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Limonaden sind (nicht) alles Coca-Colas Geschäft mit dem Zucker

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Die Suche nach der idealen Zuckeralternative

Klöckner gegen Zuckersteuer

Den Trend hat auch Coca-Cola erkannt und obwohl noch die zuckerhaltigen Getränke bei Weitem mehr bringen, wirft der Getränkeriese seinen Blick auf die Förderung und Weiterentwicklung zuckerfreier Alternativen. Zum einen soll mehr in die Werbung für die Light- und Zerogetränke investiert werden. Coca-Cola investiere schon heute überproportional viel in die Werbung für Getränke ohne oder mit weniger Zucker, heißt es vom Unternehmen. Im vergangenen Jahr sei das in Deutschland pro Liter Getränk fast das Doppelte gegenüber den Ausgaben für klassische Limonaden. Pro Liter klingt das natürlich gut. Bedenkt man aber, dass 60 Prozent Zuckerbomben und nur 20 Prozent zuckerarme Getränke verkauft werden, so ist das Budget für die Zuckerlimonaden noch immer erheblich höher.

Zum anderen will Coca-Cola nach eigenen Angaben bis 2020 zunächst den Zucker in seinen Erfrischungsgetränken um 10 Prozent reduzieren. „Wir verändern Rezepte. Wir forschen und entwickeln neue Getränke. Und wir reduzieren Zucker“, sagt Patrick Kammerer, Mitglied der Geschäftsleitung von Coca-Cola Deutschland. „Unser Ziel ist, dass wir bis 2025 die Hälfte unseres Absatzes mit Getränken ganz ohne Zucker oder mit weniger Zucker erzielen.“

Im September 2017 wurde deshalb auch die „Sweet Story Challenge“ ins Leben gerufen, bei der Coca-Cola eine Million US-Dollar für die Erforschung „natürlicher, kalorienarmer oder -freier Zuckeralternativen“ zur Verfügung stellt.

Pro-Kopf-Konsum von Erfrischungsgetränken in Deutschland in den Jahren 2007 bis 2017 (in Liter). Quelle: Statista

„Die Antwort des Konzerns auf die Gesundheitskrise durch zuckergesüßte Getränke lautet also: süßstoffgesüßte Getränke“, schlussfolgern die Verbraucherschützer von Foodwatch kritisch. Für sie ergibt sich aus dieser Strategie nur ein neues Problem, denn auch süßstoffgesüßte Getränke stehe im dringenden Verdacht, Übergewicht und Typ-2-Diabetes fördern zu können.

Warum Coca-Cola derzeit trotz aller Bekenntnisse zu weniger Zucker und Investment in Zuckeralternativen noch immer das Original mit dem roten Etikett mit der vollen Zuckerladung verkauft – darauf hat Kammerer übrigens eine klare Antwort: „Weil uns die Menschen, die die originale Coke am liebsten mögen, sagen, dass sie sie genau so wollen.“

Darf's ein bisschen weniger sein?
Lidl Quelle: dpa
Haribo Quelle: dpa
Rewe Quelle: dpa
Dr. Oetker Quelle: dpa
Eckes-Granini Quelle: dpa
Valensina In Sachen Saft argumentiert Valensina ähnlich wie Eckes-Granini. Doch das Unternehmen produziert auch sogenannte Frühstücks-Nektare. Bei denen sei geplant, „verschiedene Rezepturen mit einem nochmals reduzierten Zuckeranteil auf ihre Akzeptanz bei den Verbrauchern zu überprüfen“, teilt Valensina mit. Quelle: imago
Bahlsen Quelle: dpa
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