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Landwirtschaft Niedersächsischer Saatgutkonzern KWS Saat mit enttäuschendem Geschäftsjahr

KWS Saat tritt auf der Stelle, Umsatz und Gewinn stagnieren. Maissaatgut, Zukäufe und eine Änderung der Rechtsform sollen Besserung bringen.

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Vor allem das Geschäft mit Maissaatgut lief für KWS Saat enttäuschend. Quelle: dpa

Frankfurt Negative Währungseffekte und ein schwaches Geschäft mit Maissaatgut haben KWS Saat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/18 gebremst. Der operative Gewinn lag mit 132,6 Millionen Euro nur eine Million Euro über dem Vorjahresniveau, wie der Saatguthersteller am Mittwoch mitteilte.

Belastend wirkten sich auch höhere Aufwendungen von 40 Millionen Euro aus. So legten die Verwaltungskosten wegen einer Neuausrichtung der Unternehmensorganisation um ein Fünftel zu und auch für Forschung und Entwicklung gab KWS mehr aus. Der Jahresüberschuss stieg unterdessen dank einer deutlich geringeren Steuerbelastung um zwei Prozent auf knapp 100 Millionen Euro. Die Aktionäre sollen eine unverändert Dividende von 3,20 Euro erhalten.

Das Unternehmen aus dem niedersächsischen Einbeck ist der weltweit viertgrößte Saatguthersteller. Fast 55 Prozent halten die beiden Großaktionäre, die Gründerfamilie Büchting sowie der Unternehmer Arend Oetker. Im abgelaufenen Jahr stagnierte der Umsatz von KWS bei 1,068 Milliarden Euro, währungsbereinigt hätte ein Plus von 3,5 Prozent zu Buche gestanden.

Während der Konzern sein Zuckerrüben- und Getreidesaatgutgeschäft ausweiten konnte, musste KWS bei Maissaatgut vor allem wegen eines schwächeren Geschäfts in Nord- und Südamerika Einbußen verdauen.

Vorstandschef Hagen Duenbostel geht aber davon aus, dass sich das Maissaatgutgeschäft wieder verbessert. Er stellte deshalb für das laufende Geschäftsjahr einen leichten Umsatzanstieg in Aussicht. Die operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) dürfte auf zehn bis zwölf von 12,4 Prozent sinken, da die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten deutlich ausgebaut werden sollen und KWS mit einem rückläufigen Zuckerrübensaatgutgeschäft in der EU rechnet.

Nachdem der Konzern im Rennen um das Gemüsesaatgutgeschäft von Bayer, das an den Chemiekonzern BASF verkauft wurde, leer ausging, schaut sich KWS nun weiter in dem Markt um, wie Duenbostel auf der Bilanzpressekonferenz sagte. „Wir haben uns davon noch nicht verabschiedet, das ist einer der wenigen Saatgutmärkte, der noch deutlich wächst.“

KWS hatte kürzlich angekündigt, seine Rechtsform von einer SE in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien zu ändern. Davon erhofft sich das Management am Kapitalmarkt bessere Finanzierungsmöglichkeiten auch für größere Zukäufe.

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