Luxusmarken Luxusriesen trotzen der Krise

Die Hersteller und Händler von Luxuswaren schreiben erneut herausragende Zahlen. Den großen Kuchen des Marktes teilen wenige Konzerne unter sich auf.

Chinesen vor einer Hermès Filliale Quelle: dpa

Er will das Unternehmen haben. Unbedingt. Und wenn es sein muss, hat er einen langen Atem. So wie Frauen bereit sind, nebst einigen Tausend Euro auch die Geduld mitzubringen, um nach langer Bestellfrist endlich eine Birkin-Bag aus dem Hause Hermès zu ergattern, so ausdauernd belagert Bernard Arnault die Eigentümer des Familienunternehmens, damit sie ihm die Firma ganz verkaufen. 22 Prozent des börsennotierten Unternehmens Hermès gehören dem Hauptaktionär des Konzerns Louis Vuitton Moët Hennessy (LVMH) bereits.

Das LVMH-Imperium wächst
Bernard Arnault, Vorsitzender von LVMH Quelle: REUTERS
Louis Vuitton Quelle: AP
Menschen vor einer Bulgari-Filiale in Tokyo Quelle: Reuters
Moet-Champangerflaschen stehen im Restaurant Berlin Moscow in Berlin an der Bar. Quelle: dpa
Dior bei der Messe in Basel Quelle: AP
Uhrenmodell von TAG Heuer Quelle: Pressebild
Les EchosLes Echos ist eine französische Finanzzeitung, zum ersten Mal 1908 veröffentlicht. Auch sie ist seit 2007 Teil des Luxusgiganten. Quelle: Screenshot
HermèsDas französische Unternehmen Hermès wurde 1837 von Thierry Hermès gegründet. LVMH hält gut 20 Prozent an Hermès. Unter anderem ist das Unternehmen für seine Seidentücher und Seidenschals bekannt, welche bis zu 800 Euro kosten. Quelle: dpa
Royal Van Lent Shipyard B.V. Quelle: Screenshot

Die Anteile, die Arnault sich besorgte, haben ihm nicht gerade die Begeisterung der Familie rund um den designierten Chef Axel Dumas eingetragen. Jetzt sperrt sie sich, Hermès soll unabhängig bleiben – das ist alles andere als selbstverständlich dieser Tage.

Marken schlüpfen unter das sichere Dach der Holding

Erst vor einigen Monaten konnte der Luxuskonzern PPR unter der Leitung von François-Henri Pinault, Sohn des Gründers François Pinot, sich den italienischen Herrenschneider Brioni einverleiben, der offensiv seinen Verkauf anstrebte. Unter das schützende Dach einer Holding zu schlüpfen ist für viele Gründer eines Luxuslabels eine beliebte Strategie. Auch Modemacher wie Stella McCartney oder Marc Jacobs sind längst nicht mehr alleinige Herrscher in ihren Häusern. Für die angeblichen Vorteile werden stets die gleichen Argumente ins Spiel gebracht: Synergien und mehr finanzieller Spielraum, um die nötige Expansion in neue Märkte im Nahen und Fernen Osten zu stemmen.

Umsatz und Gewinn der Luxuskonzerne

Die Konzerne selber erzielen mit ihrem Sammelsurium an Marken, das vom Waffenhersteller bis zum Parfümproduzenten reicht, seit der Finanzkrise ein Rekordergebnis nach dem anderen. Die Swatchgroup, die ausschließlich Uhrenmarken von Swatch über Omega bis Breguet unter ihrem Dach versammelt, setzte im abgelaufenen Geschäftsjahr erstmals sieben Milliarden Schweizer Franken um. Richemont, die Mutterholding des Luxusjuweliers Cartier, gab Ende März bekannt, den Reingewinn um 43 Prozent auf anderthalb Milliarden Euro erhöht zu haben. LVMH steigerte allein im ersten Quartal 2012 den Umsatz noch einmal um 25 Prozent auf sechseinhalb Milliarden Euro.

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