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Lockangebote Möbelhändler nutzen illegale Mittel bei Rabatten

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Billige Prospekt-Tricks

Auch beim Erfinden von Sonderverkaufs-Anlässen seien die Händler viel zu kreativ, moniert die von Hunderten Verbänden, Kammern und Unternehmen getragene Zentrale in Bad Homburg bei Frankfurt. So habe eine nationale Handelskette ihre bundesweit einheitlichen Angebote in regionalen, aber eigentlich inhaltsgleichen Prospekten mal als Messepreise und mal als Räumungsverkauf beworben. Auch könne der Verbraucher keineswegs darauf vertrauen, dass das vermeintliche Super-Angebot nur zeitlich begrenzt vorhanden ist.

Die Preistrickser haben in den Möbelhäusern aber auch besonders leichtes Spiel, weil den Kunden für die seltenen Anschaffungen ein echtes Preisgefühl fehlt. „Die Preise sind für die Konsumenten schon wegen der enormen Variantenvielfalt sehr intransparent. Da hilft auch das Internet nicht viel weiter. Letztlich muss man schon fragen gehen und sich bei mehreren Anbietern Angebote einholen“, beschreibt der Handelsexperte der Beratungsgesellschaft Ernst & Young, Thomas Harms, die Situation.

Welche Möbel die Deutschen wollen

Die ursprünglichen Kalkulationen seien im Möbelhandel schon immer „völliger Unsinn“ gewesen, sagt Harms. „Wenn ein Verkäufer nach langem Wälzen der Kataloge einen Preis nennt, ist das nicht mehr als eine erste Preisidee, über die man dann hart verhandeln sollte.“

Nur wenige Unternehmen entziehen sich der Werbeschlacht mit den billigen Prospekt-Tricks, darunter der erfolgreiche Marktführer Ikea, der aber eigentlich auch ein ganz anderes Geschäftsmodell als die übrigen Möbelhändler verfolgt. Die Schweden haben den gesamten Möbelproduktions- und Handelsprozess im Griff und setzen ausschließlich auf eigene Produkte, während ihre Konkurrenz eng mit der Möbelindustrie und Einkaufsgemeinschaften zusammenarbeitet.

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    Wie eng dort die Spielräume sind, zeigen die kürzlich verhängten Kartellstrafen von 4,4 Millionen Euro gegen fünf Möbelhersteller. Die Unternehmen hatten Händler mit Liefersperren bedroht, sollten sie ihre Markenmöbel zu billig abgeben. Aus Sicht der Kunden heißt das, dass es gerade für hochwertige Einrichtungen meist gar keinen Rabatt gibt - den Versprechungen in den Prospekten zum Hohn.

    „Konsumenten sollten sich nicht von Rabatten blenden lassen, sondern die Produkte, Leistungen und Endpreise mehrerer Anbieter vergleichen“, sagt Verbandsfunktionär Grothkopp. Für die Zukunft sei er optimistisch: „Die Maßnahmen der Wettbewerbszentrale könnten bewirken, mit Rabatten als Werbemitteln wieder sorgsamer umzugehen.“

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