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Metro-Gründer Otto Beisheim ist tot

Der Metro-Mitbegründer Otto Beisheim ist tot. Der 89-Jährige sei am Montagmorgen in seinem Haus in Rottach-Egern am Tegernsee tot aufgefunden worden. Seine Anteile an Metro sollen nicht verkauft werden.

Der Metro-Gründer Otto Beisheim wurde 89 Jahre alt. Quelle: dpa

Der Metro -Mitbegründer Otto Beisheim ist tot. Der 89-jährige Milliardär habe an einer unheilbaren Krankheit gelitten und sei "aufgrund der Hoffnungslosigkeit seiner gesundheitlichen Lage aus dem Leben geschieden", teilte die Otto-Beisheim-Gruppe am Montag mit. Er sei am Morgen in seinem Haus in Rottach-Egern am Tegernsee tot aufgefunden worden. Auch die Otto Beisheim School of Management bestätigte den Tod ihres Stifters.

Beisheim hielt zuletzt noch knapp zehn Prozent der Metro-Aktien. Die Otto-Beisheim-Gruppe plane keine Verkäufe der Anteilsscheine, sagte eine Sprecherin. Die Vermögenslage von Beisheim sei seit langem klar geregelt, hieß es in der Erklärung weiter. Danach solle sein Erbe in zwei Stiftungen übergehen. Damit solle sei kulturelles und unternehmerisches Engagement fortleben. Im Metro-Aktionärskreis hatte es zuletzt Unruhe gegeben - Großaktionär Haniel hatte sich von Anteilen getrennt. Zusammen mit dem Partner Schmidt-Ruthenbeck hält Haniel nun knapp weniger als 50 Prozent der Aktien - doch reicht dies deutlich aus, um die Hauptversammlungen des Handelsriesen zu kontrollieren. Haniel- und Metro-Aufsichtsratschef Franz Markus Haniel würdigte Beisheim als "großen Unternehmer und besonders wertvollen Menschen".

