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Metro Kaufhof-Favorit bietet offene Flanke

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Die Zukunft von Kaufhof und Karstadt

Der Großkonzern Metro Quelle: dapd

2009 zog sich Kovarik plötzlich aus dem gemeinsamen Unternehmen zurück. Offizielle Erklärung: Alters- und Gesundheitsgründe. Fast zeitgleich brach jedoch eine Scheidungsschlacht im Hause Kovarik aus, bei der es auch um die Signa-Anteile ging. Zudem begannen die Ermittlungen der Wiener Staatsanwaltschaft. Benko will erst jetzt – zwei Jahre später – davon erfahren haben. Gerüchten zufolge soll eine Immobilie von ihm gekauft und wenig später wieder verkauft worden sein. Die Transaktion erregte offenbar das Misstrauen einer Luxemburger Bank, die die Behörden über ihren Verdacht informierte, dass bei dem Geschäft Geld gewaschen worden sein könnte. Benko will die Vorwürfe schnell aufklären, zumal der Vorgang auch bei Metro für Irritationen sorgt.

Gerangel um Kaufhof

Ein schneller Abschluss wäre auch aus Metro-Perspektive wünschenswert, obwohl ein Sprecher betont, der Konzern stehe nicht unter Zeitdruck. So dürfte das Interesse von Metro-Großaktionär Haniel an einer Sonderdividende aus dem Verkaufserlös gestiegen sein, nachdem das Kreditrating der Holding weiter gelitten hat. Ende Dezember endet zudem die Amtszeit von Metro-Chef Eckhard Cordes. Ein erfolgreicher Kaufhof-Abschluss brächte ein wenig Glanz in sein tristes letztes Jahr bei Metro, das von einer Gewinnwarnung und einem monatelangen Gerangel um den Chefposten überschattet wurde. Cordes weist derlei Motive stets zurück. Allerdings müht er sich schon lange, die Warenhäuser loszuschlagen. Doch es fand sich kein Käufer, der mehr als zwei Milliarden Euro zahlen wollte – bis Benko kam und sich in der Folge auch Karstadt-Investor Berggruen als Interessent outete.

"Karstadt und nochmals Karstadt"

Gegen Berggruen gibt es Metro-intern jedoch Vorbehalte. Die Arbeitnehmer fürchten bei einer Zusammenlegung mit Karstadt über kurz oder lang einen deutlichen Abbau von Arbeitsplätzen. Für Cordes’ Nachfolger Olaf Koch, der gegen die Stimmen der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat zum neuen Metro-Chef gewählt wurde, dürften derlei Bedenken Gewicht haben. Koch kämpft darum, Vertrauen bei der Belegschaft zu gewinnen. Auch Karstadt-Chef Andrew Jennings treiben derzeit andere Themen um als ein Gemeinschaftsunternehmen mit Kaufhof. Er konzentriere sich „voll auf Karstadt, Karstadt und nochmals Karstadt“, sagt Jennings im Interview.

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