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Luftfahrt Lufthansa baut die Pilotenausbildung in der Coronakrise um

In der Coronakrise ist der Bedarf an Piloten bei der Airline drastisch gesunken. Die Lufthanse setzt für ihre Ausbildung nun auf ein neues Campus-Modell.

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Der Konzern beschäftigt angesichts des massiv eingebrochenen Luftverkehrs derzeit zu viel Personal im Cockpit. Quelle: Bloomberg

Unter dem Kostendruck der Coronakrise baut die Lufthansa die Pilotenausbildung um. „In der größten Krise der weltweiten Luftfahrt müssen wir im Lufthansa-Konzern alles auf den Prüfstand stellen – so auch unser Jahrzehnte altes Ausbildungskonzept für unsere Pilotinnen und Piloten“, erklärte Lufthansa-COO Detlef Kayser am Mittwoch.

Mit dem neuen Campus-Modell werde die Ausbildung modernisiert und zugleich effizienter gestaltet. Die traditionelle Flugschule in Bremen soll demnach nicht geschlossen werden, wie angesichts des Ausbildungsabbruchs für einen Teil der Flugschüler im vergangenen Jahr spekuliert wurde. Doch soll an dem Standort künftig nur die theoretische Ausbildung angeboten werden. Die Praxis-Schulung werde in Rostock-Laage zusammengeführt.

Der Lufthansa-Konzern beschäftigt angesichts des massiv eingebrochenen Luftverkehrs derzeit zu viel Personal im Cockpit. Für dieses Jahr rechnet die Airline-Gruppe im Durchschnitt allenfalls mit 50 Prozent des Flugvolumens, das es 2019 vor Ausbruch der Pandemie gab. Eine Erholung auf Vorkrisenniveau erwartet das Management erst Mitte des Jahrzehnts.

Mit dem massiv reduzierten Flugverkehr in der Pandemie sei der Einstellungsbedarf weggebrochen, erklärte die Lufthansa. Da es keine Perspektive auf einen Cockpitarbeitsplatz gebe, hätte Lufthansa Aviation Training allen Flugschülern im vergangenen Jahr angeboten, die Ausbildung „kostenneutral“ zu beenden oder in einer anderen Flugschule fortzuführen.

Dagegen reichten mehr als 100 Schüler der Bremer Verkehrsfliegerschule Klage beim Arbeitsgericht Frankfurt ein, wie die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit Ende Januar mitgeteilt hatte. Sie wollen ihre Ausbildung in Bremen beenden können.

Größter Nachteil der Auslagerung an externe Flugschulen sei, dass die angehenden Flugzeuglenker nicht länger direkt bei der Lufthansa eingestellt werden würden und ein erneutes Auswahlverfahren bestehen müssten. Die Lufthansa erklärte, die Absolventen sollten je nach Nachfragesituation künftig von den verschiedenen Airlines der Lufthansa-Gruppe rekrutiert werden. Wann die Ausbildung wieder aufgenommen werden soll, ließ die Lufthansa offen.

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