Machtkampf Kellerhals will Media-Saturn zurück

Neue Eskalationsstufe im Streit um Media-Saturn: Minderheitseigner Erich Kellerhals will den Elektrohändler vom Handelsriesen Metro zurückkaufen. Die Ankündigung birgt Zündstoff.

Der streitbare Milliardär Erich Kellerhals sorgt für neuen Streit im Konflikt um Media-Saturn Quelle: dpa

Der Streit um Europas größten Elektrohändler Media Saturn tobt seit Jahren – und das erbittert. In den vergangenen Tagen ist der Zwist aber zu einem Machtkampf vor den Augen der Öffentlichkeit eskaliert. Auf Schlag folgt Gegenschlag.

Erst bekräftigte Metro-Chef Olaf Koch, jederzeit bereit zu sein, um "die Anteile von Herrn Kellerhals zu erwerben". Jetzt kontert Firmengründer und Minderheitseigentümer Erich Kellerhals in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung: Mit der Hilfe von Investoren will er Media-Saturn von Metro zurückkaufen. Er habe alles gründlich gegengerechnet: "Die Finanzierung ist nicht das Thema, zumal ich interessierte Investoren an der Hand habe."

Das aggressive Geschäftsgebaren ist nicht neu. Bereits vor Jahren hatte Kellerhals, der noch 22 Prozent an Media-Saturn hält, klargestellt: Die Handelskette sieht er bei Metro in den falschen Händen. "Die Zeit ist reif, der Gesellschafter Metro sollte die Trennung von seiner Beteiligung beschließen, es wird sicher eine Lösung gefunden", schrieb er etwa im März 2012 auf seiner Homepage.


Wiederholt sprach er zudem von Investoren, die nur allzu gern mit ihm gemeinsam Media-Saturn in die Zukunft führen würden. "Wenn die Metro zum Verkauf ihrer Media-Saturn-Anteile bereit ist, werden wir uns weiteren Gesprächen mit den Investoren sicher nicht verschließen", erklärte er etwa 2011 gegenüber der "Welt am Sonntag". Konkret wurden die Ankündigungen nie.

Teure Übernahme

Zu einem möglichen Kaufpreis macht Kellerhals auch bei der jüngsten Ankündigung keine Angaben. Eine Übernahme des Metro-Anteils dürfte aber ziemlich teuer werden: Anfang 2013 hatte Media-Saturn-Mitbegründer Leopold Stiefel Media-Saturn-Anteile von knapp drei Prozent an Metro verkauft. Angeblicher Preis: rund 230 Millionen Euro. Damit wäre die Kette rein rechnerisch schon damals mit deutlich mehr als sieben Milliarden Euro bewertet worden.

Derzeit gehören Metro 78 Prozent der Anteile. Kellerhals allerdings konnte zunächst über Vetorecht verhindern, dass die Metro bei Media-Saturn durchregieren kann. Über eine Beiratskonstruktion hebelt die Metro-Führung diese Konstruktion seit 2011 aus.

Das hat einen Streit entfacht, der vor wenigen Tagen ein prominentes Opfer forderte: Media-Saturn-Chef Horst Norberg gab seinen Posten auf. Ganz offiziell, weil er nach zahlreichen Anfeindungen Zweifel daran habe, "noch den vollen Rückhalt im Gesellschafterkreis" zu genießen.

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