Logistik Trotz Turbulenzen: Hamburger Hafen steigert Containerumschlag

Die Anzahl der umgeschlagenen Container am Hamburger Hafen stieg zuletzt überraschend an. Die Zukunft birgt dennoch einige Unsicherheiten. Quelle: Reuters

Während andere Nordseehäfen weniger Umschlag melden, konnte der Hamburger Hafen seinen Marktanteil ausbauen. Die Aussichten für den Rest des Jahres sind allerdings getrübt.

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Der Hamburger Hafen hat trotz gestörter Lieferketten, langen Schiffstaus und Streiks mehr Container umgeschlagen. Im ersten Halbjahr wurden 4,4 Millionen Standardcontainer (TEU) an den Kaimauern bewegt, knapp ein Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie der Verein Hafen Hamburg Marketing am Mittwoch mitteilte.

Im Vergleich zur Konkurrenz in Rotterdam, Antwerpen und Bremen/Bremerhaven, die allesamt Rückgänge zu verzeichnen hätten, habe Hamburg als einziger unter den großen Häfen an der Nordsee einen Zuwachs verbucht und seinen Marktanteil leicht ausgebaut.

Alle Häfen hatten wegen des Ukrainekriegs und den Corona-Lockdowns in China mit den Verwerfungen im Schiffsverkehr sowie Problemen beim Abtransport der Ladung über Eisenbahn und Lastwagen zu kämpfen. Allerdings waren die Folgen in Hamburg in der ersten Jahreshälfte weniger gravierend als befürchtet. Auch die Warnstreiks der Hafenarbeiter im Juni schlugen kaum zu Buche.

Ein Sprecher verwies darauf, dass sich die Containerstaus erst langsam aufgebaut hätten und ihre volle Auswirkung erst im zweiten Halbjahr zeigen dürften. Die Marketingorganisation appellierte an die Gewerkschaft Verdi und die deutschen Seehafenbetriebe, möglichst bald eine Einigung in dem Tarifkonflikt zu erzielen.

Der Gesamtumschlag aller Güter in Deutschlands größtem Hafen schrumpfte in den ersten sechs Monaten um 2,7 Prozent auf 61,8 Millionen Tonnen. Grund waren vor allem die EU-Sanktionen gegen Russland.

Hamburger Hafen rechnet für das Gesamtjahr 2022 mit weniger Umschlag

So sank der Umschlag von Massengut wie Kohle und Erz um knapp neun Prozent auf 17,6 Millionen Tonnen. Der Rückgang hielt sich in Grenzen, weil die Bezugsquellen verlagert wurden. Kohle etwa wurde den Angaben zufolge verstärkt aus anderen Regionen importiert. Aktuell profitiert der Hafen auch davon, dass Massengüter wegen des Niedrigwassers im Rhein über die Schiene transportiert werden.

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Bis zum Jahresende rechnet die Marketingorganisation des Hamburger Hafens wegen steigender Energiepreise und dem mauen Konsum eher mit einer Abschwächung des Seegüterumschlags. Sollten sich die Lieferketten und die wirtschaftliche Lage jedoch stabilisieren, sei ein Umschlagsergebnis von rund 130 (Vorjahr 128,7) Millionen Tonnen und 8,7 Millionen Standardcontainern wie im Vorjahr nicht ausgeschlossen.

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