coronakrise deutlich billiger.

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Besonders die bis in den Juni hinein währende Trockenheit hat den Landwirten zu schaffen gemacht. Quelle: dpa

Die deutschen Bauern klagen wegen Dürre und anderen Wetterextremen das dritte Jahr in Folge über Ernteeinbußen. Die Getreideernte bleibe 2020 mit voraussichtlich 42,4 Millionen Tonnen um knapp fünf Prozent hinter dem Durchschnitt der fünf Vorjahre zurück, wie der Deutsche Bauernverband am Dienstag in Berlin mitteilte.

„2020 war vielerorts das dritte durch Wetterextreme geprägte Jahr, was einige Betriebe in ihrer Existenz gefährdet“, sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied. Besonders die Mitte März begonnene und in manchen Regionen bis in den Juni hinein währende Trockenheit habe den Landwirten zu schaffen gemacht. „Der Klimawandel manifestiert sich“, sagte Rukwied. „Wir haben nicht mehr die Stabilität der Ernteerträge, wie wir vor zehn, 15 Jahren noch hatten.“

Die Bauern rufen deshalb nach dem Staat. Durch eine steuerliche Förderung sowie Anschubkapital für den Aufbau einer Versicherung könne geholfen werden, dass sich Bauern individuell und freiwillig gegen Risiken durch den Klimawandel absichern könnten.

„Wir brauchen den Aufbau einer Mehrgefahren-Versicherung“, sagte Rukwied. „Das kann die Landwirtschaft allein nicht stemmen.“ Daher müssten Bund und Länder in den ersten Jahren mit einer Anschubfinanzierung helfen. Auch bei der Zucht widerstandsfähigerer Pflanzen sei politische Unterstützung notwendig.

Auch die Versicherer sind für mehr staatliche Hilfe für die Landwirte. Bislang seien erst etwa 0,02 Prozent der landwirtschaftlichen Anbaufläche in Deutschland gegen Dürre versichert, rechnete der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) vor.

Keine Preiserhöhung trotz geringer Ernte

Trockenheit könne zudem mehrere Regionen gleichzeitig treffen und somit zu hohen Schäden führen. „Um Dürreschäden abdecken zu können, sind die Prämien und Selbstbehalte für den Versicherungsschutz entsprechend hoch und für Landwirte preislich kaum erschwinglich“, sagte Jörg Asmussen, Mitglied der GDV-Geschäftsführung. Der Verband hält daher eine Förderung wie in anderen EU-Staaten für nötig, wo die Prämien mit bis zu 70 Prozent bezuschusst würden.

Zu Preiserhöhungen hat die geringere Ernte dem Bauernverband zufolge nicht geführt, da die Versorgungslage weltweit gut sei. „Die Preise sind nach wie vor unter Druck“, sagte der Bauernpräsident.

So müssten für eine Tonne Weizen nur etwa 160 Euro gezahlt werden. Bei Braugerste sehe es wegen der Coronakrise deutlich schlechter aus als im vergangenen Jahr, weil der Bierkonsum unter der Schließung von Kneipen und Hotels gelitten habe. Daher lägen die Erzeugerpreise für Braugerste mit aktuell 163 Euro pro Tonne um rund 20 Euro unter dem Vorjahresniveau.

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