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Markenranking Image von Becel schmiert ab

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Während Computerriese Lenovo sein Ansehen in Deutschland im vergangenen Jahr am stärksten verbessert, rutschte das der Margarine Becel massiv ab.

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Die beliebtesten Marken im Überblick
Branche: Pflege und Kosmetik Beliebteste Marke (Vorjahr): Nivea (Nivea) BrandIndex (Vorjahr): 89 (89) Die Kosmetikserie in den blauen Döschen erreicht nun schon das dritte Jahr in Folge einen Traumwert von 89 Punkten. Das Unternehmen Beiersdorf, das die Marke vor mehr als 100 Jahren entwickelte, kann mehr als zufrieden mit sich sein. Gemeinsam mit Audi und Wikipedia teilt sich Nivea Platz drei der beliebtesten Marken der Deutschen. Alle drei erreichen 89 Image-Punkte. Über das Ranking: Das Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov erstellt jährlich ein Ranking der beliebtesten Marken des Jahres. Ihm liegen rund 500.000 Verbraucherbefragungen aus dem Jahr 2012 zu Grunde. Für den BrandIndex werden täglich 2.000 Verbraucher befragt, erreichbar sind Werte zwischen -100 und +100 BrandIndex-Punkten. Die Jahresauswertung erfolgt nach Branchen und in der Gesamtschau über alle Branchen hinweg. Quelle: APN
Branche: Tankstellen Beliebteste Marke (Vorjahr): Jet (Jet) BrandIndex (Vorjahr): 14 (22) Tankstellen können bei den Deutschen nur wenig punkten. Jet setzt sich mit 14 Punkten zwar deutlich vor die Konkurrenz wie Aral (4) oder Shell ( -12), doch insgesamt steckt die Branche nach der Kritik an den Erdölproduzenten im ersten Halbjahr 2012 im Imagetief und konnte sich erst zum Jahresende hin wieder leicht erholen. Quelle: Gemeinfrei
Branche: Telekommunikation Beliebteste Marke (Vorjahr): vodafone (vodafone) BrandIndex (Vorjahr): 29 (34) Telekommunikationsmarken sind den Deutschen im Allgemeinen weniger sympathisch als Vertreter anderer Branchen. Die Top fünf der Branche erhalten gerade einmal zwischen sieben und 29 BrandIndex-Punkten. Vodafone hält seine Positionierung aus dem Vorjahr, musste aber im Verlauf des Jahres Federn lassen und sank in der Gunst der Verbraucher um fünf Punkte. Quelle: dapd
Branche: Banken Beliebteste Marke (Vorjahr): ING DiBa (ING DiBa) BrandIndex (Vorjahr): 51 (52) Auch Banken hatten 2012 ein schwieriges Jahr. Die ING-DiBa kann ihre Position dennoch halten und führt das Branchenranking wie auch im Vorjahr an - Volks- und Raiffeisenbanken (48 Punkte) folgen auf Platz zwei. Die Plätze drei bis fünf belegen die Sparda Bank, die Sparkasse und die Bank of Scotland. Quelle: dpa
Branche: Fast Food Beliebteste Marke (Vorjahr): Nordsee (Nordsee) BrandIndex (Vorjahr): 60 (63) Statt Burger, Döner oder Currywurst bevorzugen die meisten Deutschen die Marke, die für schnelle Fischgerichte steht: "Nordsee" erobert mit Lachs- und Matjesbrötchen Platz eins. Insgesamt schneiden die Fast-Food-Ketten in puncto Markeimage aber deutlich schlechter ab als etwa Mode- oder Kosmetikmarken. Nordsee setzt sich mit ansehnlichen 60 Punkten deutlich von den Mitbewerben wie McCafé (30 Punkte) oder Starbucks (26 Punkte) ab. Quelle: AP
Branche: Textilhandel Beliebteste Marke (Vorjahr): Peek & Cloppenburg (Peek & Cloppenburg) BrandIndex (Vorjahr): 64 (63) P&C verbessert sein Image kontinuierlich und nicht nur das, es hält die Top-Position bei den Textilhändlern, vor C&A und H&M, die nach den Bränden in Textilfabriken in Asien an Image eingebüßt haben. Quelle: Comfort Holding GmbH
Branche: Baumärkte Beliebteste Marke (Vorjahr): Bauhaus (Bauhaus) BrandIndex (Vorjahr): 66 (62) Die Deutschen sind ein Volk von Heimwerkern, daher belohnen sie Obi, Hornbach und Bauhaus mit zusätzlichen Imagepunkten. Bauhaus verbessert sich im Vergleich zu 2011 gleich um vier Punkte und baut damit seinen Vorsprung zu Obi (62) und Hornbach (59) weiter aus. Quelle: Creative Commons-Lizenz