Wo es bei der Metro überall brennt
Real: Der Verkauf der Supermarktkette Real wird seit Jahren diskutiert - und im entscheidenden Moment immer wieder abgeblasen. Jetzt nimmt Metro-Chef Koch einen neuen Anlauf die Tochter loszuschlagen. „Die Kette ist wieder auf dem Markt“, heißt es Ende August 2012 in Frankfurter Finanzkreisen. Läuft alles nach Plan, könnte das internationale Geschäft oder Teile davon bis Ende des Jahres den Besitzer wechseln, heißt es im Unternehmensumfeld. Quelle: dpa
Rechtstreit mit den Media-Markt-GründernSeit November 2011 liegt die Metro mit den Media Markt-Gründern Erich Kellerhals und Leopold Stiefel (rechts) im Clinch. Obwohl beide nur eine Minderheit am Unternehmen halten, sicherten sie sich ein Vetorecht an der Media-Saturn-Holding. Um dieses auszuhebeln, hatte Metro-Chef Koch einen Beirat eingerichtet, in dem mit einfacher Mehrheit entschieden wird. Dagegen klagte Kellerhals. Im August 2012 urteilte das Oberlandesgericht München, dass die Einrichtung des Beirats rechtens war. Mit welcher Mehrheit im Beirat Beschlüsse gefasst werden können, müsse aber ein Schiedsgericht klären. Dieses entschied, dass der Beirat für wichtige operative Fragen wie Zukäufe von Unternehmen oder das Budget zuständig sei. Über die Bestellung und Abberufung von Geschäftsführern der Media-Saturn-Holding und die Gewinnverwendung müssten Kellerhals und Metro aber weiter gemeinsam entscheiden. Koch kann also nach wie vor nicht durchregieren. Kellerhals will sich - sollte der Streit nicht beigelegt werden - nach einem anderen Gesellschafter umsehen. Fortsetzung folgt. Quelle: dapd
Kaufhof:Nach langem Hin und Her hat Metro die Verhandlungen um einen Verkauf von Kaufhof Mitte Januar auf Eis gelegt. Als Grund gab das Unternehmen die schwierige Situation auf den Finanzmärkten an. Dabei wollte Metro die ungeliebte Warenhauskette schleunigst los werden. Ganz reibungslos gingen die Verhandlungen nicht vonstatten. Der ehemalige Metro-Chef Eckhard Cordes soll Signa-Gründer und Mehrheitsaktionär René Benko persönlich aufgesucht haben, um mit ihm Details des Verkaufs zu besprechen. Signa wollte die Übernahme noch vor Weihnachten über die Bühne bringen. Quelle: dpa
Mit dieser Entscheidung des neuen Metro-Chefs Olaf Koch geht auch der Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen leer aus. Berggruen hatte sein Interesse an Kaufhof mehrmals unterstrichen. Quelle: dpa
Media Markt:Media Markt indes machte zuletzt munter weiter negative Schlagzeilen. Im Zuge der Schmiergeldaffäre ist der Deutschlandchef des Elektronikhändlers, Michael Rook, angeklagt worden. Gewerbliche Bestechung in 70 Fällen lautete der Verdacht nach Angaben der Staatsanwaltschaft Augsburg. Anbieter von Verträgen für Breitband-Internetanschlüsse sollen Verantwortlichen von Media-Saturn insgesamt 5 Millionen Euro Schmiergeld gezahlt haben, um im Gegenzug ihre Produkte in den Märkten der Kette verkaufen zu dürfen. Neben Rook wurde auch ein Regionalmanager angeklagt. Während Rook bisher seine Unschuld beteuert, haben weitere Mitangeklagte inzwischen Geständnisse abgelegt. Bei einer Verurteilung drohen ihnen lange Gefängnisstrafen. Quelle: dapd
Führung:An der Spitze des Handelskonzerns gab es zum 1.1.2012 einen Wechsel. Eckhard Cordes machte Platz für den bisherigen Finanzvorstand Olaf Koch. Zuvor hatte es eine wochenlange Hängepartie um die Nachfolge Cordes gegeben. Sie endete mit einer äußerst knappen Mehrheit für Koch im Aufsichtsrat. Quelle: Reuters
Haniel:Der heftige Machtkampf um die Metro-Spitze hat zu einem weiteren Führungsproblem geführt: Im November wirft Aufsichtsratschef Jürgen Kluge bei der Metro-Mutter Haniel das Handtuch. Er hatte Mitte Oktober bereits seinen Vorsitz im Aufsichtsrat von Haniels wichtigster Beteiligung Metro niedergelegt und damit die Konsequenz aus dem öffentlichen Streit um die Vertragsverlängerung von Metro-Chef Eckhard Cordes gezogen. Quelle: dpa

Beisheim war am 3. Januar 1924 in Voßnacken bei Essen geboren worden. Er wurde Mitbegründer der Metro und half im Jahr 1964, den Handel in Deutschland durch die Einführung von Großmärkten (Cash & Carry) zu revolutionieren. Heute gehören neben dem Großmarktgeschäft auch die Töchter Kaufhof, Media-Saturn und Real zu dem Düsseldorfer Handelsriesen.

Beisheim förderte zudem die Wissenschaftliche Hochschule für Unternehmensführung (WHU), die nach einer Großspende des Unternehmers den Namen Beisheim School of Management trägt.

Umstritten ist indes Beisheims Rolle im Zweiten Weltkrieg. "Spiegel Online" zufolge war er Mitglied der Waffen-SS. Beisheim habe "nur niedere Dienstgrade bekleidet" und sei 1942 in den Arbeits- und Heeresdienst eingerückt, sagte eine Sprecherin lediglich.

"Er war eine Legende der Handelsbranche"

Bundesweit bekannt wurde Beisheim auch durch das Beisheim-Center an Potsdamer Platz in Berlin. 2004 wurde der Komplex eingeweiht, in dem sich unter anderem Hotels der Ketten Ritz-Carlton und Marriott befinden.

"Otto Beisheim war ein Pionier und eine Legende in der deutschen und internationalen Handelsbranche", betonte Metro-Chef Olaf Koch. Mit seinem Konzept des Selbstbedienungsgroßhandels habe er das Fundament für den Metro-Konzern gelegt. "Der Vorstand der Metro AG und die weltweit mehr als 280.000 Mitarbeiter der Metro Group bedauern den Tod von Otto Beisheim zutiefst und sprechen seiner Familie große Anteilnahme aus", erklärte Koch weiter.

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