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Leighton Hochtief-Tochter unter Korruptionsverdacht

Die australische Tochter des Baukonzerns Hochtief soll jahrelang Korruptionsgelder bezahlt haben. Die Praxis bei Leighton Holdings sei in den höchsten Führungsetagen abgesegnet worden, melden australische Medien am Donnerstag.

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Ein Mitarbeiter der Leighton Holding: Das Unternehmen wird der Korruption beschuldigt. Quelle: AFP

Korruption und verdeckte Zahlungen seien bei Leighton Holdings jahrelang die Norm gewesen, schreibt der australische Medienkonzern Fairfax Media am Donnerstag. Investigative Journalisten der Zeitungsgruppe hätten die Geschäfte des international tätigen Bauunternehmens sechs Monate lang untersucht. Aus hunderten vertraulichen, internen Dokumenten sei ersichtlich geworden, dass Leighton Holdings Korruptionsgelder in Millionenhöhe bezahlt habe, um sich in Ländern wie Irak, Malaysia und Indonesien Großaufträge zu sichern.

Die Führung von Leighton Holdings – auch der langjährige Chef Wal King - habe von der Praxis gewusst, so Fairfax. Die Untersuchung habe eine „Kultur der Belohnung von korruptem Verhalten oder Inkompetenz“ aufgezeigt. Die Unternehmensführung sei so „katastrophal“ gewesen, dass der Fall den Unternehmensstandort Australien „weltweit blamieren“ werde.

Leighton Holdings ist ein in Australien börsennotiertes Bauunternehmen mit einem Marktwert von fast sieben Milliarden australischen Dollar. Die Gruppe und wird zu 56,39 Prozent von Hochtief kontrolliert. Leighton beschäftigt weltweit mehr als 56.000 Angestellte und hat sich in den letzten Jahren zu einem weltweit führenden Bauunternehmen entwickelt. Neben dem Bau großer Infrastrukturprojekte ist Leighton auch stark im Bergbau engagiert.

Wie Fairfax schreibt, seien die Journalisten im Besitz von Dokumenten, die eine Vielfalt von korruptem und illegalem Verhalten zeigten. Eine offenbar am 23. November 2010 vom damaligen Interim-Geschäftsführer David Stuart geschriebene interne Mitteilung lässt vermuten, dass Wal King persönlich eine korrupte Zahlung bewilligt hatte. Der damalige Chef International von Leighton, David Savage und King hätten von einer Zahlung von 42 Millionen australischen Dollar (29 Millionen Euro) an eine Firma in Monaco gewusst, die von irakischen Offiziellen nominiert worden war, meint Fairfax. Im Gegenzug habe Leighton den Auftrag für den Bau einer Ölpipeline im Wert von 750 Millionen australischen Dollar erhalten. „Ich hatte gefragt: Hat Wal King das bewilligt? Und er sagte ja“, zitiert Fairfax die interne Meldung des Geschäftsführers.

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