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Lidl-Konzernchef Gehrig "Der Kunde will sehen, was er einkauft"

Wohin steuern die Discount-Schwergewichte Kaufland und Lidl? Nach Jahren des Erfolgs schwächte sich das Wachstum zuletzt stark ab. Zehn Fragen an den langjährigen Konzernchef Klaus Gehrig.

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Lidl-Manager Klaus Gehrig Quelle: dpa Picture-Alliance

WirtschaftsWoche: Herr Gehrig, "wir waren verschwenderisch unterwegs", haben Sie kürzlich gesagt. Die Gruppe drohe Speck anzusetzen. Welche Diät haben Sie dem Unternehmen verordnet?
Klaus Gehrig: Wenn Erfolg zur Regel wird, wird man mit unter nachlässig und weniger erfolgsorientiert, was dazu führen kann, dass man, wie ich gesagt habe, etwas Speck ansetzt. Und das darf in unserer Branche nicht sein. Wir brauchen keine Diät – wir müssen nur zur unseren alten Tugenden, wie zum Beispiel mit einfachen, systematischen Abläufen zu arbeiten, die die Grundlagen unseres großen Erfolgs sind, an den Orten zurückfinden, wo wir sie offensichtlich vernachlässigt haben. Nach wie vor gilt es, unsere Prozesse stets zu optimieren und effizienter zu gestalten – ohne dabei an Qualität einzubüßen.

Zur Person

Sie spielen damit auch auf das zuletzt immer höherwertigere Ladendesign von Lidl an. Was ist falsch an den schöneren und großzügigeren Filialen, die in den vergangenen Jahren eröffnet wurden?
Grundsätzlich ist daran nichts falsch. Nur ist es nicht unser Stil, so aufzutreten. Wir wollen unseren Kunden beste Qualität zu günstigen Preisen verkaufen und dabei spielt die Fassadenhöhe keine entscheidende Rolle, bestenfalls dass sie Auswirkungen auf die Kalkulation hat.

Hat die Expansion der vergangenen Jahre die Schwarz Gruppe aufgebläht? Lässt sich ein Koloss mit 90 Milliarden Euro Umsatz überhaupt noch steuern?
Wir sind in den letzten Jahren stark gewachsen und sind in neue Märkte vorgedrungen, wie in die USA mit Lidl oder in Australien mit Kaufland. Dies erfordert eine kluge, durchdachte Planung und in der Umsetzung ein großes Engagement aller Beteiligten. Dabei sind wir auf gutem Wege: Die Schwarz Gruppe ist auf Kurs. Wir haben das Steuer fest in der Hand.

Sind Sie mit dem Start in den USA zufrieden?
Wir haben unseren Eintritt in die USA sehr gut vorbereitet und so können wir von einem gelungenen Start in den USA sprechen – wir sind bei den Kunden angekommen. Mit der Eröffnung weiterer Filialen werden wir uns kontinuierlich weiterentwickeln. Ich bin überzeugt, dass wir die von uns gesteckten Ziele erreichen. Dass die USA eine große Herausforderung sind, steht außer Frage. Hier bewährt sich unsere reichhaltige Erfahrung, die wir bei unseren Markteintritten in Europa sammeln konnten.

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