Metro Erste Details zur Metro-Aufspaltung

Die Metro Group soll leichter gesteuert werden können: Künftig sollen das Lebensmittel- und das Unterhaltungselektronikgeschäft getrennt werden. Für Metro-Chef Koch hat das neue Konstrukt aber noch einen anderen Vorteil.

Der Handelskonzern Metro soll aufgespalten werden. Quelle: REUTERS

Die Aufspaltung des Handelskonzerns Metro gewinnt an Konturen. Vorstand und Aufsichtsrat hätten die Vorbereitungen für den Schritt eingeleitet, teilte Metro mit. Ab dem 30. September wird das Unternehmen laut Pressemitteilung pro-forma in zwei organisatorisch voneinander getrennte Einheiten geteilt.

Das Metro-Geschäftsjahr 2014/2015

Das bisherige Handelskonglomerat, unter dessen Dach die Großmarktsparte Cash &Carry, die SB-Warenhauskette Real sowie die Elektronikhändler Media Markt und Saturn gebündelt sind, hört de facto auf zu existieren.

Stattdessen sollen zwei unabhängige börsennotierte Geschäftseinheiten entstehen. Eine neue Gesellschaft soll das Großhandels-und Lebensmittelgeschäft um die Cash & Carry-Märkte und die Real-Supermärkte umfassen. Geleitet wird sie von Olaf Koch, dem bisherigen Vorstandsvorsitzenden der Metro AG. Bei der heutigen Metro soll dagegen Media-Saturn verbleiben, an der die Metro 78 Prozent hält. Hier wird Media-Saturn-Chef Pieter Haas das Kommando übernehmen.

Die größten Lebensmittelhändler Deutschlands

„Mit der organisatorischen Trennung machen wir den ersten großen Schritt, einen international führenden Großhandels- und Lebensmittelspezialisten sowie den europäischen Marktführer für Unterhaltungselektronik-Produkte und Dienstleistungen zu schaffen“, sagt Koch. „Die Entwicklung der vergangenen Monate bestärkt uns in unserer Überzeugung, dass beide Einheiten, die kaum operative Überschneidungen und Synergien aufweisen, eigenständig noch erfolgreicher sein werden.“

Das Kalkül dahinter: Die auf ihr jeweiliges Kerngeschäft zurechtgestutzten Unternehmen sollten sich leichter steuern lassen, als der Handelskoloss, der aktuell 60 Milliarden Euro umsetzt.

So sagte auch der Leiter des Instituts für Internationales Handels- und Distributionsmanagement (IIHD) an der Hochschule Worms Ende März im Interview zu den Aufspaltungsplänen: Der Gesamtkonzern habe schlicht „keinen besonderen Nutzen mehr für die Töchter“.

Zudem bietet die Aufspaltung für Koch noch einen weiteren Vorteil: Durch die neue Struktur kann er künftig den Media-Saturn-Minderheitseigner Erich Kellerhals besser auf Abstand halten, mit dem sich Koch seit 2011 vor Gericht beharkt.

Die Fehde mit Kellerhals wird sich allerdings so nicht beilegen lassen. Der ist zwar nur Minderheitsgesellschafter von Europas größtem Elektronikhändler, hat sich vor Jahrzehnten aber Vetorechte ausbedungen. Über eine Beiratskonstruktion hebelte die Metro-Führung diese Konstruktion 2011 aus.

An der neuen Gesellschaft sollen die Metro-Aktionäre 90 Prozent der Anteile halten, die Metro AG selbst den Rest. „Jeder der drei Großaktionäre hat (...) signalisiert, den Prozess der Spaltung unterstützend begleiten zu wolle“, hieß es in der Mitteilung. Die Spaltung soll bis Mitte 2017 vollzogen sein.

Der Sitz beider Unternehmen soll weiterhin Düsseldorf sein. Die Metro Group beschäftigt aktuell 220.000 Mitarbeiter.

 

Mit Material von Reuters

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