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Mehr Umsatz im ersten Halbjahr Gute Geschäfte im Einzelhandel

Die Inflation ist niedrig, der Arbeitsmarkt robust - die Verbraucher sind in Konsumstimmung. Der Einzelhandel kann sich über steigende Umsätze freuen.

Kauffreudige Verbraucher und der brummende Arbeitsmarkt bescheren den deutschen Einzelhändlern ihr bestes erstes Halbjahr seit mindestens 21 Jahren. Die Umsätze in den sechs Monaten bis Juni lagen inflationsbereinigt (real) 2,5 Prozent über dem Niveau vor einem Jahr, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Dies ist der größte Anstieg seit Beginn der Datenreihe im Jahr 1994. "Das erste Halbjahr hat unsere Erwartungen übertroffen", sagte Stefan Hertel, ein Sprecher des Branchenverbands HDE. Die gute Konjunktur sorge für Rückenwind. "Die Leute haben Jobs und bekommen regelmäßiges Einkommen. Deshalb geben sie auch Geld aus." Über internationale Krisen wie in Griechenland und im Nahen Osten werde zwar viel gesprochen. "Das kommt aber im Geldbeutel nicht an."

Deutschlands teuerste Einkaufsstraßen
Platz 10Die Fußgängerzone Grimmaische Straße in Leipzig rangiert mit einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 120 Euro pro Monat auf dem zehnten Platz der teuersten Shoppingmeilen Deutschlands. Quelle: dpa
Platz 9Auf den Nürnberger Einkaufsstraßen Ludwigsplatz / Hefnersplatz / Karolinenstraße liegen die durchschnittlichen Sätze für ein Ladenlokal bei 160 Euro pro Quadratmeter. Quelle: dpa
Platz 8Bekannt für Politklüngel und Hochdeutsch: In Hannover kostet eine Gewerbeimmobilie etwa auf der Georgstraße im Schnitt 195 Euro pro Quadratmeter. Quelle: Creative Commons-Lizenz
Platz 7 / 6Auf der Königstraße in Stuttgart tummeln sich zur Spitzenzeit 11.335 Personen. Mit durchschnittlich 250 Euro pro Quadratmeter Ladenfläche müssen Händler hier rechnen. Quelle: dpa
Platz 7 / 6Auch auf der Kölner Schildergasse bezahlen Händler 250 Euro für den Quadratmeter Ladenfläche. Quelle: dpa
Platz 5Auf der Spitaler Straße in Hamburg tummeln sich zu Spitzenzeit 9840 Personen. In Sachen Ladenmiete sind bis zu 275 Euro pro Quadratmeter fällig. Quelle: Gemeinfrei
Platz 4Rang vier geht an die Kö in Düsseldorf. Wer hier seinen Laden neben Armani, Gucci oder Chanel platzieren will, legt dafür im Schnitt 285 Euro monatlich pro Quadratmeter hin. Quelle: dpa/dpaweb

Zuletzt hatten auch Daten der GfK-Marktforscher gezeigt, dass die Kauflaune der Deutschen wegen der Rekordbeschäftigung, steigender Löhne und niedriger Inflation derzeit blendend ist. "Den Deutschen geht es so gut wie kaum jemals zuvor", sagte Chefvolkswirt Holger Schmieding von der Berenberg Bank. Die Bürger trauten sich deshalb, mehr Geld auszugeben und griffen dafür kaum auf Kredite zurück. "Deshalb kann der private Verbrauch auch weiterhin solide wachsen, ohne dass sich daraus Gefahren ergeben", sagte Schmieding.

Die größten Discounter der Welt 2014

Vom steigenden Konsum profitiert der klassische Einzelhandel jedoch zunehmend weniger. "Der Anteil des Einzelhandelsumsatzes am privaten Konsum sank zwischen 2000 und 2014 von knapp 36 Prozent auf fast 29 Prozent", sagte HDE-Sprecher Hertel und betonte mit Blick auf die gute Verbraucherlaune: "Stimmung ist nicht gleich Umsatz." Denn die Deutschen hätten seit Jahren immer mehr für Reisen, Freizeitangebote, Wellness, Renovierungen und Energie ausgegeben. Trotz dieser Tendenz zieht der HDE nach den ersten sechs Monaten eine positive Bilanz: "Wir liegen leicht über unserer Umsatzprognose von nominal plus 1,5 Prozent für 2015." Vorerst bleibe der Verband bei seiner Schätzung, will sie aber gegebenenfalls im September aktualisieren.

Diese Unternehmen sind in Gefahr
Bedrohte C&A-Filiale Quelle: REUTERS
Logo und Schriftzug von Quick Schuh Quelle: PR
Reno-Filiale Quelle: Gemeinfrei
Bedrohte Runners Point Filiale Quelle: AP
Bedrohte P&C Filiale Quelle: dpa
Bedrohte Saturn Filiale Quelle: REUTERS
Bedrohte NKD Filiale Quelle: PR

Gut lief es bislang vor allem beim Internet- und Versandhandel, in Apotheken sowie bei Geschäften mit kosmetischen, pharmazeutischen und medizinischen Produkten. Im Juni hatten die Einzelhändler zwar 5,3 Prozent mehr in den Kassen als vor Jahresfrist. Allerdings zählte der Monat auch zwei Verkaufstage mehr als im Jahr zuvor. Von Mai auf Juni sanken die Erlöse jedoch um 2,3 Prozent. Dies war nach inflationsbereinigten Zahlen der stärkste Rückgang seit Dezember 2013. Von Reuters befragte Ökonomen hingegen hatten mit einem Anstieg um 0,3 Prozent gerechnet.

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