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Metro Group Wie es nach der Aufspaltung weitergeht

Aus eins mach zwei: Das Spaltung des Handelskonzerns Metro ist vollzogen. Künftig sind Lebensmittel- und Elektrohandel in zwei selbständigen Aktiengesellschaften organisiert. Was Kunden und Aktionäre jetzt wissen müssen.

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Der Metro-Chef warb bei der Hauptversammlung im Februar um die Zustimmung der Aktionäre für die Aufspaltung. Nun wurde der Schritt offiziell vollzogen. Quelle: dpa

Wie geht es nach der Eintragung der Aufspaltung weiter?
Ab morgen werden statt einer nun zwei separate Aktien an der Frankfurter Börse notiert sein. Neu in den Handel kommt das abgespaltene Geschäft mit den Großmärkten und der Lebensmittelkette Real, das künftig unter Metro AG firmiert. Die bisherige Metro wird in Ceconomy AG umbenannt. In ihr verbleibt hauptsächlich das Geschäft mit den Elektronikhändlern Media Markt und Saturn. Jeder bisherige Metro-Aktionär bekommt für jedes seiner Papiere jeweils eine Aktie der beiden neuen Gesellschaften.

Können noch laufende Klagen die Aufspaltung rückgängig machen?
Nein. Da alle Anfechtungsklagen gegen die Teilung vom Oberlandesgericht Düsseldorf abgewiesen wurden, konnte das Registergericht die Eintragung vornehmen. Keinen Erfolg mit seiner Klage hatte unter anderem auch Media-Markt-Gründer Erich Kellerhals. Er hat bisher weitgehende Vetorechte bei der Media-Markt-Saturn-Holding und sieht seinen Einfluss durch die Aufspaltung sinken. Anhängig sind nun noch Feststellungsklagen von Aktionären. Diese gehen den Rechtsweg, können aber keine Rückabwicklung der Aufspaltung mehr erreichen. Sollten sie Erfolg haben, wird es wohl auf Schadenersatzzahlungen für die Kläger hinauslaufen.

Die größten Lebensmittelhändler Deutschlands

Wie werden sich die Aktienkurse kurzfristig entwickeln?
In den ersten Tagen wird es wohl eine ziemliche Achterbahnfahrt geben. Experten schätzen, dass am ersten Handelstag nach der Aufspaltung bis zu 25 Prozent der vorhandenen Aktien gehandelt werden. So sind beispielsweise Indexfonds sogar gezwungen, nach ihren Anlagerichtlinien die Papiere zu verkaufen, wenn sie nicht mehr im MDax sind. Aussteigen müssen sie üblicherweise am Tag nach dem ersten Handelstag. Das heißt, dass die Verkäufe wohl in der Schlussauktion des ersten Handelstages ausgeführt werden. Schon in der kommenden Woche dürfte sich aber eine Tendenz abzeichnen, wie sich die Kurse der beiden Aktien entwickeln.

Fliegen beide Papiere aus dem MDax?
Den Aktienindex MDax verlassen muss auf jeden Fall die abgespaltene neue Metro AG, da gibt es bei dem Index für mittelgroße Aktiengesellschaften klare Regeln. Die Ceconomy dagegen wird zumindest vorläufig im MDax bleiben. Der nächste Review-Termin für die Zusammensetzung des Index ist im September. Dann wird anhand von Kriterien wie Free-Float, Marktkapitalisierung und Liquidität geprüft bei beiden Aktien erneut geprüft, ob sie sich für den MDax qualifizieren können. Viele Analysten gehen wie das Management davon aus, dass beide Gesellschaften mittelfristig die Kriterien für eine Aufnahme in den MDax erfüllen werden. Etwas anders ist es im Index MSCI Euro, dem die Metro bisher auch angehört. Dort wäre es möglich, dass beide neuen Gesellschaften im Index bleiben. Abhängig ist das von der Marktkapitalisierung. Dabei hat die neue Metro AG wohl die besseren Chancen.


Welche Aktie mehr Potenzial hat


Was verspricht sich Metro von der Aufspaltung?
Das Unternehmen sieht so gut wie keine Synergien zwischen den beiden Geschäftsbereichen. Nach der Trennung könnte sich das Management stärker auf das jeweilige Geschäftsmodell fokussieren und hätte eine höhere Flexibilität. Das bedeutet auch, dass man für beide Unternehmen eine klarere Investmentthese formulieren kann, was möglicherweise zu einer besseren Entwicklung der Aktienkurse führen könnte. Störend hat sich auf das Image der Metro-Aktie jedoch auch immer wieder der Streit mit dem Investor Erich Kellerhals ausgewirkt. Er hält knapp 22 Prozent der Anteile an Media-Markt-Saturn und hat dort weitgehende Vetorechte. Künftig hat er keinen Einfluss mehr auf die neue Metro AG. Auch bei Ceconomy könnte sein Einfluss schwinden, wenn neue Geschäftsbereiche außerhalb von Media-Markt-Saturn unter dem Dach der AG angesiedelt werden.

Welche Aktie bekommt die bessere Mitgift?
Die Equinet Bank schreibt in einer Studie, dass die neue Metro AG nach ihrer Einschätzung nach der Aufspaltung rund 75 Prozent des Wertes auf sich vereinigt und eine höhere Bewertung erzielt. Dafür spricht auch, dass die neue Metro AG das komplette Immobilienvermögen bekommt. Zum Ausgleich jedoch erhält die Ceconomy zehn Prozent der Aktien der neuen Metro zur Stärkung ihrer Kapitalbasis. Einen zumindest kurzfristigen Vorteil hat Ceconomy dadurch, dass sie erst mal im MDax bleibt.

Welches Zukunftspotenzial haben die beiden Unternehmen?
Ceconomy hat mit dem Geschäftsfeld Elektronikhandel die deutlich härtere Konkurrenz. Insbesondere der wachsende Onlinehandel mit dem Branchenprimus Amazon bedeutet eine große Herausforderung. Andererseits steht dieser Markt vor einer Konsolidierung, was Fantasie in den Aktienkurs bringen könnte. Denn Analysten spekulieren, dass entweder Ceconomy selber Übernahmekandidat sein könnte oder aber einen Wettbewerber übernimmt. Gehandelt wird dabei immer wieder der britische Händler Dixons.

Die neue Metro AG hat mit ihrem Großhandelsgeschäft ein etwas stärkeres Alleinstellungsmerkmal. Ausgebaut wird dort der Lieferservice, dem großes Potenzial zugeschrieben wird. Damit will Metro sich noch stärker von Einzelhändlern wie Aldi und Lidl abgrenzen, die ihr Unternehmenskunden abspenstig machen. Problematisch dagegen ist die Supermarktkette Real, deren Zukunft unklar ist.

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