Die Deutschen sind ein Volk von Autofans – das beweist die Markenimagestudie des Kölner Marktforschungsinstituts YouGov einmal mehr. Audi zählt zu den absoluten Lieblingsmarken hierzulande, aber auch Volkswagen, Porsche, BMW und Mercedes Benz erreichen seit Jahren gute bis traumhafte Imagewerte. Dieses Ergebnis mag noch nicht überraschen, bemerkenswert aber ist, wie stark einige Marken im Verlauf des letzten Jahres dazugewonnen - oder auch verloren haben.

Top Auf-und -Absteigermarken 2012

Unter den Autoherstellern macht Hyundai auf dem Imagetreppchen einen großen Schritt nach oben. 2011 stehen die Deutschen der Marke noch negativ  gegenüber. In der BrandIndex-Studie sind Werte zwischen -100 und +100 Punkte möglich - Huyndai erreicht zum Jahresabschluss 2011 genau -24 Punkte. Ein Jahr später sind es nur noch -12 Punkte. In Deutschland verkauften die Koreaner im vergangenen Jahr  98.000 Autos - 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Gemeinsam mit der Schwestermarke Kia sichern sich die Koreaner einen Marktanteil von fünf Prozent und hängen Weltmarktführer Toyota nebst Premiumableger Lexus mit zusammen nur 2,7 Prozent ab.

Zu den Verlierern im Automarkt zählt auch Opel. Das Image der glücklosen Tochter von General Motors geht auf Talfahrt - zum Jahresende verliert die Marke mit Blitz 10 von 35 Punkten. Im Vergleich zu den anderen starken deutschen Automarken ein ohnehin schwacher Wert.

Ein volles Dutzend Pluspunkte binnen eines Jahres zu sammeln – das gelang außer Hyundai nur noch der Limonaden-Marke Fitz-Kola (siehe Grafik), allerdings bleibt sie mit – 32 Punkten im Negativ-Bereich. Nur langsam, aber stetig blubbert die Kultbrause gegen die Konkurrenz an. Bionade und Coca-Cola sind mit 34 beziehungsweise 51 Punkten noch weit voraus.

Die Imagesieger nach Branchen - jeweils die Top 5

Holger Geißler von YouGov beobachtet, dass die Verbraucher bei der  Wahrnehmung von Marken sensibler für Themen wie Nachhaltigkeit und ökologische Verträglichkeit geworden sind. Das zeigt sich vor allem bei den Lebensmittelmarken. Geißler: „NGOs wie Foodwatch tragen immer mehr zur Meinungsbildung bei: Marken wie Hipp, Becel oder Actimel verlieren deutlich an Markengesundheit 2012.“

Becel ist im Jahr 2012 regelrecht abgeschmiert. Die Margarinenmarke ist der große Verlierer im Ranking - keine andere Marke büßt mehr Ansehen ein. Der Imagewert ist um 15 Punkte auf 26 gesunken. Schuld an dem Debakel ist in erster Linie eine Klage von Foodwatch. 

