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Machtkampf im Verband Adidas fordert DFB auf, interne Probleme schnell zu lösen

Exklusiv
Fritz Keller, Präsident vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) Quelle: dpa

Im massiven Streit an der Spitze des Fußballverbands fordert der Dax-Konzern und langjährige Ausrüster der Nationalelf eine rasche Lösung.

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Nach dem Autokonzern VW fordert auch der Sportartikelkonzern Adidas den Deutschen Fußball-Bund (DFB) dazu auf, die schwelende Krise an der Verbandsspitze schnellstmöglich zu lösen.

In einer Stellungnahme des Dax-Konzerns, die der WirtschaftsWoche vorliegt, heißt es: „Leider werfen die internen Führungsquerelen kein gutes Licht auf den DFB.“ Daher sei es wichtig, dass der Verband „nun schnell die nötigen Schritte einleitet, um die offenkundigen Probleme zu lösen.“

Das, so heißt es in der Stellungnahme, sei der DFB seinen Mitarbeitern, aber auch „Spielern und Spielerinnen und Partnern schuldig.“ Der zweitgrößte Sportkonzern der Welt mit Sitz im fränkischen Herzogenaurach stattet seit vielen Jahrzehnten die Fußball-Nationalmannschaft aus. Der aktuelle Vertrag mit dem DFB läuft noch bis 2026.

Glaubwürdigkeit des DFB leidet

Am Wochenende hatte bereits der Autobauer Volkswagen den zerstrittenen Verband dazu aufgerufen, die Situation zu beruhigen. „Der DFB leidet gegenwärtig intern unter Machtkämpfen von Funktionären und extern unter einem fortschreitenden Glaubwürdigkeitsverlust“, zitierten „Braunschweiger Zeitung“ und „Wolfsburger Nachrichten“ den Autokonzern.



Im mitgliederstärksten Fußballverband der Welt tobt seit längerem ein Machtkampf zwischen dem DFB-Präsidenten Fritz Keller auf der einen und unter anderem seinem Vizepräsidenten Rainer Koch und DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius auf der anderen Seite. Ende vergangenen Woche hatten zuletzt die Chefs der Regional- und Landesverbände den DFB-Vorstand zur Amtsenthebung Kellers aufgefordert.

Die ohnehin labile Lage im Verband war eskaliert, nachdem der 64 Jahre alte Verbandspräsident Keller seinen Vize Koch im April bei einer Präsidiumssitzung mit Nazi-Richter Roland Freisler verglichen hatte. Einen Rücktritt hatte Keller abgelehnt. Am Wochenende hatte er Rückhalt aus der Bundesliga bekommen. Im ZDF-Sportstudio sagte Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandschef des FC Bayern München, Fritz Keller sei „ein ehrbarer Mensch. Und wenn man auch mal eine Entgleisung gemacht hat, heißt das noch lange nicht, dass man ihn in dieser Art und Weise behandelt.“

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