Location-based Services Kann das Smartphone Kunden in die Stadt locken?

Shopping-Apps, die den Standort des Konsumenten berücksichtigen, sollen Kunden aus dem Internet locken. Nun gibt es die Ergebnisse eines Feldversuchs in einer typischen Mittelstadt.

Ein junger Mann steht mit dem Smartphone in einer Einkaufsstraße. Quelle: dpa

Am 23. und 24. April war die Durlacher Einkaufsstraße – ein Stadtteil Karlsruhes – Teil eines einzigartigen Feldversuchs: Das Smartphone wurde zum Empfänger von Shopping-Tipps und zur Rabattkarte. Ausgerichtet wurde das Ganze von den Gelben Seiten, der Hochschule der Medien Stuttgart und Bitplaces.

Sie haben rund 50 Händler – vom Buchladen über Restaurants hin zu einer Smoothie-Bar – über das Wochenende kostenfrei mit virtuellen Umkreisen ausgestattet. Näherte sich ein Smartphone-Besitzer, der die Gelbe-Seiten-App installiert und Bluetooth sowie die Ortungsdienste aktiviert hat, dem Geschäft, schickte ihm der Händler automatisiert Text- und Bildnachrichten, Coupons oder QR-Codes zu.

Nun liegen die Ergebnisse des Experiments vor. Rund 1600 Personen installierten an diesem Wochenende die Gelbe-Seiten-App und durchstreiften die Durlacher Einkaufsstraße, mehr als 5000 Nachrichten empfingen sie, knapp 1800 davon öffneten sie und rund 900 Transaktionen wurden dadurch ausgelöst.

LBS - Location-based Services

Stephan Theiß, Geschäftsführer der Gelbe Seiten Marketing Gesellschaft, ist mit dem Ergebnis zufrieden. „Aus unserer Sicht sind die gesammelten Daten belastbar“, sagt er. Die teilnehmenden Unternehmen seien über sämtliche Branchen verteilt gewesen, die Zahl der Teilnehmer ausreichend hoch.  

Das Ergebnis: 58 Prozent der Befragten bewerteten mobile, standortbasierte Dienste positiv – auch die Hälfte der teilnehmenden Unternehmen erhielt positives Kundenfeedback.

Die beliebtesten Händler in Deutschland

Was sich zeigte: Die Kunden gaben in der Befragung zwar an, ihnen seien Rabatte und Gratisangebote am unwichtigsten – ihr Verhalten widersprach dem aber. Rabatte und Gratisangebote wurden am häufigsten angeklickt.

Die Händler sehen in LBS vor allem die Möglichkeit, mit der jüngeren Zielgruppe in Kontakt zu kommen. Händler, deren Geschäfte nicht direkt an der Einkaufsstraße sind, können sie nutzen, um auf sich aufmerksam zu machen. 38 Prozent der Händler verschickten Rabatte, 34 Prozent Informationen, 24 Prozent Gratisprodukte.

Noch ist das Projekt aber in Kinderschuhen und es besteht noch reichlich Verbesserungsbedarf. „Die Nutzeroberfläche, auf der die Händler ihre Kampagnen erstellen, muss einfacher gestaltet werden“, sagt Theiß. Gleichzeitig wurde bestätigt, dass die Einzelhändler beim Erstellen der LBS-Kampagne angeleitet werden müssten.  

Auch für die Benutzeroberfläche innerhalb der App von Gelbe Seiten sieht Theiß noch Verbesserungsbedarf: „Wir müssen einige Features herausnehmen und dafür die Push-Nachrichten stärker sichtbar machen“, sagt er. Außerdem sei es wichtig, einen Filter einzurichten, sodass der Nutzer individuell bestimmen kann, welche Angebote ihn konkret interessieren und welche nicht.

Jedes dritte Unternehmen, das teilgenommen hat, ist an einer weiteren Zusammenarbeit mit den Gelben Seiten interessiert. Auch einige Unternehmen und Handelsverbände haben sich nach Angaben der Gelben Seiten interessiert gezeigt.

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