Banken im Dauertief


Deutschlands beliebteste Händler
19. Aldi Gar nicht so beliebt wie viele glauben: Im OC&C-Ranking schaffte es der Lebensmittel-Discounter nicht einmal unter die Top Ten. Zur Studie: Die Beratung OC&C hat 25.000 Konsumenten in Europa zu 580 Händlern, darunter 80 aus Deutschland, befragt. Dabei ging es etwa um die Kundensicht zu Preisstellung, Qualität, Auswahl, Einkaufserlebnis und Service. Aus den Antworten entstand ein Punkte-Ranking. Zu den größten Aufsteigern zählt der Online-Handel. Quelle: dpa
Branche: Textilhandel Beliebteste Marke (Vorjahr): Peek & Cloppenburg (Peek & Cloppenburg) BrandIndex (Vorjahr): 64 (63) P&C verbessert sein Image kontinuierlich und nicht nur das, es hält die Top-Position bei den Textilhändlern, vor C&A und H&M, die nach den Bränden in Textilfabriken in Asien an Image eingebüßt haben. Quelle: Comfort Holding GmbH
15. Zalando Der Online-Händler mit dem lauten Slogan "Schrei vor Glück" belegt Platz 15. Ein erstaunlicher Erfolg für das Unternehmen, das erst seit 2008 am Markt ist. Quelle: dpa
14. ebayÜberholt wird Zalando vom Online-Auktionshaus eBay. Mit dem Slogan "3,2,1 - meins!" schaffte sich der E-Auktionator viele Freunde und scheffelte ordentlich Umsazt. 3,28 Milliarden Euro waren es zu Beginn dieses Jahres. Quelle: dapd
11. OttoDas 1949 gegründete Versandhandelsunternehmen Otto belegt den 11. Platz im OC&C-Ranking. Erst kürzlich erwarb die Otto-Gruppe die Rechte an Neckermann.de. Der Konkurrent musste den Geschäftsbetrieb zum 30. September einstellen, nachdem der Investor Sun Capital kein weiteres Geld in das marode Traditionshaus stecken wollte. Quelle: dapd
10. EspritIn die Top Ten hat es Esprit-Holding geschafft. Die Holding vertreibt Kleidung, Schuhwaren, Wohnaccessoires, Schmuck und Möbel mit Filialen in über 40 Ländern. Im Vergleich zum Vorjahr verlor die Marke aber an Beliebtheit. Immer wieder gab es Diskussionen um schlechte Qualität. Quelle: dpa
8. notebooksbilliger.denotebooksbilliger.de gehört ebenfalls zu den Lieblingen der Deutschen. Der Anbieter von günstiger Technik landete auf Platz acht des Rankings. Quelle: Presse

Die Verbraucherorganisation wollte per Urteil erwirken, dass Becel-Hersteller Unilever nicht mehr damit werben darf, die Margarine senke den Cholesterinspiegel und mindere so das Risiko für Herzkrankheiten. Foodwatch scheiterte mit der Klage, dafür straften die Verbraucher Becel ab.

Auch andere Lebensmittelmarken mussten einstecken. Actimel verlor neun Punkte – und steht jetzt bei -1. Hipp erlebte eine heftige Image-Berg- und Talfahrt. Als Foodwatch dem Babynahrungshersteller im Juni den „Goldenen Windbeutel“ für die dreisteste Werbelüge verlieh, sackte der Imagewert binnen eines Monats von 62 auf 32 Punkte ab. Zum Jahresende gewannen die Verbraucher wieder Vertrauen in die Marke zurück – Hipp stabilisierte sich bei 48 Punkten und damit auf Vorjahresniveau.

Die Imagesieger nach Branchen - jeweils die Top 5 - Teil II

Opfer dauerhafter Negativ-Berichterstattung wurden auch die Baumarktkette Praktiker, deren Image von 24 auf 10 Punkte absackte. Anhaltende finanzielle Schwierigkeiten und Ärger mit den Aktionären kosteten Sympathiepunkte. Air Berlin verlor 13 Punkte und landet zum Jahresende bei einem Wert von 46 – Sparprogramme, Jobabbau und gestrichenen Flugrouten führen zum Image-Sinkflug.  Ähnlich hart trifft es die Deutsche Bank, die 12 Punkte verliert und bei -15 Punkten verharrt.

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Die Verbraucher quittieren damit die Nachrichten rund um Klagen im Nachspiel der Finanzkrise wegen Falschberatung bei Wertpapieren, Razzien wegen angeblichen Steuerbetrugs und den Prozess gegen den mittlerweile verstorbene Medienmogul Leo Kirch. Die gesamte Bankenbranche verliert im Zuge der Debatten um Boni-Banker und Zinsmanipulationen  deutlich an Ansehen. Einzig die staatliche Förderbank Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW gewinnt mit positiven Bilanznachrichten ein Stück Vertrauen zurück und verbessert sich von -18 auf -5 Punkte.

Die absoluten Gewinner im Imageranking sind das Hörbuchportal Audible, das von -9 auf + 5 Punkte zulegt und der chinesische PC-Hersteller Lenovo. Die günstigen Computer kommen bei den deutschen Verbrauchern immer besser an.

Lenovo verbessert sein Image um 17 Punkte auf 26 und pirscht sich damit langsam aber sicher an alte Consumer-Electronic-Größen wie Nokia heran. Die Handy-Marke liegt aktuell bei 42 Punkten und hat im Vergleich zum Vorjahr neun Punkte eingebüßt. Eine Folge der Negativberichterstattung über Milliardenverluste und Stellenstreichungen.

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