McKinsey-Studie Deutsche suchen Gebrauchtes am liebsten auf Online-Marktplätzen

Gebrauchte Produkte wie Autos und Immobilien suchen Deutsche hauptsächlich auf Online-Marktplätzen. Soziale Medien und Suchmaschinen könnten diese Plattformen aber schon bald als Lieblingssuchportal ablösen.

Kaufen-Button Quelle: dpa

Die Zeiten, in denen Konsumenten hauptsächlich einen Gebrauchtwagen beim Autohändler vor Ort kauften, sind vorüber. Fast die Hälfte aller Gebrauchtwagen-Interessenten sucht mittlerweile auf einem spezialisierten Auto-Online-Marktplatz nach einem Fahrzeug. Nur noch ein Drittel informiert sich im stationären Handel und nicht einmal jeder Zehnte nutzt Inserate in Zeitungen. Das ist das Ergebnis einer Studie zu digitalen Kleinanzeigenmärkten der Unternehmensberatung McKinsey, die der WirtschaftsWoche Online exklusiv vorliegt.

Demnach sind in Deutschland diejenigen Anbieter auf Online-Kleinanzeigenmärkten marktführend, die sich auf eine Produktkategorie wie Autos oder Immobilien spezialisiert haben. In Ländern wie Frankreich und Norwegen dominieren Plattformen, die unterschiedliche Produktkategorien anbieten.

Überraschend ist, dass sich in Deutschland immerhin noch mehr als jeder Fünfte mit gedruckten Kleinanzeigen über Wohnungen und Häuser informiert. Während 55 Prozent der Befragten ihre Recherche auf digitalen Marktplätzen beginnen, suchen 20 Prozent über Suchmaschinen und soziale Medien nach Immobilien.

Die beliebtesten deutschen Händler

Wenn es um wertvolle Einzelstücke – wie etwa Kleinmöbel und Antiquitäten – geht, dann hat die digitale Suche die Zeitung nahezu vollkommen verdrängt: 94 Prozent der Befragten geben an, nach solchen Raritäten im Internet zu suchen.

Momentan dominiert noch der Online-Marktplatz für gebrauchte Produkte. Weltweit wurden im vergangenen Jahr 19 Milliarden Euro damit erwirtschaftet. Zwei Drittel der deutschen Konsumenten beginnen auf digitalen Marktplätzen mit ihrer Suche nach Gebrauchtem, danach folgen erst Suchmaschinen und sozialen Medien. Aber das kann sich auch schnell ändern: "Obwohl wir in Deutschland in einigen Kategorien sehr starke Marktführer haben, ist der Markt weiterhin sehr dynamisch", sagt Thomas Schumacher, Experte für digitale Themen bei McKinsey. Vor allem soziale Medien entwickelten sich zum Teil zu einer Konkurrenz für Online-Marktplätze.

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Das beste Beispiel dafür ist Norwegen: Dort wurden bereits mehr als 3.500 lokale Facebook-Gruppen gegründet, in denen gebrauchte Artikel verkauft werden – und das, obwohl es einen sehr erfolgreichen Online-Marktplatz gibt, den 95 Prozent der Befragten kennen.

Die Unternehmensberatung McKinsey befragte für ihre Studie mehr als 10.000 Konsumenten in elf Ländern, darunter Deutschland, Norwegen, Frankreich und die USA, wie sie nach Gebrauchtem recherchieren und analysierte die Entwicklung von Online-Marktplätzen. Allein in Deutschland wurden 1000 Kunden befragt.

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