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Media-Saturn Mit Expresslieferung zu mehr Umsatz

Die Elektronikhandelskette Media-Saturn kämpft mit sinkenden Umsätzen. Abhelfen soll eine neue Strategie im Online-Handel. Dabei sollen Waren binnen weniger Stunden zum Kunden geliefert werden. Doch der Service kostet.

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Innerhalb von einer halben Stunde will die Elektronikkette Media-Saturn ihre Ware aus dem Online-Handel an die Kunden bringen. Quelle: dpa

Düsseldorf Die mit Umsatzrückgängen kämpfende Elektrohandelskette Media-Saturn will mit neuen Dienstleistungen rund um den Online-Handel Boden gut machen. Helfen soll der Metro -Tochter dabei die Expresslieferung im Internet bestellter Waren, mit der Media Markt und Saturn nun an den Start gingen, sagte Deutschland-Chef Wolfgang Kirsch in einem am Montag veröffentlichten Interview der Nachrichtenagentur Reuters. Den Verbrauchern sollen damit etwa Notebooks zwischen 30 Minuten und maximal drei Stunden nach Bestellung ins Haus geliefert werden, kündigte er an: „Das ist ein Angebot, von dem wir uns viel versprechen.”

Media-Saturn, einst Umsatztreiber und Ertragsperle im Metro-Konzern, leidet unter der Konkurrenz von Online-Händlern wie Amazon und dem Preiskampf in der Branche. Zusätzlich belastet der Machtkampf zwischen dem Handelsriesen Metro und Minderheitseigner Erich Kellerhals die größte europäische Elektronikhandelskette - die Querelen führten auch zum Abgang von Media-Saturn-Chef Horst Norberg. Metro musste vergangene Woche einräumen, dass die Kette im Geschäftsjahr 2013/14 anders als ursprünglich angenommen keinen deutlich steigenden operativen Gewinn (Ebit) vor Sonderfaktoren einfahren wird - dieser werde vielmehr stagnieren.

Kirsch will in die Offensive gehen, die Expresslieferung soll dabei helfen. Pilotprojekte liefen schon bei Saturn in München und Berlin. „Diese Woche gehen wir mit Media Markt online in Essen, Mainz, Mannheim, Düsseldorf und Ludwigshafen”, kündigte Kirsch an, weitere Expansionsschritte sollen folgen. „Danach - im Laufe des Jahres 2015 - soll die Expresslieferung möglichst flächendeckend angeboten werden”, sagte Kirsch weiter.

Zunächst ist das Angebot beschränkt auf Artikel, „die man in einem handlichen Paket transportieren kann - große Geräte wie Waschmaschinen und Fernseher ab 42 Zoll sind momentan ausgeschlossen”, sagte Kirsch. „An diesem Service arbeiten wir aber ebenfalls.” Media-Saturn kommt bei der Expresslieferung das dicht geknüpfte Filialnetz zugute - knapp 420 Märkte gibt es in Deutschland. Media-Saturn sei damit anders als Online-Händler, die über wenige Großlager ausliefern, nah am Kunden, „das ist ein großer Vorteil”.


Der Service ist nicht kostenlos

Kostenfrei ist der Service für die Verbraucher nicht: „Wie bei jeder Online-Bestellung zahlt der Kunden einen Betrag zwischen 1,99 und 4,99 Euro für die Lieferung. Für die sofortige Lieferung werden dann noch mal 9,90 Euro fällig”, erläuterte Kirsch. Die Kette will zudem weitere Dienstleistungen anbieten: „Wir testen gerade ein Angebot zur Reparatur von Smartphones, und ich gehe davon aus, dass wir das schnell ausrollen werden.”

„Unser Online-Umsatz (...) wird in den nächsten Jahren deutlich steigen“, kündigte Kirsch an. Und dies "nicht nur durch Dienstleistungen”. Denn die Kette will ihr Online-Angebot massiv ausbauen. In den Online-Shops von Media Markt und Saturn sollten in wenigen Monaten jeweils mehr als 100.000 Artikel verfügbar sein, bisher seien es etwa rund 40.000. „Das wird einen Schub für die Online-Shops geben”. Zu genauen Umsatzerwartungen wollte sich Kirsch jedoch nicht äußern. Die Preiskämpfe werden aber andauern, räumte er ein. Gerade kleine Online-Händler seien sehr preisaggressiv.

Die personellen Turbulenzen an der Spitze von Media-Saturn werden Kirsch zufolge keine Auswirkungen auf die Strategie haben: „Der Abgang von Herrn Norberg hat keinen Einfluss auf diese Pläne.” Von Metro-Vorstand Pieter Haas, den der Düsseldorfer Handelsriese als Vize-Chef zu Media-Saturn entsandt hat, sei „sicher kein radikaler Schwenk zu erwarten”. Haas habe „schon immer für Multichannel gestanden”.

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