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Medienbericht Familie Schlecker zahlt 10 Millionen Euro

Der Insolvenzverwalter will sich Geld von der Familie Schlecker zurückholen. Dabei soll es sich um eine Summe von 10 Millionen Euro handeln. Eine Bestätigung gibt es aber nicht.

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Rund zehn Millionen Euro soll Schlecker nach einem Medienbericht an die Insolvenzverwaltung um Arndt Geiwitz (im Bild) zahlen. Quelle: dpa

Die Familie von Anton Schlecker soll nach Informationen der „Lebensmittelzeitung“ rund zehn Millionen Euro an die Insolvenzverwaltung der Ex-Drogeriemarktkette zahlen. Die Branchenzeitung berichtete unter Berufung auf informierte Kreise am Donnerstag, Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz und Familie Schlecker hätten sich im Rahmen von Vermögensanfechtungen bereits mündlich auf diese Summe geeinigt. Den „Stuttgarter Nachrichten“ (Freitagsausgabe) sagte Geiwitz jedoch: „Wir haben uns noch nicht geeinigt.“ Es gebe noch „keinen juristisch verwertbaren Vertrag“. Dies bestätigt ein Sprecher von Geiwitz am Abend auch auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa.

Was wurde eigentlich aus Schlecker?
1975Der 1944 geborene Anton Schlecker, Sohn eines Fleischwarenfabrikanten, eröffnet in Kirchheim unter Teck seinen ersten Drogeriemarkt. Schleckers Strategie: Er eröffnet die Läden an strukturell wenig attraktiven Standorten in Wohngebieten. Die Filialen sind klein und spartanisch ausgestattet. Schlecker handelt mit Lieferanten beste Konditionen und lange Zahlungsziele aus, um so die Expansion zu finanzieren. Und seine Kette expandiert schnell: Schon zwei Jahre später zählt Schlecker mehr als 100 Filialen, 1984 gibt es bereits 100 Drogeriemärkte.
1987Die Kinder der Schleckers, Lars (r.) und Meike (nicht im Bild) werden am 22. Dezember entführt. Ihr Vater handelt das Lösegeld von 18 auf 9,6 Millionen D-Mark herunter, die Summe, über die er versichert ist. Kurz vor Heiligabend können sich die Kinder selbst befreien. Die Täter werden 1998 gefasst. Quelle: dpa Picture-Alliance
1987-1998Im Jahr 1987 eröffnet Schlecker die ersten Filialen im Ausland. Er expandiert wie im Rausch: 1995 kommt Schlecker bereits auf 5800 Filialen und beschäftigt rund 25.000 Mitarbeiter. Doch Schleckers Image als Arbeitgeber leidet: 1994 wird der Familie vorgeworfen, Scheinarbeitsverhältnisse zu betreiben und unter Tarif zu bezahlen. Auch die Gründung von Betriebsräten soll systematisch blockiert worden sein. 1998 werden Anton Schlecker und seine Ehefrau Christa zu jeweils zehn Monaten auf Bewährung verurteilt. Der Grund: Das Amtsgericht Stuttgart sieht es als erwiesen an, dass das Ehepaar seinen Mitarbeitern tarifliche Bezahlung vortäuschte Quelle: imago images
Schlecker-Tochter IhrPlatz stellt Insolvenzantrag2007 kaufte die Drogeriekette den insolventen Konkurrenten Ihr Platz. 700 Standorte kamen auf einmal dazu, Schlecker zählte nun 14.400 Ableger in 17 Ländern. Ein Höhepunkt. Quelle: dapd
Schlecker reicht Insolvenzantrag einDoch der Abstieg war schon zu ahnen: 2011 holte Anton Schlecker seine beiden Kinder Lars (links) und Meike (rechts) in die Unternehmensführung. Zuvor war die Drogeriekette wieder einmal wegen dem Umgang mit den Mitarbeitern in die Kritik geraten. Laut Medienberichten überwachte Schlecker seine Mitarbeiter, auch der Vorwurf der schlechten Bezahlung wurde erneut erhoben. Viele Medien sahen die neue Familiengeneration an der Spitze als Ablenkungsmanöver. Bild: Montage der Familie Schlecker. Quelle: dapd
Mit einer Marketingkampagne wollte das Unternehmen sein angeschlagenes Image 2011 wieder aufpolieren. Doch der Denglisch-Spruch „For you. Vor Ort.“ stößt bei Sprachwächtern auf Kritik. Ein Sprecher des Unternehmens rechtfertigt sich in einem Brief damit, dass die Kunden ein „niedriges Bildungsniveau“ hätten – der Brief gerät an die Öffentlichkeit und löst einen Shitstorm aus. Gleichzeitig machen sich die Bilanzprobleme immer stärker bemerkbar. Noch im selben Jahr werden 600 Filialen geschlossen, weitere sollen 2012 folgen. Quelle: imago images
For You. Vor Ort. Vorbei.Im Januar 2012 erklärte sich Schlecker als zahlungsunfähig und meldete Insolvenz an. Rund 2400 Läden sollten geschlossen werden. Quelle: dapd

Der Insolvenzverwalter sagte dem Blatt weiter: „Ich bin auf dem Weg, meine Ansprüche so durchzusetzen, wie ich mir das vorgestellt habe“. Die Gläubiger dürfen sich demnach aber wohl keine großen Hoffnungen machen: „Das Geld geht zwar natürlich nicht in meine Kasse, aber große Quotenzahlungen sind dadurch trotzdem nicht zu erwarten“, so Geiwitz weiter.

Den Gläubigerforderungen von mehr als einer Milliarde Euro wird die bei der Einigung zu holende Summe wohl nicht annähernd entsprechen können. Geiwitz hatte bereits im vergangenen Jahr sogenannte drohende Masseunzulänglichkeit bei Gericht angezeigt. Dennoch wäre die Einigung ein weiterer großer Meilenstein im Fall Schlecker. Vor gut einem Jahr, als Anton Schlecker Insolvenz anmeldete, hatte seine Tochter Meike Schlecker gesagt, dass kein Geld mehr da sei.

Nach monatelanger Prüfung hatte Geiwitz im Januar bekanntgegeben, dass er Vermögensübertragungen von Anton Schlecker an seine Familienangehörigen anfechten wolle. Geiwitz hatte sich optimistisch gezeigt, noch im Januar einen Vergleich mit der Familie erzielen zu können. Firmengründer Anton Schlecker haftet im Insolvenzverfahren auch mit seinem gesamten Privatvermögen.

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    Denn er hatte die pleitegegangene Kette als „eingetragener Kaufmann“ geführt. Insolvenzverwalter Geiwitz hat die Pflicht, alles zurückzuholen, was Teil der Insolvenzmasse sein könnte - auch mögliche unrechtmäßige Schenkungen an die Familie. Die Schlecker-Pleite hatte letztendlich rund 25 000 Menschen in Deutschland um ihren Job gebracht. Weiterhin sind viele von ihnen auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle.

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