Metro-Chef Koch Hudson´s Bay wird stärker in Kaufhof investieren

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Metro-Chef Olaf Koch rechnet nach dem Verkauf des Tochterunternehmens Galeria Kaufhof  damit, dass der neue Eigentümer Hudson’s Bay Company (HBC) deutlich mehr in Deutschlands führende Warenhaus-Kette investieren wird.

Olaf Koch Quelle: dpa

HBC habe „ganz andere Investitionsmöglichkeiten“ als Metro, sagte Koch der WirtschaftsWoche. „Wir standen immer vor dem Dilemma, dass ­jeder Euro, den wir in Metros Cash & Carry-Großmärkte oder in die Expansion von Media-Saturn gesteckt haben, ungleich mehr Rendite erzielt hat als ein entsprechender Einsatz bei Galeria Kaufhof. Kaufhof wird jetzt die Aufmerksamkeit und die Mittel erhalten, die das Unternehmen verdient hat“, sagte Koch.

Der Verkauf der deutschen Warenhauskette war in den vergangenen Tagen das bestimmende Thema in der Handelsbranche. Zu den Bietern zählte neben der Hudson’s Bay Company auch das österreichische Unternehmen Signa von Karstadt-Eigner René Benko. Vor allem die Signa-Seite hatte sich im Verkaufsprozess stark öffentlich präsentiert.

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Koch kritisierte die mangelnde Diskretion der Bieter während des Verhandlungsprozesses. „Die ständigen Wasserstandsmeldungen haben vor allem bei den Mitarbeitern eine Menge Fragen zur Zukunft von Galeria Kaufhof aufgeworfen“, sagte Koch im Interview mit der WirtschaftsWoche. „Um vernünftig verhandeln zu können, ist Diskretion wichtig. Der Medienrummel insgesamt und insbesondere mögliche Versuche, sich öffentlich als die beste Wahl zu positionieren, sind in einem solchen Prozess eher kontraproduktiv.“

Kaufhof-Verkauf: Koch lehnt Sonderdividende ab

Trotz des Verkaufs seiner Warenhaus-Tochter Galeria Kaufhof für 2,8 Milliarden Euro an den kanadischen Handelskonzern Hudson's Bay (HBC) lehnt Olaf Koch eine Sonderdividende für seine Aktionäre ab. „Unsere Priorität ist, Mittel für Schuldenabbau, Investitionen und Innovationen bereitzustellen“, sagte Koch im Interview mit der WirtschaftsWoche. „Niemandem ist damit geholfen, wenn wir jetzt kurzfristig Geschenke machen und dafür in den kommenden Jahren auf der Stelle treten.“

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Der Metro-Konzern werde deshalb die Mittel für den Schuldenabbau und neue Investitionen verwenden. „Nur so können wir einen langfristigen Wachstumspfad sichern – mit dann auch entsprechend positiver Auswirkung auf Aktienkurs und Dividende.“

Metro-Tochter Real arbeitet an Zustelldienst

Der Metro-Konzern will nach dem Verkauf seiner Warenhauskette Kaufhof verstärkt in die internationale Expansion und den Ausbau des Online-Geschäftes investieren. „Wir planen eine Ausweitung unserer Investitionen ins digitale Geschäft, Modernisierung älterer Standorte, mehr Standorte bei Media Markt und Saturn sowie bei Metro Cash & Carry auch in neuen Ländern“, sagte Metro-Chef Olaf Koch im Interview mit der WirtschaftsWoche

Derzeit beschäftige sich die Tochter Real etwa „intensiv mit dem SB-Warenhaus 2.0“, sagte Koch dem Magazin. Real denke über einen Zustellservice für Online-Bestellungen nach. „Wir sind bereits auf vielfältigste Weise im Multichannel-Bereich unterwegs. Das wollen wir ausbauen und eventuell mit ausgewählten Partnern wie zum Beispiel Tiramizoo eine Zustellungsdienstleistung anbieten.“

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